
Raubtierpolitik im 21. Jahrhundert: Teilen sich Trump, Putin und Xi die Welt auf?

Was sich derzeit auf der weltpolitischen BĂŒhne abspielt, lĂ€sst selbst hartgesottene Beobachter erschaudern. Der amerikanische MilitĂ€rschlag gegen Venezuela â ein Coup, der mit chirurgischer PrĂ€zision durchgefĂŒhrt wurde â wirft Fragen auf, die weit ĂŒber das sĂŒdamerikanische Land hinausreichen. Handelt es sich hier um einen abgesprochenen Deal zwischen den drei mĂ€chtigsten MĂ€nnern der Welt? Die Vermutung mag gewagt klingen, doch sie ist keineswegs aus der Luft gegriffen.
Ein brillanter Völkerrechtsbruch
Der Angriff der USA auf Venezuela war militĂ€risch gesehen ein MeisterstĂŒck â und zugleich ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. Doch seien wir ehrlich: Das Völkerrecht war schon immer nur ein Spiegelbild der tatsĂ€chlichen MachtverhĂ€ltnisse auf diesem Planeten. Im Ernstfall zĂ€hlt es so viel wie das Papier, auf dem es geschrieben steht. Die Amerikaner verfolgen mit dieser Aktion ein klares Ziel: die Absicherung ihrer Vorherrschaft in der westlichen HemisphĂ€re und das Fernhalten von Russland und China von den venezolanischen Rohstoffen, allen voran dem Ăl.
Trump folgt damit einem Muster, das wir bereits von Putin kennen. Der russische PrÀsident griff die Ukraine vor allem deshalb an, um das Vordringen der amerikanischen NATO-Allianz in seiner EinflusssphÀre zu stoppen. Zwei Seiten derselben Medaille, könnte man meinen.
Die groĂe Absprache?
Die Theorie, dass dieser Schlag gegen Venezuela mit Moskau und Peking abgesprochen war, mag auf den ersten Blick wie eine Verschwörungstheorie klingen. Doch betrachten wir die Fakten: Wie konnte eine solche Operation derart reibungslos ablaufen? Venezuela war durch russische und chinesische Investitionen durchaus gerĂŒstet. Die vorhandenen Waffen hĂ€tten zumindest die langsam fliegenden Helikopter problemlos vom Himmel holen können. Stattdessen: kein nennenswerter Widerstand.
Berichten zufolge sollen Russland und China kurz vor Weihnachten den gesamten venezolanischen Silberschatz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit GroĂraumflugzeugen abtransportiert haben. Wenn das stimmt, wussten beide MĂ€chte offenbar genau, was kommen wĂŒrde. Die Frage drĂ€ngt sich auf: Was haben sie im Gegenzug bekommen?
Taiwan und die Ukraine als Verhandlungsmasse?
Die Antwort könnte erschreckend einfach sein: China bekommt Taiwan, Russland die Ukraine. Eine Neuaufteilung der Welt unter den drei groĂen Raubtieren, wie sie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr stattgefunden hat. Willkommen in der neuen, alten Welt der Reviere!
FĂŒr Europa wĂ€re dies ein Albtraum. Die Milliarden, die in die Ukraine gepumpt wurden, wĂ€ren verloren. Die deutsche Wirtschaft, ohnehin am Boden, wĂŒrde den finalen TodesstoĂ erhalten. Und die EU? Sie steht da wie ein zahnloser Tiger, unfĂ€hig, sich selbst zu verteidigen, wĂ€hrend die GroĂmĂ€chte ĂŒber ihre Köpfe hinweg Fakten schaffen.
Das Ende der regelbasierten Ordnung
Was wir gerade erleben, könnte das endgĂŒltige Ende der UNO als relevante Institution markieren. Sie scheint inzwischen so wenig respektiert zu werden wie einst der Völkerbund kurz vor seinem Zusammenbruch. Die sogenannte "regelbasierte Ordnung", die der Westen so gerne beschwört, entpuppt sich als das, was sie immer war: ein Instrument der MĂ€chtigen, das nur so lange gilt, wie es ihren Interessen dient.
Jeffrey Sachs, der renommierte amerikanische Ăkonom, bringt es auf den Punkt: "Wir haben einen Schurkenstaat." Gemeint sind die USA unter Trump. Doch ist das wirklich neu? Die Geschichte amerikanischer Interventionen â von Vietnam ĂŒber den Irak bis Libyen â spricht eine deutliche Sprache.
Was bedeutet das fĂŒr Deutschland?
FĂŒr Deutschland und Europa stellt sich die bange Frage: Wo stehen wir in dieser neuen Weltordnung? Die Antwort ist ernĂŒchternd: am Katzentisch. WĂ€hrend die GroĂmĂ€chte ihre EinflusssphĂ€ren abstecken, diskutiert man in Berlin ĂŒber Gendersprache und KlimaneutralitĂ€t. Die neue GroĂe Koalition unter Kanzler Merz hat zwar vollmundig ein 500-Milliarden-Sondervermögen angekĂŒndigt, doch was nĂŒtzt Infrastruktur, wenn man geopolitisch bedeutungslos ist?
Die Schweiz zieht daraus ĂŒbrigens die richtigen SchlĂŒsse: ZurĂŒck zur absoluten NeutralitĂ€t, immerwĂ€hrend, bewaffnet, umfassend. Eine Option, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg hatte â und die Adenauer zugunsten der NATO-Mitgliedschaft verwarf. Diese Chance kommt nicht wieder.
Die RĂŒckkehr der Machtpolitik
Was wir derzeit beobachten, ist nichts anderes als die RĂŒckkehr der klassischen Machtpolitik des 19. Jahrhunderts. Die Illusionen einer friedlichen Weltordnung, in der internationale Institutionen und VertrĂ€ge das Zusammenleben der Völker regeln, zerplatzen wie Seifenblasen. Am Ende zĂ€hlt nur eines: Wer hat die gröĂeren Bataillone?
FĂŒr den deutschen BĂŒrger bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit. Die Zeiten, in denen man sich auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen konnte, sind vorbei. Trump macht unmissverstĂ€ndlich klar, dass Amerika nur noch amerikanische Interessen verfolgt. Europa muss endlich erwachsen werden â oder untergehen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Theorie der groĂen Absprache zwischen Trump, Putin und Xi Substanz hat. Eines jedoch steht bereits fest: Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Und Deutschland tĂ€te gut daran, sich darauf einzustellen, anstatt weiter in ideologischen TrĂ€umereien zu verharren.










