Kettner Edelmetalle
20.11.2024
09:20 Uhr

Schweizer Immobilienmarkt trotzt Zinswende: Preise steigen seit 25 Jahren unaufhaltsam

WĂ€hrend in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern die Immobilienpreise aufgrund steigender Zinsen unter Druck geraten sind, zeigt sich der Schweizer Immobilienmarkt erstaunlich robust. Seit einem Vierteljahrhundert kennen die Preise fĂŒr Wohneigentum nur eine Richtung: nach oben.

Deutsche Immobilienbesitzer erleiden massive Wertverluste

Besonders dramatisch stellt sich die Situation in Deutschland dar, wo Immobilienbesitzer Wertverluste von ĂŒber 12 Prozent verkraften mussten. Auch in Österreich (-3,6%) und Frankreich (-4,5%) gaben die Preise deutlich nach. Lediglich Italien konnte mit einem moderaten Plus von 2,8% noch einen leichten Anstieg verzeichnen.

Luxuriöse Preise in Schweizer Metropolen

Die Preisspirale in der Schweiz dreht sich unaufhörlich weiter. In begehrten Lagen wie Genf oder ZĂŒrich werden fĂŒr eine durchschnittliche Eigentumswohnung mit 115 Quadratmetern mittlerweile ĂŒber 2 Millionen Franken fĂ€llig. Diese Entwicklung fĂŒhrt zu einer bedenklichen VerdrĂ€ngung der einheimischen Bevölkerung.

FĂŒr eine 2-Millionen-Immobilie werden 400.000 Franken Eigenkapital benötigt - bei einem erforderlichen Jahreseinkommen von mindestens 250.000 Franken.

Politisches Versagen bei der Wohnungspolitik

Die GrĂŒnde fĂŒr diese besorgniserregende Entwicklung sind vielschichtig. Neben der lockeren Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) trĂ€gt auch die ungebremste Zuwanderung zu einem konstant hohen Nachfragedruck bei. Gleichzeitig hinkt das Angebot an neuem Wohnraum deutlich hinterher.

DĂŒstere Aussichten fĂŒr Normalverdiener

Die Situation dĂŒrfte sich in naher Zukunft noch weiter verschĂ€rfen. Die SNB hat bereits begonnen, die Leitzinsen wieder zu senken, was die Nachfrage zusĂ€tzlich ankurbeln könnte. Hypotheken sind aktuell fĂŒr etwa 1,7 Prozent zu haben - Tendenz weiter fallend. Experten halten sogar eine RĂŒckkehr zu Null- oder Negativzinsen fĂŒr möglich.

Mieter ebenfalls stark belastet

Auch auf dem Mietmarkt spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die Angebotsmieten steigen deutlich schneller als die Nominallöhne, was zu einer zunehmenden sozialen Schieflage fĂŒhrt. Diese Entwicklung könnte langfristig den sozialen Frieden in der Schweiz gefĂ€hrden.

Die Politik scheint dieser Entwicklung bislang tatenlos zuzusehen. Dabei wĂ€ren dringend Maßnahmen erforderlich, um bezahlbaren Wohnraum fĂŒr die breite Bevölkerung zu sichern und eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

Wissenswertes zum Thema