
Pulverfass Hormus: Wenn die Weltwirtschaft an einer Meerenge hängt

Es ist die wohl gefährlichste Wasserstraße der Welt – und sie steht erneut in Flammen. Rund um die Straße von Hormus, jenes schmale Nadelöhr zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch das ein gewaltiger Teil des globalen Öls verschifft wird, liefern sich die USA und der Iran einen erbitterten Schlagabtausch. Was hier in den vergangenen Tagen geschehen ist, könnte die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft mit voller Wucht treffen.
Angriffe, Vergeltung, neue Angriffe – ein gefährliches Spiel
In der Nacht hätten amerikanische Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut zugeschlagen. Laut dem Regionalkommando CENTCOM seien zehn iranische Militärziele entlang der Straße von Hormus angegriffen worden – Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur. Es ist die jüngste Eskalationsstufe in einer Spirale, die sich Tag für Tag bedrohlicher dreht.
Auslöser, so heißt es, sei ein Angriff auf das unter Singapurs Flagge fahrende Containerschiff „Ever Lovely“ am 25. Juni gewesen. Washington benannte umgehend Teheran als Verantwortlichen und antwortete mit einer ersten Angriffswelle. Der Iran wiederum soll den Tanker „Kiku“ mit einer Drohne attackiert haben. Schlag, Gegenschlag, erneuter Schlag – eine fatale Choreografie, die jeden vernünftigen Beobachter erschaudern lassen muss.
Golfstaaten unter Beschuss
Besonders brisant: In der Nacht zum 28. Juni hätten die iranischen Revolutionsgarden auch Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain angegriffen. Über ihren Kanal „Sepah News“ verkündeten sie, in einem gemeinsamen Raketen- und Drohneneinsatz acht zentrale Infrastrukturziele der US-Armee zerstört zu haben – darunter der Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait und der Standort der 5. US-Marineflotte im bahrainischen Mina Salman.
„Wir verurteilen aufs Schärfste die erneute abscheuliche Aggression des Iran gegen den Staat Kuwait“, hieß es aus dem kuwaitischen Außenministerium.
Auch Bahrain meldete Explosionen, ließ Alarmsirenen heulen und rief die Bevölkerung auf, Schutz zu suchen. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht – doch das Muster ist klar: Der Konflikt weitet sich aus, und unschuldige Drittstaaten geraten zwischen die Mühlsteine zweier verfeindeter Mächte.
Trumps unverblĂĽmte Drohung
US-Präsident Donald Trump ließ auf seiner Plattform Truth Social keinen Zweifel an seiner Verärgerung. Der jüngste US-Angriff sei eine Vergeltung für einen erneuten Bruch der Waffenruhe durch Teheran gewesen, schrieb er. Und dann jene Worte, die wie ein Donnerhall durch die Diplomatie hallen:
„Es könnte ein Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sein werden, das Werk, das wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu vollenden. Sollte das geschehen, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!“
Markige Worte, wie man sie von Trump gewohnt ist. Doch hinter der Rhetorik verbirgt sich eine handfeste Drohung, die den gesamten Nahen Osten in einen Flächenbrand stürzen könnte.
Ein Abkommen, das auf Sand gebaut war
Dabei hatte das Rahmenabkommen vom 17. Juni eigentlich für Beruhigung sorgen sollen. Der Iran sei darin aufgefordert worden, für 60 Tage die freie und gebührenlose Durchfahrt von Handelsschiffen zu gewährleisten – ein gemeinsamer Mechanismus mit dem Oman sollte dies absichern. Doch wie es scheint, war diese Vereinbarung kaum das Papier wert, auf dem sie geschrieben stand. Wieder einmal zeigt sich: Diktaturen und Regime, die ihre eigene Bevölkerung mit eiserner Faust regieren, halten sich selten an internationale Abmachungen.
Warum uns das alle angeht
Man mag versucht sein, diesen Konflikt als fernes Geschehen abzutun. Doch wer das tut, verkennt die Tragweite. Durch die Straße von Hormus fließt ein erheblicher Teil des weltweit verschifften Erdöls. Eine Blockade oder gar eine kriegerische Eskalation würde die Energiepreise explodieren lassen – und damit die ohnehin galoppierende Inflation in Deutschland und Europa weiter befeuern.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz warnte bereits, ein weiterer US-Angriff werde das Problem um die Meerenge nicht lösen, sondern lediglich neue Gegenschläge provozieren. Die amerikanische Regierung, so sein Befund, könne nicht gleichzeitig uneingeschränkte Schifffahrtsfreiheit und ein tragfähiges Abkommen erwarten, ohne auf Teherans Kernposition einzugehen. Eine nüchterne Analyse in aufgeheizten Zeiten.
Die deutsche Lehre: Sicherheit beginnt zu Hause
Während in der Region Raketen fliegen und Drohnen einschlagen, sollte sich der deutsche Bürger eine Frage stellen: Wie krisenfest ist eigentlich mein eigenes Vermögen? Geopolitische Brandherde wie dieser haben in der Geschichte immer wieder bewiesen, wie schnell Papiergeld an Wert verlieren kann, wenn die Energiepreise durch die Decke gehen und die Märkte in Panik verfallen.
In solchen Zeiten der Unsicherheit hat sich physisches Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Anker bewährt – ein Wertspeicher, der keine Gegenpartei kennt und keiner politischen Laune unterliegt. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können Edelmetalle gerade dann ihre Stärke ausspielen, wenn die Welt aus den Fugen gerät.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.










