
Sabotage am Schienennetz? Staatsschutz ermittelt nach Kabelanschlag in Gelsenkirchen

Was in der Nacht zum Dienstag am Gelsenkirchener Hauptbahnhof geschah, liest sich wie ein Kapitel aus dem Handbuch asymmetrischer KriegsfĂŒhrung gegen kritische Infrastruktur: Ein Kabel in unmittelbarer NĂ€he des alten GĂŒterbahnhofs wurde gegen 1:00 Uhr morgens von Unbekannten durchtrennt â und legte damit den gesamten Bahnverkehr am Hauptbahnhof der Ruhrgebietsstadt lahm. Kein Zug fuhr mehr. Nichts ging mehr. Stillstand.
Staatsschutz ĂŒbernimmt â Sabotage nicht ausgeschlossen
Die Polizei Gelsenkirchen bestĂ€tigte den Vorfall und teilte mit, dass Ermittlungen eingeleitet worden seien. Der entscheidende Satz dabei: Da ein Sabotageakt nicht ausgeschlossen werden könne, habe der Staatsschutz die FederfĂŒhrung ĂŒbernommen. Man bat die Bevölkerung um Zeugenhinweise. Wer also in jener Nacht verdĂ€chtige Personen oder Fahrzeuge in der NĂ€he des alten GĂŒterbahnhofs beobachtet hat, solle sich umgehend melden.
Dass der Staatsschutz ermittelt und nicht die gewöhnliche Kriminalpolizei, spricht BĂ€nde. Es handelt sich offenkundig nicht um einen banalen Vandalismus-Fall, bei dem gelangweilte Jugendliche ein Kabel beschĂ€digt hĂ€tten. Hier geht es um einen gezielten Angriff auf die NervenstrĂ€nge unserer Verkehrsinfrastruktur â mitten in Nordrhein-Westfalen, mitten im Herzen des Ruhrgebiets.
Deutschlands marode Infrastruktur â ein leichtes Ziel
Man muss kein Sicherheitsexperte sein, um zu erkennen, wie verwundbar das deutsche Schienennetz geworden ist. Seit Jahren wird an allen Ecken und Enden gespart, wĂ€hrend Milliarden in ideologische Prestigeprojekte flieĂen. Die Deutsche Bahn ist lĂ€ngst zum Sinnbild des deutschen Niedergangs geworden â chronisch verspĂ€tet, hoffnungslos ĂŒberaltert und nun offenbar auch noch ein leichtes Ziel fĂŒr Saboteure.
Erinnern wir uns: Bereits im Oktober 2022 legten durchgeschnittene Kabel den gesamten Bahnverkehr in Norddeutschland fĂŒr Stunden lahm. Auch damals ermittelte der Staatsschutz. Auch damals wurde von möglicher Sabotage gesprochen. Passiert ist seitdem â was genau? Die Antwort dĂŒrfte ernĂŒchternd ausfallen.
Ein Muster, das beunruhigen muss
Die HĂ€ufung solcher VorfĂ€lle sollte jeden BĂŒrger alarmieren. Ob es sich um gezielte Sabotage durch auslĂ€ndische Akteure handelt, um politisch motivierte Extremisten oder um organisierte KriminalitĂ€t â die Tatsache, dass ein einzelnes durchtrenntes Kabel einen ganzen Hauptbahnhof zum Erliegen bringen kann, offenbart ein systemisches Versagen bei der Sicherung kritischer Infrastruktur. Wo sind die Redundanzen? Wo ist der Schutz? Wo ist die Vorsorge?
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur angekĂŒndigt. Doch ob dieses Geld jemals dort ankommt, wo es tatsĂ€chlich gebraucht wird â nĂ€mlich bei der physischen Absicherung und Modernisierung unserer Lebensadern â, darf bezweifelt werden. Zu oft wurden in der Vergangenheit vollmundige Versprechen gemacht, nur um dann im bĂŒrokratischen Dickicht der deutschen Verwaltung zu versickern.
Die BĂŒrger haben genug
Pendler, die am Dienstagmorgen am Gelsenkirchener Hauptbahnhof standen und auf ZĂŒge warteten, die nicht kamen, dĂŒrften sich einmal mehr gefragt haben, in welchem Land sie eigentlich leben. In einem Land, das einst fĂŒr seine Ingenieurskunst und seine PĂŒnktlichkeit weltberĂŒhmt war â und das heute nicht einmal mehr in der Lage ist, ein Kabel vor nĂ€chtlichen Angreifern zu schĂŒtzen. Es ist ein Trauerspiel, das sich in die lange Liste infrastruktureller DemĂŒtigungen einreiht, die der deutsche BĂŒrger mittlerweile stoisch ĂŒber sich ergehen lĂ€sst.
Die Ermittlungen des Staatsschutzes werden zeigen, wer hinter diesem Angriff steckt. Doch unabhĂ€ngig vom Ergebnis bleibt eine unbequeme Wahrheit bestehen: Deutschland hat ein massives Sicherheitsproblem â nicht nur auf seinen StraĂen und PlĂ€tzen, sondern auch bei seiner kritischen Infrastruktur. Und solange die Politik nicht endlich handelt, statt nur zu reden, werden solche VorfĂ€lle keine Ausnahme bleiben, sondern zur bedrĂŒckenden NormalitĂ€t werden.










