Kettner Edelmetalle
14.07.2026
06:57 Uhr

Pulverfass Hormus: Wenn Washington und Teheran das Streichholz an die Weltwirtschaft halten

Es sind Bilder, die man aus schlechten Katastrophenfilmen zu kennen glaubt – und doch spielen sie sich gerade in der Realität ab. Zerstörte Gebäude in Teheran, aufsteigende Rauchsäulen über den Golfstaaten, Kampfjets, die von amerikanischen Trägern in die Nacht starten. Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat eine neue, gefährliche Stufe erreicht. Und mittendrin: die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt. Wer hier zündelt, zündelt an der Achillesferse der Weltwirtschaft.

Präzisionsschläge und Vergeltung – die Spirale dreht sich

Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump habe das amerikanische Militär eine umfangreiche Angriffswelle gegen iranische Ziele durchgeführt, so das Regionalkommando Centcom. Getroffen worden seien Dutzende Ziele – Luftabwehrsysteme, Radarstationen, Raketenstellungen, Drohnenstandorte und Munitionslager. Erstmals seien dabei sogar schwimmende Drohnen zum Einsatz gekommen. Offiziell heißt es, man wolle die Fähigkeit des Iran einschränken, den internationalen Schiffsverkehr zu bedrohen. Ein hehres Ziel, das freilich unabhängig nicht überprüfbar ist.

Teheran ließ sich nicht lange bitten. Die Revolutionsgarden meldeten postwendend Gegenschläge auf US-Einrichtungen in Jordanien, Kuwait und Bahrain. In Bahrain heulten die Sirenen, die Bevölkerung wurde aufgerufen, Schutz zu suchen. Bei einem Angriff auf die iranische Stadt Mahschahr sei nach iranischen Angaben ein Mensch getötet, vier weitere seien verletzt worden. Auge um Auge – ein Prinzip, das noch nie zu Frieden, sondern stets zu Blindheit auf allen Seiten geführt hat.

Die Meerenge, an der die Welt hängt

Im Zentrum steht die Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten sie kurzerhand für gesperrt – bis zum Ende aller amerikanischen Interventionen. Washington widerspricht: Die Wasserstraße sei offen, der Verkehr laufe, der Iran kontrolliere gar nichts. Zwei Darstellungen, ein Wahrheitsgehalt irgendwo dazwischen. Sicher ist nur eines: Wer diese Ader kappt, trifft nicht nur Reeder und Ölkonzerne, sondern jeden Autofahrer, jeden Heizungsbesitzer, jeden Verbraucher – auch und gerade in Deutschland.

Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert normalerweise diese Meerenge. Eine dauerhafte Blockade wäre ein wirtschaftlicher Erdbebenherd.

Steigende Ölpreise – und ein hausgemachtes Problem

Die Märkte reagierten prompt: Die Ölpreise schossen nach oben. Für ein Land wie Deutschland, das sich durch eine ideologisch getriebene Energiepolitik selbst der Handlungsfähigkeit beraubt hat, könnte das zum Bumerang werden. Man erinnere sich: Statt auf verlässliche Energieversorgung zu setzen, wurden funktionierende Kraftwerke abgeschaltet und die Republik in eine Abhängigkeit getrieben, die sie nun teuer bezahlen könnte. Wer sich vom Weltmarkt abhängig macht und gleichzeitig die eigenen Reserven mutwillig verschrottet, darf sich über explodierende Preise nicht wundern.

Diplomatie am Ende?

Trump sprach von gescheiterten Verhandlungen. Es habe die Chance auf eine Vereinbarung gegeben, doch der Iran habe erneut militärisch gehandelt. Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf konterte, die Zeit einseitiger Abkommen sei vorbei. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief besorgt und rief beide Seiten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Ob diese Appelle im Getöse der Raketen überhaupt noch gehört werden, bleibt fraglich.

Was das fĂĽr den Anleger bedeutet

Krisen dieser Größenordnung führen dem Bürger schmerzlich vor Augen, wie fragil unser Wohlstand tatsächlich ist. Papiervermögen, das von der Stabilität ferner Meerengen und der Laune von Präsidenten abhängt, kann binnen Stunden ins Wanken geraten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben dagegen in Jahrtausenden bewiesen, dass sie gerade in Zeiten geopolitischer Verwerfungen ihren Wert bewahren. Als solider Anker in einem stürmischen Portefeuille sind sie eine sinnvolle Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung.

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