
Schwere Vorwürfe gegen Popstar Katy Perry: Australische Polizei nimmt Ermittlungen auf

Es sind Anschuldigungen, die es in sich haben – und die einmal mehr zeigen, wie dünn die Grenze zwischen Ruhm und Abgrund in der Welt der Unterhaltungsindustrie verläuft. Die australische Schauspielerin Ruby Rose hat schwerwiegende Vorwürfe gegen die US-Sängerin Katy Perry erhoben. Es soll sich um einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff handeln, der sich vor fast zwei Jahrzehnten in einem Nachtclub in Melbourne ereignet haben soll. Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet.
Vorwürfe aus der Vergangenheit – und ein gelöschter Social-Media-Beitrag
Rose, die unter anderem durch ihre Rolle in der Netflix-Serie „Orange Is The New Black" Bekanntheit erlangte, hatte ihre Anschuldigungen zunächst auf der Plattform Threads öffentlich gemacht. Der Beitrag wurde inzwischen wieder gelöscht. Die heute 40-Jährige gab an, sie sei zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Vorfalls Anfang zwanzig gewesen und habe lange gebraucht, um darüber zu sprechen. In einem weiteren Beitrag erklärte sie, ihre Aussagen mittlerweile bei der Polizei gemacht zu haben und sich fortan nicht mehr öffentlich äußern zu können – eine übliche Vorgabe bei laufenden Ermittlungen.
Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber australischen Medien, darunter dem Sender 9News, dass Ermittlungen im Gange seien. Weitere Details wurden jedoch nicht preisgegeben. Ob es sich bereits um ein formelles Verfahren gegen Perry handelt oder zunächst nur Hinweise geprüft werden, bleibt unklar.
Perrys Umfeld reagiert mit scharfer Zurückweisung
Das Lager der 41-jährigen Sängerin ließ keinen Zweifel an seiner Position. In einer Stellungnahme, die mehreren US-Medien vorliege, werden die Vorwürfe als „nicht nur kategorisch falsch, sondern auch gefährliche, rücksichtslose Lügen" bezeichnet. Zudem wird darauf verwiesen, dass Ruby Rose in der Vergangenheit wiederholt schwerwiegende Anschuldigungen gegen verschiedene Personen erhoben habe, die allesamt zurückgewiesen worden seien. Eine Strategie, die man aus ähnlichen Fällen kennt: den Ankläger diskreditieren, bevor die Fakten auf dem Tisch liegen.
Ein Fall voller Unwägbarkeiten
Tatsächlich wirft der Fall mehr Fragen auf, als er derzeit beantwortet. Die mutmaßlichen Ereignisse liegen fast zwanzig Jahre zurück. Konkrete Belege wurden bislang nicht öffentlich gemacht und konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die Anschuldigungen stützen sich bisher vor allem auf Aussagen in sozialen Medien – ein Umstand, der die juristische Aufarbeitung erheblich erschweren dürfte.
Man muss sich an dieser Stelle die grundsätzliche Frage stellen, welche Rolle soziale Medien bei der Aufklärung schwerer Straftaten spielen sollten. Einerseits haben Plattformen wie Threads oder X Betroffenen eine Stimme gegeben, die sie zuvor nicht hatten. Andererseits birgt die öffentliche Anklage vor einem Millionenpublikum die Gefahr vorschneller Verurteilungen – und das in beide Richtungen. Weder sollte eine mutmaßlich Betroffene leichtfertig als Lügnerin abgestempelt werden, noch darf ein Beschuldigter ohne Beweise medial hingerichtet werden.
Die Unschuldsvermutung muss gelten – für alle Beteiligten
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von Emotionen statt von Fakten getrieben werden, ist es umso wichtiger, auf die rechtsstaatlichen Grundprinzipien zu vertrauen. Die australischen Behörden werden den Fall prüfen müssen – gründlich, unvoreingenommen und ohne Rücksicht auf den Prominentenstatus der Beteiligten. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Für Katy Perry genauso wie das Recht auf Gehör für Ruby Rose.
Katy Perry, die zu den erfolgreichsten Popstars der vergangenen Jahre zählt, hatte zuletzt durch ihre Beziehung zum früheren kanadischen Premierminister Justin Trudeau Schlagzeilen gemacht. Zuvor war sie mit dem britischen Schauspieler Orlando Bloom zusammen, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat. Ob die aktuellen Ermittlungen Auswirkungen auf ihre Karriere haben werden, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Der Fall wird die Öffentlichkeit noch eine Weile beschäftigen.
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