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Casa de Moneda de México im Portrait: Die älteste Prägestätte Amerikas hinter Libertad, Centenario und dem Silber-Peso

Am 11. Mai 1535 unterzeichnete die spanische Krone den Erlass, der in Mexiko-Stadt die erste Münzstätte des amerikanischen Kontinents begründete. Aus ihren Werkstätten kam der Silberpeso, mit dem über Jahrhunderte zwischen Sevilla, Manila, Kanton und Boston bezahlt wurde. Heute prägt dieselbe Institution, die Casa de Moneda de México, die Anlagemünze Libertad – in Auflagen, die beim Gold in manchen Jahren nur drei- bis vierstellig ausfallen. Unser Portrait zeigt, wie aus der ältesten Prägestätte Amerikas der Hersteller einer Anlagemünze mit auffallend kleinen Stückzahlen wurde und warum Mexiko seine wertvollsten Münzen ausgerechnet ohne Nennwert ausgibt.

Von den Häusern Moctezumas bis San Luis Potosí: fast 500 Jahre Prägegeschichte

1535: eine Münzstätte für Neuspanien

Gut ein Jahrzehnt nach dem Fall Tenochtitlans im Jahr 1521 fehlte im Vizekönigreich Neuspanien vor allem eines: verlässliches Geld. Bezahlt wurde mit Kakaobohnen und mit ungemünztem Gold und Silber, dessen Gewicht und Reinheit niemand zuverlässig kannte. Die Krone reagierte mit einer Real Cédula vom 11. Mai 1535: In Mexiko sollte eine eigene Casa de Moneda entstehen. Umgesetzt hat den Erlass der erste Vizekönig, Antonio de Mendoza.

Die ersten Werkstätten lagen in den sogenannten Casas viejas des Moctezuma, die damals Hernán Cortés gehörten. Schon 1536 zog die Münzstätte in ein Gebäude neben dem Palast des Vizekönigs; die Straße dort heißt bis heute Calle de Moneda. Der Erlass schrieb auch vor, dass die Münzen ein M tragen müssen, „para que se conozca que se hizo en México“ – damit man erkenne, dass sie in Mexiko hergestellt wurden.

Noch 1536 entstanden die ersten Stücke vom Typ „Carlos y Juana“, benannt nach König Karl I., als Kaiser Karl V., und seiner Mutter Johanna. Es waren von Hand geprägte Silbermünzen zu ½ bis 4 Reales sowie Kupfermünzen zu 2 und 4 Maravedíes. Der Münzwardein Francisco del Rincón zeichnete sie mit seinem Buchstaben R zwischen den Herkulessäulen. Die Münzstätten in Lima und Potosí folgten erst Jahrzehnte später: Mexiko war die erste Prägestätte Amerikas und ist bis heute die älteste, die noch arbeitet.

Kolonialzeit: die größte Münzstätte der Welt

Mit dem Silber aus Zacatecas, Guanajuato und anderen Bergbaurevieren wuchs die Münzstätte rasch. Lange Zeit entstanden die Münzen von Hand: Arbeiter schnitten Stücke von einem Silberstreifen ab und schlugen sie zwischen zwei Stempeln. Diese unregelmäßigen Macuquinas hatten zwar das vorgeschriebene Gewicht, ließen sich aber leicht beschneiden. Ab 1679 kamen in begrenzten Mengen Goldmünzen hinzu.

1732 übernahm die Krone die Münzstätte in eigene Verwaltung. Im selben Jahr begann die Maschinenprägung des Columnario, im deutschen Sprachraum als Säulenpiaster bekannt: rund, mit Randverzierung gegen das Beschneiden, zwei Weltkugeln zwischen den Herkulessäulen. Ab den 1770er-Jahren folgte der Büstentyp mit dem Bildnis des jeweiligen Königs. Als Alexander von Humboldt 1803 Mexiko-Stadt besuchte, beschrieb er die Casa de Moneda als die größte und reichste der Welt. Die überlieferten Zahlen aus dieser Zeit sprechen von rund 400 Arbeitern und einer Jahresprägung von mehr als 30 Millionen Pesos.

Der historische Bau in der Calle de Moneda steht noch. Heute beherbergt er das Museo Nacional de las Culturas del Mundo, wenige Schritte vom Zócalo entfernt.

Kolonialer Innenhof aus rotem Tezontle-Stein mit Arkaden in Mexiko-Stadt in der Abenddämmerung
Arkaden und roter Tezontle-Stein: In Kolonialbauten wie diesen rund um den Zócalo begann 1536 die Münzprägung Amerikas (Symbolbild).

Republik, Pächter und der Weg nach San Luis Potosí

Während des Unabhängigkeitskriegs ab 1810 entstanden Münzstätten in den Provinzen, das Monopol der Hauptstadt war damit Geschichte. Zwischen 1847 und 1893 verpachtete der Staat die Prägung an private Betreiber, darunter eine englische Gesellschaft, die Dampfmaschinen in die Münzproduktion brachte. 1861 ordnete Präsident Benito Juárez den Wechsel zum Dezimalsystem an. Erst 1895, unter Porfirio Díaz und seinem Finanzminister José Yves Limantour, endeten die Pachtverträge, und die Münzstätte kam wieder unter staatliche Regie.

Mit der Währungsreform von 1905 führte Mexiko den Goldstandard ein; die Münzen trugen fortan die Legende „Estados Unidos Mexicanos“. 1910 erschien der „Peso de caballito“ des französischen Graveurs Charles Pillet, der als erste Gedenkmünze des Landes gilt. 1925 wurde der Banco de México gegründet, der seitdem die Münzen in Umlauf bringt, die die Casa de Moneda herstellt. 1970 zog die Prägung an die Calzada de Legaria in der Hauptstadt, seit 1983 läuft sie im modernen Werk in San Luis Potosí. Die Verwaltung blieb in Mexiko-Stadt.

Ihr Gründungsdatum pflegt die Prägestätte bis heute. Zum 491. Jahrestag am 11. Mai 2026 erinnerte sie auf X daran:

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Der Silberpeso: Mexikos Münze für die Welt

Die eigentliche Weltkarriere machte eine einzelne Münze: das Achterreal, real de a ocho, auch Peso oder Piaster genannt und im englischen Sprachraum als „Spanish dollar“ bekannt. Die große Silbermünze von rund 27 Gramm war vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ein Zahlungsmittel, das in Europa ebenso angenommen wurde wie in China, Japan und den späteren Vereinigten Staaten. Ein großer Teil dieser Münzen stammte aus Mexiko-Stadt.

Der Weg nach Asien führte über die Manila-Galeonen: Von 1565 bis 1815 brachten spanische Schiffe mexikanisches Silber von Acapulco auf die Philippinen, von dort gelangte es nach China. Chinesische Händler prüften die Münzen und schlugen kleine Kontrollzeichen ein, sogenannte Chopmarks, die heute bei Sammlern gesucht sind. In Nordamerika war der Spanish dollar so verbreitet, dass sich der US-Dollar an ihm orientierte; erst 1857 verloren ausländische Münzen in den USA ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Wie die USA danach ihr eigenes Münzwesen aufbauten, beschreibt unser Portrait der US Mint.

Warum gerade diese Münze? Die Antwort ist schlicht und bis heute aktuell:

  • Prüfbarer Gehalt: Gewicht und Feingehalt waren bekannt und über lange Zeit weitgehend stabil.
  • Wiedererkennbarkeit: Säulen, Wappen und Münzzeichen machten Herkunft und Typ auf einen Blick sichtbar.
  • Verfügbarkeit: Mexikos Minen lieferten Silber in Mengen, die über lange Zeit zu den größten der Welt zählten.
  • Vertrauen ins Metall: Wer einen Peso annahm, verließ sich auf das Silber, nicht auf das Versprechen eines fernen Königs.

Die Spuren reichen weit. In Ostasien bedeuten Yuan und Yen ursprünglich „rund“ – gemeint waren die runden Silberdollar, unter denen der mexikanische Peso lange Zeit der wichtigste war. Mehr zur Herkunft des Begriffs finden Sie im Lexikoneintrag zum Peso. Für heutige Anleger steckt darin eine Lehre: Der Peso wurde nicht Weltgeld, weil ein Staat es so verfügte, sondern weil die Menschen dem Metall vertrauten. Vertrauen entstand durch Gewicht, nicht durch Dekret.

Wie sich der Silberpreis langfristig entwickelt hat, zeigt der folgende Chart:

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Mo statt OM: das Münzzeichen richtig lesen

Wer mexikanische Münzen genauer betrachtet, stößt auf ein kleines Zeichen: ein großes M, über dem ein kleines o sitzt. Das ist das Münzzeichen der Casa de Moneda de México, und es geht direkt auf den Erlass von 1535 zurück, der das M vorschrieb. Das kleine o ist eine Abkürzungshilfe, wie man sie vom Zeichen „Nº“ kennt: Mo steht für México. Seit wann genau das o hinzukam, ist nicht eindeutig überliefert. Die Prägestätte selbst nutzt das M mit dem kleinen o bis heute als Symbol auf Münzen und Medaillen.

Im deutschsprachigen Handel liest man häufig „OM“. Das ist ein Lesefehler: Das o steht nicht vor dem M, sondern darüber. Internationale Kataloge sowie Prüf- und Bewertungsdienste schreiben das Zeichen als „Mo“ und hängen es an die Jahreszahl an, etwa „2000-Mo“ auf den Etiketten von PCGS.

Praxistipp: Spricht ein Angebot von einer „OM-Variante“, handelt es sich nicht um eine eigene Ausführung. Gemeint ist schlicht das reguläre Münzzeichen Mo der Casa de Moneda de México.

Bemerkenswert ist, dass das Zeichen den Umzug überstanden hat. Obwohl seit 1983 in San Luis Potosí geprägt wird, tragen die Münzen weiter das Mo der Hauptstadt und nicht das historische Kürzel jener Stadt. Zur Einordnung die wichtigsten historischen Münzzeichen Mexikos:

  • Mo – Mexiko-Stadt, heute Casa de Moneda de México
  • Go – Guanajuato
  • Zs – Zacatecas
  • Ca – Chihuahua
  • Do – Durango
  • Ga – Guadalajara
  • Pi – San Luis Potosí
  • Cn – Culiacán

Casa de Moneda, Banco de México, Hacienda: wer im mexikanischen Münzwesen entscheidet

Anders als die US Mint oder die Royal Canadian Mint tritt die Casa de Moneda im Ausland kaum als eigene Marke auf. Das liegt an der Arbeitsteilung, die das mexikanische Münzwesen seit der Gründung der Notenbank 1925 bestimmt:

  • Congreso de la Unión: Das Parlament legt per Dekret fest, welche Münzen es gibt und welche Merkmale sie haben.
  • Banco de México: Die Notenbank ist Emittent. Sie erteilt die Prägeaufträge, bestimmt bei Gold- und Silbermünzen den täglichen Kurs und vertreibt die Libertad über nationale und internationale Distributoren.
  • Casa de Moneda de México: Die Prägestätte ist Hersteller. Rechtlich ist sie eine dezentrale Behörde des Finanzministeriums, den Vorsitz ihres Verwaltungsrats (Junta de Gobierno) führt der Finanzminister. Neben Münzen produziert und vertreibt sie Medaillen.
  • Secretaría de Hacienda y Crédito Público: Das Finanzministerium ist die übergeordnete Behörde der Prägestätte.

Gesetzliches Zahlungsmittel ohne Nennwert

Für Anleger ist eine Vorschrift besonders aufschlussreich: Artikel 2 Bis des mexikanischen Münzgesetzes, der Ley Monetaria. Danach tragen Gold- und Silbermünzen wie die Libertad keinen aufgeprägten Nennwert. Stattdessen legt der Banco de México täglich ihren Kurs fest, abgeleitet vom internationalen Metallpreis, und ist verpflichtet, die Münzen in unbegrenzter Menge zu diesem Kurs anzunehmen. Die Libertad ist damit gesetzliches Zahlungsmittel – nur eben eines, dessen Wert der Staat nicht beziffert, sondern vom Markt ableitet.

Bei vielen anderen Anlagemünzen steht dagegen ein symbolischer Nennwert auf der Münze, etwa 50 Kanadische Dollar beim Gold-Maple-Leaf zu einer Unze, weit unter dem Metallwert. Welche Rolle diese Zahl für Anleger tatsächlich spielt, erklärt unser Beitrag zum Nennwert von Anlagemünzen.

„Peso: Moneda fuerte“? Ein Blick zurück

Dass die Prägestätte Teil des Finanzministeriums ist, zeigt auch ihr X-Kanal. Neben Beiträgen zu Münzen und Jubiläen verbreitet er Regierungsbotschaften. Zum Regierungsbericht Ende August 2026 hieß es dort am 31. August unter anderem „Peso: Moneda fuerte“ – der Peso sei eine starke Währung –, Inflation und Grundwarenkorb seien „Controladas“, also unter Kontrolle.

Das ist die offizielle Sicht der Regierung. Die Geschichte des Pesos seit den 1970er-Jahren liest sich anders:

  • 1976: Ende des seit 1954 geltenden festen Kurses von 12,50 Pesos je US-Dollar, der Peso wird kräftig abgewertet.
  • 1982: Schuldenkrise. Dollar-Guthaben bei mexikanischen Banken, die sogenannten Mexdólares, werden nur noch in Pesos ausgezahlt – zu einem amtlich festgelegten Kurs, der unter dem Marktkurs liegt. Am 1. September folgt die Verstaatlichung der Banken.
  • 1993: Einführung des Nuevo Peso – 1.000 alte Pesos werden zu einem neuen.
  • 1994/95: Tequila-Krise. Binnen weniger Monate verliert der Peso rund die Hälfte seines Außenwerts gegenüber dem Dollar.

Unsere Einschätzung: Wenn der Kanal einer staatlichen Prägestätte die eigene Währung zur starken Währung erklärt, ist das Regierungskommunikation, keine Garantie. Mexikanische Sparer haben innerhalb einer Generation erlebt, wie ihr Geld abgewertet wurde und der Staat anschließend auf ihre Dollarkonten zugriff. Die Libertad entstand genau in diesen Jahren. Dass derselbe Staat ihren Wert nicht festlegt, sondern täglich vom Weltmarkt ableitet, halten wir für das ehrlichste Eingeständnis im mexikanischen Geldwesen: Den Wert des Metalls kann keine Regierung beschließen.

Die Libertad: Mexikos Anlagemünze seit 1981

Gold zuerst: das Programm von 1981

Die Libertad ist ein Kind der Edelmetallhausse. Laut Jahresbericht des Banco de México stieg der Goldpreis allein 1979 von 227 auf 524 US-Dollar je Unze. Am 7. Januar 1981 erschien das Dekret für ein „Programa de Monedas de Oro“, noch im selben Jahr kamen Goldmünzen zu ¼, ½ und 1 Unze auf den Markt. Sie enthielten jeweils die angegebene Menge Feingold, allerdings in einer Legierung mit einem Feingehalt von 900 Tausendsteln. Eine Unzenmünze von 1981 ist daher schwerer als eine heutige.

Silber ab 1982, Feingold ab 1991

Mit dem Dekret vom 27. Dezember 1981 folgte die Silber-Libertad, die seit 1982 durchgehend aus Feinsilber 999 besteht. Beim Gold vollzog Mexiko diesen Schritt erst 1991: Die „Serie Libertad Oro“ löste die 900er-Prägungen ab und wird seitdem in Feingold 999 ausgegeben. Heute gibt es die Libertad in Gold und Silber in derselben Gestaltung, beim Silber in einer Spanne von 1/20 Unze bis zu einem Kilogramm. Ein Kuriosum blieb die Platin-Libertad: 1989 entstanden lediglich 3.500 Exemplare zu ¼ Unze.

Siegesgöttin vor zwei Vulkanen

Das Motiv geht auf den Centenario von 1921 zurück. Es zeigt die geflügelte Siegesgöttin der Unabhängigkeitssäule in Mexiko-Stadt, den „Ángel de la Independencia“, mit Lorbeerkranz und gesprengter Kette, dahinter die Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl. In mexikanischer Lesart ist das übrigens die Rückseite (Reverso); als Vorderseite (Anverso) gilt die Seite mit dem Staatswappen. Die Gestaltung hat sich über die Jahre verändert:

  • Frontalansicht: Bei Gold bis 1999, bei Silber bis 1995 blickt die Siegesgöttin frontal auf den Betrachter.
  • Dreiviertelansicht: Seit 1996 beim Silber und seit 2000 beim Gold zeigt eine neue, detailreichere Gestaltung die Figur leicht gedreht. Die Silberunze wuchs 1996 zudem von 36 auf 40 Millimeter Durchmesser und wurde flacher.
  • Neues Wappen: Seit 2000 umgeben bei der Silber-Libertad zehn historische Formen des mexikanischen Wappens das heutige Staatswappen.
Silbermünze 1 Unze Mexiko Libertad 2026 auf dunklem Silbererz im kühlen Licht
Die Silber-Libertad 2026 zu einer Unze, geprägt von der Casa de Moneda de México in San Luis Potosí.

Prägequalitäten: Stempelglanz, Proof, Reverse Proof

Die Libertad erscheint in mehreren Qualitäten: als Anlagemünze in Stempelglanz (englisch Brilliant Uncirculated, kurz BU), beim Gold seit 1989 zusätzlich in Polierter Platte (Proof) für Sammler sowie als Reverse Proof. Bei Letzterer erscheint das Motiv glänzend poliert auf mattem Grund, also umgekehrt wie bei der klassischen Polierten Platte. Ausführliche Kaufhinweise bietet unser Ratgeber zur Mexican Libertad.

Durchmesser der Libertad nach Stückelung (Feingehalt 999)
StückelungGoldSilber
1 Kilogramm–110 mm
5 Unzen–65 mm
2 Unzen–48 mm
1 Unze34,5 mm40 mm
½ Unze29 mm33 mm
¼ Unze23 mm27 mm
1/10 Unze16 mm20 mm
1/20 Unze13 mm16 mm

Kleine Auflagen: was das für Aufgeld und Wiederverkauf bedeutet

Bei der Libertad fällt ein Merkmal sofort auf: die geringe Stückzahl. Während große Silber-Anlagemünzen wie der Maple Leaf oder der American Eagle in Millionenauflagen erscheinen, sind die Zahlen aus Mexiko oft bescheiden, beim Gold teils extrem. Einige Werte aus den Katalogangaben:

Ausgewählte Auflagen der Libertad
MünzeJahrgangAuflage
Gold, 1 Unze (Feingehalt 900), Stempelglanz1981596.000
Gold, 1 Unze, Stempelglanz20201.100
Gold, 1 Unze, Stempelglanz20211.050
Gold, 1 Unze, Stempelglanz20221.900
Gold, 1/20 Unze, Stempelglanz2020700
Gold, Polierte Platte, je Stückelung2020250
Silber, 1 Unze, Stempelglanz19821.050.000
Silber, 1 Unze, Stempelglanz2020300.000
Silber, 1 Unze, Stempelglanz2022350.000

Quelle: Standard Catalog of World Coins (Krause) und darauf beruhende Auflagenlisten; je nach Katalog können die Angaben leicht abweichen.

Von fast 600.000 Unzenmünzen im ersten Jahr auf rund 1.000 Stück in den frühen 2020er-Jahren: Die Goldauflage in Stempelglanz ist damit auf weniger als ein Prozent des Startjahrgangs geschrumpft. Für Käufer hat das handfeste Folgen:

  • Höheres Aufgeld beim Kauf: Weil kleine Stückzahlen auf die Nachfrage von Sammlern treffen, liegt der Aufschlag auf den Metallwert bei der Libertad häufig über dem der großen Standardmünzen.
  • Der Jahrgang spielt eine Rolle: Anders als bei Millionenmünzen kann der Jahrgang den Preis beeinflussen. Gesuchte Jahrgänge werden teils über dem Metallwert gehandelt, eine Gewähr dafür gibt es nicht.
  • Wiederverkauf: Händler kalkulieren beim Ankauf meist auf Basis des Metallwerts. Ob ein Sammleraufschlag beim Verkauf wieder hereinkommt, hängt von Jahrgang, Zustand und Marktlage ab.
  • Der Zustand zählt: Kratzer, Flecken oder Fingerabdrücke wiegen bei Münzen mit Sammlerwert schwerer als bei reiner Anlageware. Originalkapseln schützen.

Unsere Einschätzung: Die Libertad ist eine Mischform aus Anlage- und Sammlermünze. Wer möglichst viel Metall je Euro sucht, achtet auf das Aufgeld und greift im Zweifel zu Münzen mit großer Auflage. Wer dagegen bewusst Mexiko, Geschichte und geringe Stückzahlen verbinden will, nimmt den höheren Aufschlag in Kauf und sollte ihn als Preis für die Seltenheit verstehen, nicht als sichere Wertsteigerung. Einen direkten Vergleich mit der US-Konkurrenz zieht unser Beitrag Libertad oder American Eagle.

Centenario, Azteca und Hidalgo: die klassischen Goldpesos

Lange vor der Libertad hatte die Casa de Moneda bereits eine Goldmünze geschaffen, die bis heute weltweit gehandelt wird: den Centenario. Die 50-Pesos-Münze erschien 1921 zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit und enthält 37,5 Gramm Feingold bei einem Feingehalt von 900 Tausendsteln – rund 1,2 Unzen und damit deutlich mehr als eine Unze. Geprägt wurde sie von 1921 bis 1931 und von 1943 bis 1947; spätere Nachprägungen tragen durchgehend die Jahreszahl 1947. Sie zeigt dieselbe Siegesgöttin vor den Vulkanen, die später die Libertad übernahm.

Daneben entstanden kleinere Goldpesos, die heute meist nach ihrem Goldgehalt gehandelt werden, sowie Gedenkprägungen:

  • 20 Pesos „Azteca“ mit dem aztekischen Sonnenstein und rund 15 Gramm Feingold
  • Kleinere Goldpesos zu 10, 5, 2½ und 2 Pesos, die größeren davon mit dem Bildnis des Unabhängigkeitshelden Miguel Hidalgo
  • Gedenkmünzen (monedas conmemorativas) zu Jubiläen und Großereignissen, etwa zu den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt
Mexikanische Goldmünze 20 Pesos auf altem Holztisch im warmen Lampenlicht
Die Goldmünze zu 20 Pesos gehört mit dem Centenario zu den klassischen Goldpesos der Casa de Moneda de México.

Wie begehrt diese Münzen sind, zeigte ein Vorfall im Sommer 2019: Laut Berichten mexikanischer Medien erbeuteten Täter am 6. August 2019 in der Verkaufsstelle der Casa de Moneda am Paseo de la Reforma in Mexiko-Stadt rund 1.570 Centenarios sowie Gedenkmünzen und Uhren im Wert von zusammen etwa 51 Millionen Pesos. Mehr zu Gewicht und Varianten lesen Sie in unserem Centenario-Ratgeber, die Vorgeschichte des mexikanischen Goldes erzählt der Beitrag Das Gold der Azteken.

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Libertad 2026: der aktuelle Jahrgang und unsere Einordnung

Der Jahrgang 2026 setzt die Linie fort: Siegesgöttin in Dreiviertelansicht, Staatswappen auf der Vorderseite, Münzzeichen Mo, Feingehalt 999. Im Sortiment von Kettner Edelmetalle ist er zum Zeitpunkt der Recherche in diesen Ausführungen gelistet:

Endgültige Auflagenzahlen werden in der Regel erst nach Abschluss eines Jahrgangs in den Katalogen erfasst. Einen Überblick über weitere Prägungen aus dem Land bietet unser Beitrag Münzen und Barren aus Mexiko.

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Aktuelle Meldungen rund um Silber:

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Häufige Fragen zur Casa de Moneda de México

Wie alt ist die Casa de Moneda de México?

Die Prägestätte wurde per königlichem Erlass vom 11. Mai 1535 gegründet, die ersten Münzen entstanden 1536. Sie ist die älteste Münzstätte Amerikas, die bis heute arbeitet.

Wo wird die Libertad heute geprägt?

Seit 1983 prägt die Casa de Moneda im modernen Werk in San Luis Potosí. Die Verwaltung sitzt weiterhin in Mexiko-Stadt, und die Münzen tragen nach wie vor das Münzzeichen Mo der Hauptstadt.

Was bedeutet das Münzzeichen Mo – und warum lesen manche „OM“?

Mo ist die Abkürzung für México: ein großes M mit einem kleinen o darüber, ähnlich wie beim Zeichen „Nº“. Weil das o über dem M sitzt, wird es oft fälschlich als „OM“ gelesen. Kataloge und Bewertungsdienste schreiben „Mo“, etwa „2000-Mo“.

Warum hat die Libertad keinen Nennwert?

Nach Artikel 2 Bis der mexikanischen Ley Monetaria tragen Gold- und Silbermünzen wie die Libertad keinen Nennwert. Der Banco de México legt ihren Kurs täglich auf Basis des internationalen Metallpreises fest und ist verpflichtet, sie in unbegrenzter Menge zu diesem Kurs anzunehmen. Sie ist damit gesetzliches Zahlungsmittel mit marktabhängigem Wert.

Wer gibt die Libertad heraus – die Casa de Moneda oder der Banco de México?

Beide wirken zusammen: Die Casa de Moneda prägt die Münzen, der Banco de México ist Emittent, erteilt die Prägeaufträge und vertreibt die Libertad über nationale und internationale Distributoren an den Handel.

Warum ist das Aufgeld der Libertad oft höher als bei anderen Anlagemünzen?

Die Auflagen sind klein, beim Gold zuletzt teils nur rund 1.000 Unzenmünzen pro Jahr, und die Münze ist bei Sammlern gefragt. Beides treibt den Aufschlag auf den Metallwert. Ob sich dieser Aufschlag beim Wiederverkauf zurückholen lässt, hängt von Jahrgang, Zustand und Marktlage ab.

Was unterscheidet den Centenario von der Libertad?

Der Centenario ist eine historische 50-Pesos-Münze mit 37,5 Gramm Feingold in 900er-Legierung, geprägt ab 1921. Die Libertad ist die moderne Anlagemünze in Feingold oder Feinsilber 999 in Unzen-Stückelungen. Beide zeigen die Siegesgöttin vor den Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl.

Woran erkenne ich eine ältere Gold-Libertad mit 900er-Feingehalt?

Gold-Libertads der Jahrgänge 1981 bis 1990 wurden mit einem Feingehalt von 900 Tausendsteln geprägt. Sie enthalten dieselbe Menge Feingold wie die heutigen 999er-Münzen, sind wegen des Legierungsanteils aber schwerer. Bis 1999 zeigen die Goldmünzen zudem die Siegesgöttin in Frontalansicht.

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