
Rente mit 70? Was die neue Formel fĂŒr Ihren Jahrgang bedeutet

Die Rentenkommission der Bundesregierung will das Renteneintrittsalter ĂŒber die Marke von 67 Jahren hinaus anheben. Wer 1965 oder spĂ€ter geboren wurde, mĂŒsste nach den PlĂ€nen lĂ€nger arbeiten als bisher versprochen. Eine Modellrechnung, ĂŒber die berichtet wird, spielt die Verschiebung Jahrgang fĂŒr Jahrgang durch â im Extremfall bis auf 70 Jahre.
Beschlossen ist davon noch nichts. Ein exaktes Regelwerk existiert laut den VorschlĂ€gen bislang nicht, es soll immer wieder nachjustiert werden. FĂŒr Millionen Beitragszahler bleibt damit vor allem eines: Unsicherheit.
Die 2:1-Regel â der Rechentrick hinter dem lĂ€ngeren Arbeitsleben
Der Kern der Reform ist eine Formel. Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen davon acht Monate auf lĂ€ngeres Arbeiten und nur vier Monate auf lĂ€ngeren Rentenbezug entfallen. Zwei zu eins â zulasten der Erwerbsphase.
Nach aktuellen Daten liefe das auf rund sechs Monate mehr Arbeit pro Jahrzehnt hinaus. Die konkrete Altersgrenze soll mit mindestens fĂŒnf Jahren Vorlauf feststehen. Laut Deutscher Rentenversicherung wĂŒrde die Regelaltersgrenze bis 2041 von 67 auf 67,5 Jahre klettern â sofern die Prognosen des Statistischen Bundesamtes eintreffen.
Bislang gilt: Bis 2031 steigt die Altersgrenze schrittweise auf 67 Jahre, erstmals einheitlich fĂŒr den Jahrgang 1964. Ab 2032 soll es weitergehen. Wer heute Anfang 30 ist, dĂŒrfte die Zeche zahlen.
Rente mit 63 vor dem Aus â Merz bleibt hart
Parallel will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren streichen. Nach einer Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg erklĂ€rte er, alle Anreize zur FrĂŒhverrentung mĂŒssten beendet werden. HĂ€rtefĂ€lle solle es weiterhin geben, im Osten wie im Westen.
âEine Eins-zu-eins-Umsetzung wird es nicht geben â das hat's noch nie gegeben.â
Die Reform soll im Herbst in zwei Schritten kommen. Heute gilt noch: 45 Beitragsjahre bedeuten ab Jahrgang 1964 den abschlagsfreien Start mit 65. Wer 35 Versicherungsjahre vorweisen kann, darf mit 63 gehen â zahlt aber 0,3 Prozent Abschlag je Monat. FĂŒr den Jahrgang 1963 summiert sich das laut Rentenversicherung auf satte 13,8 Prozent.
Aufstand aus dem Osten: âWer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahltâ
Ausgerechnet drei CDU-MinisterprĂ€sidenten stellen sich quer: Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (ThĂŒringen). In einem gemeinsamen Forderungskatalog nennen sie den Osten das âFrĂŒhwarnsystem der Republikâ â Betriebsrenten seien dort selten, private Vorsorge hĂ€ufig kaum möglich, die gesetzliche Rente oft die einzige SĂ€ule.
Merz zeigte sich âerstauntâ ĂŒber die Kritik, ihr hĂ€tten die Fakten gefehlt. Er glaube, die MinisterprĂ€sidenten ĂŒberzeugen zu können.
Ein System, das an seine Grenzen stöĂt
Der Vorschlag ist nur eine von 33 MaĂnahmen. Dazu zĂ€hlt auch ein kapitalgedeckter Baustein nach schwedischem Vorbild: Zwei Prozent zusĂ€tzlicher Beitrag, hĂ€lftig geteilt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, möglichst ab 2028. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein spĂ€tes EingestĂ€ndnis â jahrzehntelang wurde die Kapitaldeckung in Deutschland politisch verschmĂ€ht.
FĂŒr viele BĂŒrger bleibt die bittere Erkenntnis: Wer sich allein auf den Staat verlĂ€sst, verlĂ€sst sich auf eine Rechenformel, die alle paar Jahre neu justiert wird. Eigenverantwortliche Vorsorge â breit gestreut und mit physischen Edelmetallen als krisenfester Beimischung â gewinnt in diesem Umfeld an Bedeutung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Er gibt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist fĂŒr seine finanziellen Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.










