Kettner Edelmetalle
25.03.2026
06:15 Uhr

Razzia bei Rothschild-Bank: Epstein-Verbindungen fĂŒhren Ermittler nach Paris

Was sich wie der Plot eines dĂŒsteren Polit-Thrillers liest, ist bittere RealitĂ€t: Französische Ermittler haben am vergangenen Freitag die Pariser BĂŒros der Schweizer Privatbank Edmond de Rothschild durchsucht. Der Grund? Eine Korruptionsermittlung, die direkt in das Netzwerk des verstorbenen SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein fĂŒhrt. Die Chefin des Bankhauses, Ariane de Rothschild, war bei der Durchsuchung persönlich anwesend.

Ein Diplomat im Zentrum des Skandals

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht Fabrice Aidan, ein französischer Diplomat mittleren Ranges, der zwischen 2006 und 2013 an die Vereinten Nationen abgeordnet war und anschließend – von 2014 bis 2016 – bei der Rothschild-Bank arbeitete. Sein Name tauche in mehr als 200 Dokumenten auf, die das US-Justizministerium freigegeben habe. Darunter befĂ€nden sich E-Mails, die er zwischen 2010 und 2016 von seinen privaten sowie UN-Konten an Jeffrey Epstein geschickt haben soll.

Besonders brisant: Einige dieser E-Mails enthielten offenbar vertrauliche Briefings des UN-Sicherheitsrats und andere geheime Dokumente, die an den mittlerweile verstorbenen SexualstraftĂ€ter weitergeleitet worden seien. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen – hochsensible Informationen der Vereinten Nationen, möglicherweise weitergereicht an einen Mann, der ein globales Netzwerk des Missbrauchs betrieben haben soll. Aidan bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Die Rothschild-Verbindung zu Epstein

Doch der Fall reicht tiefer, als es auf den ersten Blick scheint. Ariane de Rothschild selbst tauchte in den im Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten auf. Die Dokumente zeigten, dass sie ĂŒber Jahre hinweg eine persönliche Korrespondenz mit Epstein gepflegt habe – und zwar bis zu dessen Verhaftung im Jahr 2019. Ein Sprecher der Bank erklĂ€rte damals, Epstein sei von 2013 bis 2019 ein „geschĂ€ftlicher Bekannter" de Rothschilds gewesen. Von dessen kriminellen Machenschaften habe sie nichts gewusst.

Wirklich? Die Frage drĂ€ngt sich geradezu auf, wie eng die Verflechtungen zwischen der Hochfinanz und einem der berĂŒchtigtsten Kriminellen der jĂŒngeren Geschichte tatsĂ€chlich waren. Jeffrey Epstein bewegte sich jahrzehntelang in den höchsten Kreisen der Macht – unter Politikern, MilliardĂ€ren, Bankern und Adeligen. Sein mysteriöser Tod in einer New Yorker GefĂ€ngniszelle im August 2019, offiziell als Suizid deklariert, hat bis heute mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.

Ermittlungen wegen „passiver Korruption"

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der passiven Korruption eines auslĂ€ndischen AmtstrĂ€gers sowie der Beihilfe zu dieser Straftat. Die Ermittlungen werden von Frankreichs Zentralstelle zur BekĂ€mpfung von Korruption sowie Finanz- und Steuerdelikten gefĂŒhrt. Aidan sei bereits Ende Februar in einer freiwilligen Befragung vernommen worden.

Das französische Außenministerium teilte mit, es habe eine eigene Verwaltungsuntersuchung abgeschlossen, in deren Rahmen rund 30 Befragungen durchgefĂŒhrt worden seien. Alle aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter hĂ€tten kooperiert. Disziplinarische Maßnahmen wĂŒrden erwogen.

Auch die Schweizer Aufsicht schaut genauer hin

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma erklĂ€rte auf Nachfrage, sie berĂŒcksichtige alle verlĂ€sslichen Informationen in ihrer AufsichtstĂ€tigkeit und fĂŒhre vertiefte PrĂŒfungen durch, wenn Zweifel an der IntegritĂ€t von GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten bestĂŒnden. Die Schweizer Bundesanwaltschaft reagierte zunĂ€chst nicht auf Anfragen, ob auch dort Ermittlungen eingeleitet worden seien. Die Genfer Staatsanwaltschaft lehnte jeglichen Kommentar ab.

Die Bank Edmond de Rothschild betonte ĂŒber eine nahestehende Quelle, man kooperiere vollumfĂ€nglich mit der Justiz. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden, sobald Verdachtsmomente gegen den ehemaligen Mitarbeiter aufgetaucht seien.

Ein Netzwerk, das bis heute nicht vollstÀndig aufgedeckt ist

Der Fall Epstein bleibt eines der dunkelsten Kapitel der jĂŒngeren Zeitgeschichte. Trotz der Freigabe tausender Dokumente durch die US-Justiz sind die wahren Ausmaße seines Netzwerks nach wie vor nicht vollstĂ€ndig bekannt. Dass nun auch eine der traditionsreichsten europĂ€ischen Privatbanken in den Strudel der Ermittlungen gerĂ€t, zeigt einmal mehr, wie tief die Tentakel dieses Netzwerks in die Strukturen der globalen Finanzelite reichten.

FĂŒr den aufmerksamen Beobachter ist dies ein weiterer Beleg dafĂŒr, dass die Verflechtungen zwischen Hochfinanz, Politik und organisiertem Verbrechen weit enger sind, als es die Öffentlichkeit wahrhaben möchte. WĂ€hrend normale BĂŒrger fĂŒr kleinste Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden, scheinen die MĂ€chtigen dieser Welt ĂŒber Jahrzehnte hinweg in einem Paralleluniversum der Straflosigkeit zu operieren. Es bleibt zu hoffen, dass die französischen Ermittler den Mut aufbringen, diesem Sumpf wirklich auf den Grund zu gehen – und nicht, wie so oft in der Vergangenheit, an den unsichtbaren Mauern der Macht abprallen.

In Zeiten wie diesen, in denen das Vertrauen in Institutionen und das etablierte Finanzsystem zunehmend erodiert, suchen immer mehr Menschen nach Wegen, ihr Vermögen unabhĂ€ngig von den UnwĂ€gbarkeiten des Bankensystems zu sichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten hier seit Jahrtausenden eine bewĂ€hrte Möglichkeit, Werte außerhalb des Zugriffs fragwĂŒrdiger Finanzstrukturen zu bewahren – ein Aspekt, der angesichts solcher EnthĂŒllungen aktueller denn je erscheint.

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