Kettner Edelmetalle
26.05.2026
06:04 Uhr

Russlands Drohgebärden gegen Kiew: Moskau kündigt systematische Angriffe an – Ukraine bleibt standhaft

Russlands Drohgebärden gegen Kiew: Moskau kündigt systematische Angriffe an – Ukraine bleibt standhaft

Die Eskalationsspirale im Ukraine-Krieg dreht sich weiter, und zwar mit beunruhigender Geschwindigkeit. Russland hat am Montag offen angekündigt, "systematische Schläge" gegen militärische Ziele und sogenannte Entscheidungszentren in der ukrainischen Hauptstadt Kiew durchzuführen. Ausländer, darunter auch Diplomaten, wurden aufgefordert, die Stadt unverzüglich zu verlassen. Eine kaum verhüllte Drohung, die nur einen Tag nach einem der schwersten Bombardements seit Kriegsbeginn ausgesprochen wurde.

Lawrows Botschaft an Rubio

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio die bevorstehenden Schläge in einem Telefonat angekündigt. Laut einer Mitteilung des russischen Außenministeriums seien diese Maßnahmen eine "Antwort auf die fortgesetzten terroristischen Angriffe des Kiewer Regimes" gegen Zivilisten in Russland. Moskau führt dabei insbesondere einen Drohnenangriff vom vergangenen Freitag auf ein Studentenwohnheim in der von Russland kontrollierten Region Luhansk an. Die ukrainische Armee weist diese Darstellung zurück und gibt an, eine Eliteeinheit der Drohnenkommandozentrale getroffen zu haben.

Kiew lässt sich nicht erpressen

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha zeigte sich auf der Plattform X kämpferisch und rief die westlichen Verbündeten dazu auf, sich nicht der "russischen Erpressung" zu beugen. Auch Katarina Mathernova, Leiterin der EU-Mission in Kiew, ließ keinen Zweifel an der Haltung Brüssels: "Russland will Angst. Panik. Die Isolation der Ukraine. Das wird nicht funktionieren." Die EU bleibe in Kiew, an der Seite der Ukraine. Mehr als 70 ausländische Diplomaten erwiesen am Montag den Opfern der Wochenendangriffe im schwer beschädigten Stadtteil Lukjaniwka die Ehre.

Oreshnik-Rakete und massive Zerstörungen

Bei den Angriffen am Sonntag wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet und 91 verletzt. Besonders brisant: Moskau setzte erneut eine Hyperschallrakete vom Typ Oreshnik in der Nähe von Kiew ein – bereits der dritte Einsatz dieser nuklearfähigen Waffe in über vier Jahren Krieg. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von rund 300 beschädigten Standorten in der Hauptstadt. Selbst ein neu eröffnetes Museum zur Tschernobyl-Katastrophe von 1986 wurde getroffen – ein Symbol für die historische Tragik dieses Konfliktes.

Angriffe auf beiden Seiten

Während Moskau seine Drohkulisse aufbaut, schlägt auch die Ukraine zurück. In der russischen Region Belgorod sei bei einem Raketen- und Drohnenangriff ein Mann getötet, ein weiterer verletzt worden. Strom- und Wasserversorgung wurden unterbrochen. Der von Russland eingesetzte Statthalter in Teilen des Donezker Gebiets, Denis Puschilin, meldete sieben Tote durch ukrainische Angriffe, darunter eine vierköpfige Familie, deren Wagen in der Industriestadt Horliwka getroffen wurde.

Auf ukrainischer Seite verzeichnete die südliche Region Cherson zwei Tote und 16 Verletzte binnen 24 Stunden. In Derhatschi nahe Charkiw kamen bei einem Raketenangriff zwei Menschen ums Leben, über 20 wurden verletzt. Auch Odessa, Dnipropetrowsk und die Frontstadt Kramatorsk meldeten neue Opfer. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen – beide Kriegsparteien bestreiten, gezielt Zivilisten anzugreifen.

Amerikanische Vermittlung scheitert

Die Vermittlungsversuche der USA unter Präsident Trump haben bisher keinen Durchbruch gebracht. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, den Konflikt eskalieren zu wollen. Die Ukraine plant Verstärkungen in ihren nördlichen Regionen, da Kiew dort eine neue russische Offensive befürchtet. Selenskyj räumte in seiner abendlichen Ansprache ein, dass mit Washington nur geringe Fortschritte beim Ausbau der Raketenabwehrproduktion erzielt worden seien. Man erwarte "neue diplomatische Maßnahmen" aus dem Weißen Haus – eine bemerkenswert vorsichtige Formulierung angesichts der vollmundigen Versprechen, die Trump im Wahlkampf gegeben hatte.

Was bedeutet das für Europa?

Während Berlin und Brüssel sich in Solidaritätsbekundungen üben, wird die geopolitische Realität immer härter. Deutschland steckt mitten in einer wirtschaftlichen Dauerkrise, die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat das hochverschuldete 500-Milliarden-Sondervermögen durchgewunken, und gleichzeitig droht an Europas Ostflanke eine weitere Eskalation einer nuklearen Großmacht. Die Frage, wer eigentlich noch die Souveränität europäischer Außenpolitik vertritt, bleibt unbeantwortet. Stattdessen schwankt die EU zwischen markigen Worten und der Unfähigkeit, eigene strategische Interessen klar zu definieren.

Für Anleger und Sparer in Deutschland bedeutet diese geopolitische Gemengelage vor allem eines: erhöhte Unsicherheit. Wenn Hyperschallraketen über europäischen Hauptstädten kreisen und diplomatische Routinen durch Drohungen ersetzt werden, ist das nicht nur eine humanitäre Tragödie, sondern auch ein massiver Stressfaktor für die globalen Märkte. In solchen Phasen zeigt sich traditionell, welche Vermögensbestandteile wirklich Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihren Status als Krisenwährung und Wertspeicher bewiesen – gerade dann, wenn Papierwerte und politische Versprechen ihren Glanz verlieren. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit diversifiziertes Portfolio kann in geopolitisch turbulenten Zeiten einen entscheidenden Stabilitätsanker darstellen.

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