
Reiches Grüngas-Trick: Kommt Habecks Heizungsgesetz durch die Hintertür?

Mit viel Getöse hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das Referat für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien in ihrem Ministerium aufgelöst. Gleichzeitig treibt sie aber eine Grüngasquote voran, die das Heizen mit Öl und Gas Schritt für Schritt teurer machen dürfte. Kritiker sehen darin Robert Habecks Heizungsgesetz in neuem Gewand.
Ein Referat weniger – und was ändert sich?
Das klang nach Kurswechsel. Das Ministerium meldete Medienberichten zufolge, das Referat sei aufgelöst und seine Aufgaben würden auf andere Abteilungen verteilt. Die Erneuerbaren-Verbände reagierten empört und warnten vor einem fatalen Signal für Investoren.
Doch was bedeutet das in der Praxis? Beamte wechseln die Abteilung, die Zuständigkeiten bleiben. Ein einziger Förder-Euro ist damit noch nicht gestrichen. Für Beobachter wirkt das eher wie Symbolpolitik als wie ernsthafter Subventionsabbau – also genau das, was Reiche seit Monaten fordert.
Die Quote im Heizungskeller
Viel wichtiger ist das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Die 65-Prozent-Regel der Ampel fällt weg, alte Öl- und Gasheizungen dürfen weiterlaufen. Klingt nach einer Entlastung. Allerdings kommt der Zwang jetzt über den Brennstoff.
Nach den bekannt gewordenen Eckpunkten müssen Lieferanten ab 2028 einen Mindestanteil klimafreundlicher Gase beimischen, anfangs ein Prozent. Für neu eingebaute Heizungen soll außerdem eine sogenannte Bio-Treppe gelten:
- ab 2029 mindestens 10 Prozent Bioanteil
- ab 2030 mindestens 15 Prozent
- ab 2035 mindestens 30 Prozent
- ab 2040 mindestens 60 Prozent
Im Ausgangsbericht heißt es, bis 2045 – dem Jahr der angestrebten Klimaneutralität – solle die Quote auf 100 Prozent steigen. Damit würde die fossile Heizung zwar nicht verboten, aber auf Raten unwirtschaftlich gemacht.
Biomethan: Klimaneutral, aber teuer
Gemeint ist vor allem Biomethan aus Gülle, Bioabfällen oder Energiepflanzen. Der Haken ist der Preis. Einem im Bericht genannten Vergleich zufolge kostet reines Biomethan rund 40 Prozent mehr als normales Erdgas. Schon ein Tarif mit nur zehn Prozent Bioanteil liegt demnach etwa 23 Prozent darüber.
Die Folge ist leicht vorherzusehen. Die Gasheizung wird künstlich verteuert, bis die Wärmepumpe plötzlich als die „günstigere“ Wahl erscheint. Eine echte Wahl haben die Bürger dann nicht mehr, nur noch zwei teure Möglichkeiten.
Doppelt zur Kasse gebeten
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet in einem Einfamilienhaus samt Einbau laut dem Bericht schnell 20.000 bis 35.000 Euro, in schwierigen Fällen auch deutlich mehr. Der Staat fördert mindestens 30 Prozent. Mit Boni sind dem Bericht zufolge bis zu 22.400 Euro Zuschuss möglich.
Wer das bezahlt? Der Steuerzahler. Er zahlt höhere Energiepreise und finanziert zugleich die Subventionen. Der Energieökonom Manuel Frondel schätzt die Kosten der Heizungswende bis 2045 auf rund 225 Milliarden Euro.
Sechs Billionen und die Frage nach dem Vertrauen
Diese Zahl ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren Betrags. Eine Studie von Prognos im Auftrag der KfW beziffert den Investitionsbedarf bis zur Klimaneutralität 2045 auf rund sechs Billionen Euro. Das sind im Schnitt etwa 290 Milliarden Euro pro Jahr, die zum größten Teil Unternehmen und Privathaushalte tragen sollen.
Pikant ist auch Reiches Lebenslauf. Bevor sie Ministerin wurde, war sie unter anderem Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen, der die Stadtwerke vertritt, und Chefin des Energieversorgers Westenergie. Kritiker fragen deshalb, für wen die Grüngasquote eigentlich gemacht ist. Eigentümer, die viel Geld in ihre Ölkessel und Gasthermen gesteckt haben, sehen den Wert dieser Anlagen jedenfalls schwinden.
Die Union hatte im Wahlkampf versprochen, das Heizungsgesetz abzuschaffen. Herausgekommen ist ein Gesetz mit neuem Namen, das wieder auf Zwang setzt, nur auf leisere Art. Wer erlebt, wie schnell der Staat Werte im eigenen Heizungskeller entwerten kann, sucht verständlicherweise nach Vermögen, das unabhängig von politischen Vorgaben besteht. Physisches Gold und Silber können dafür als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein.
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