Kettner Edelmetalle
26.08.2026
09:45 Uhr
KI-generiert

Rekordumsatz – und trotzdem dicht: Molkerei-Aus in Kaiserslautern

Rekordumsatz – und trotzdem dicht: Molkerei-Aus in Kaiserslautern
Symbolbild: KI-generiert

Kaiserslautern verliert den nĂ€chsten Industriestandort. Die genossenschaftliche Molkereigruppe Hochwald schließt bereits im September 2026 den Großteil ihres Werks an der Merkurstraße. Betroffen sind nach Informationen der BILD 74 ArbeitsplĂ€tze, der SWR spricht von rund 80 Stellen. Die Belegschaft erfuhr Ende Juni von der Entscheidung.

Der Grund klingt nĂŒchtern: fehlende Wirtschaftlichkeit. Ausgerechnet in einem Jahr, in dem der Konzern Rekordzahlen vorlegt.

Das China-GeschÀft als Kipppunkt

In Kaiserslautern lief vor allem H-Milch ĂŒber die AbfĂŒllanlagen – zuletzt ĂŒberwiegend fĂŒr den chinesischen Markt. Ein Joint Venture in China hatte die Auslastung zunĂ€chst gesichert. Dann brachen die AuftrĂ€ge weg.

Unternehmenssprecherin Kathrin Lorenz erklĂ€rte gegenĂŒber BILD, der Absatz sei inzwischen zu gering gewesen; die Auslastung des Werks habe sich nicht mehr verlĂ€sslich planen lassen. Bemerkenswert ist dabei: Ende Juni bezeichnete Hochwald China selbst noch als Wachstumstreiber seines internationalen GeschĂ€fts. Der Einbruch betrifft offenbar nicht das China-GeschĂ€ft insgesamt, sondern die RentabilitĂ€t dieses einen Standorts.

2,034 Milliarden Euro Umsatz – und der Rotstift kreist trotzdem

Die Zahlen sprechen fĂŒr sich. FĂŒr 2025 meldete Hochwald einen Rekordumsatz von 2,034 Milliarden Euro, das EBITDA kletterte auf 191,1 Millionen Euro. 42 Prozent des Umsatzes kamen aus dem Export, 58 Prozent aus dem Inland.

Von einer Konzernkrise kann also keine Rede sein. Vielmehr setzt das Unternehmen seine 2023 gestartete Strategie „Prepared for tomorrow" fort – ein Programm, das Effizienz steigern und Kosten drĂŒcken soll. FĂŒr 2026 melde der Konzern zudem höhere Energie- und Kraftstoffkosten, fĂŒhre diese aber ausdrĂŒcklich nicht als konkreten Grund fĂŒr das Aus in Kaiserslautern an.

Der Umbau greift breiter: Erst im laufenden Jahr trennte sich Hochwald Medienberichten zufolge von seinem Werk in LĂŒneburg samt den Marken Elinas und LĂŒnebest, KĂ€ufer ist die MĂŒller-Gruppe. Rund 150 BeschĂ€ftigte waren dort betroffen.

Bauern behalten ihre VertrĂ€ge – die Belegschaft verliert den Job

FĂŒr die Milcherzeuger aus der Westpfalz, dem Saarland und dem angrenzenden Frankreich soll sich zunĂ€chst kaum etwas Ă€ndern: Abholung und VertrĂ€ge bleiben nach Unternehmensangaben bestehen. Verarbeitet wird die Rohmilch kĂŒnftig woanders – der SWR nennt Thalfang und Mechernich, top agrar beschreibt vor allem eine Verlagerung nach Mechernich.

FĂŒr die BeschĂ€ftigten sieht die Rechnung anders aus. Einigen bietet das Unternehmen Stellen an anderen Standorten an; wie viele wechseln können, ist offen. Nach BILD-Angaben könnte das fĂŒr etwa die HĂ€lfte der Belegschaft gelten. Über einen Sozialplan verhandeln Unternehmensseite und Arbeitnehmervertreter noch. Die Milchannahmestelle lĂ€uft mit fĂŒnf bis zehn Mitarbeitern weiter – spĂ€testens um den Jahreswechsel soll auch dort Schluss sein.

Kaiserslautern: eine Stadt sammelt schlechte Nachrichten

FĂŒr die Barbarossastadt ist es nicht der erste Schlag. Zuvor hatte das Batterie-Joint-Venture ACC seine PlĂ€ne fĂŒr eine Gigafactory in Kaiserslautern endgĂŒltig begraben – Medienberichten zufolge waren dort rund 2.000 ArbeitsplĂ€tze vorgesehen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall ein Muster, das man in Deutschland derzeit reihenweise beobachtet: Selbst gesunde, gewinnstarke Unternehmen verlagern Produktion – weg von hohen Energiekosten, weg von BĂŒrokratie, weg vom Standort Deutschland. Wer die Rahmenbedingungen nicht endlich verbessert, wird sich ĂŒber weitere Schließungsmeldungen kaum wundern dĂŒrfen.

FĂŒr BĂŒrger bleibt die Erkenntnis: ArbeitsplĂ€tze und Kaufkraft sind keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Wer sein Vermögen gegen wirtschaftliche Turbulenzen absichern will, nutzt physische Edelmetalle traditionell als krisenerprobte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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