Kettner Edelmetalle
05.02.2026
15:07 Uhr

Speicherchip-Krise bedroht Smartphone-Industrie: Qualcomm und Arm schlagen Alarm

Was sich seit Monaten abzeichnete, nimmt nun bedrohliche Ausmaße an: Die unersĂ€ttliche Gier der KĂŒnstlichen Intelligenz nach Rechenleistung droht den gesamten Elektronikmarkt in eine beispiellose Versorgungskrise zu stĂŒrzen. Die Rechenzentren dieser Welt verschlingen Hochleistungsspeicher in einem Tempo, das selbst Branchenexperten den Atem stocken lĂ€sst – und der gewöhnliche Verbraucher wird die Zeche zahlen mĂŒssen.

Qualcomm-Chef warnt vor drastischen ProduktionskĂŒrzungen

Cristiano Amon, der Vorstandsvorsitzende von Qualcomm, dem weltweit grĂ¶ĂŸten Hersteller von Smartphone-Prozessoren, ließ auf einer Analystenkonferenz keinen Zweifel an der Dramatik der Lage. SpeicherengpĂ€sse und Preisexplosionen wĂŒrden das Ausmaß der gesamten Mobilfunkindustrie definieren, so seine dĂŒstere Prognose. Chinesische Kunden hĂ€tten bereits angekĂŒndigt, in diesem Jahr deutlich weniger GerĂ€te zu produzieren.

Auch Arm Holdings, dessen Technologie in nahezu jedem Smartphone steckt und das einen Großteil seiner Einnahmen aus LizenzgebĂŒhren bezieht, bestĂ€tigte die besorgniserregenden Entwicklungen. Die Botschaft ist unmissverstĂ€ndlich: Wer sich ein neues Smartphone oder einen PC anschaffen möchte, sollte nicht lĂ€nger zögern.

Goldman Sachs: Die Knappheit ist real und beschleunigt sich

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Kunden bereits gewarnt. William Chan formulierte es unmissverstĂ€ndlich: Die Speicherknappheit sei real und beschleunige sich aufgrund der Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturbereich. FĂŒr die konventionelle Seite der Industrie – Smartphones, PCs und andere Unterhaltungselektronik – bleibe schlicht zu wenig ĂŒbrig.

„Es gibt keine Entlastung, soweit ich weiß" – Intel-CEO Lip-Bu Tan ĂŒber die Speicherkrise

Diese EinschĂ€tzung des Intel-Chefs lĂ€sst erahnen, dass die EngpĂ€sse noch Jahre andauern könnten. Eine Perspektive, die fĂŒr Verbraucher und Hersteller gleichermaßen beunruhigend sein dĂŒrfte.

Chinesische Hersteller kĂŒrzen Produktionsziele drastisch

Laut chinesischen Medienberichten haben namhafte Smartphone-Produzenten wie Xiaomi, Oppo und Transsion ihre Lieferziele fĂŒr 2026 bereits nach unten korrigiert. Oppo soll seine Prognosen sogar um bis zu 20 Prozent gesenkt haben. Die steigenden Speicherkosten machen eine rentable Produktion zunehmend schwieriger.

Nintendo gilt als eines der ersten prominenten Opfer dieser Entwicklung. Die Aktien des japanischen Spielekonzerns sind unter Druck geraten, da steigende Komponentenpreise – insbesondere fĂŒr Hochleistungsspeicher – die Gewinnmargen zu schmĂ€lern drohen.

Preisexplosion bei Speichermodulen bereits sichtbar

Ein Blick auf Preisvergleichsportale offenbart das ganze Ausmaß der Krise. Der Preis fĂŒr einen Crucial Pro DDR5 64GB RAM-Riegel ist innerhalb von nur sechs Monaten von 145 auf 790 Dollar explodiert – ein Anstieg um mehr als 400 Prozent. Branchenanalysten von TrendForce erwarten, dass in diesem Jahr rund 70 Prozent aller produzierten Hochleistungsspeicherchips von Rechenzentren absorbiert werden.

Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie fragil globale Lieferketten sind und wie schnell technologische UmbrĂŒche ganze Industrien in Turbulenzen stĂŒrzen können. Der KI-Boom, von vielen als Heilsversprechen gefeiert, entpuppt sich fĂŒr den Durchschnittsverbraucher zunehmend als kostspieliges Unterfangen.

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