Kettner Edelmetalle
29.06.2026
06:13 Uhr

Porsche zieht die Notbremse: Massenentlassungen, weniger Modelle und das Aus fĂĽr den Elektro-Mythos

Porsche zieht die Notbremse: Massenentlassungen, weniger Modelle und das Aus fĂĽr den Elektro-Mythos

Es gibt Sätze, die markieren das Ende einer Ära. „Einen vollelektrischen 911er wird es nicht geben“ – mit diesen wenigen Worten räumte Porsche-Chef Michael Leiters auf der virtuellen Hauptversammlung am Dienstag mit einer Illusion auf, die jahrelang von Politik, Lobbyisten und einer geradezu religiösen Elektro-Euphorie genährt wurde. Die Realität hat den Stuttgarter Edelschmied eingeholt. Und sie schmeckt bitter.

Wenn der Rotstift dort ansetzt, wo es wehtut

Der neue Mann an der Spitze des Sportwagenherstellers verkündete seinen Aktionären, was in Zeiten ideologisch verbohrter Industriepolitik längst überfällig war: tiefgreifende Einschnitte. Noch mehr Stellen sollen abgebaut werden, als bislang bekannt war. Bereits vor der Versammlung sickerte durch, dass bis 2029 allein im Raum Stuttgart rund 1.900 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Hinzu kommen fast 2.000 ausgelaufene Verträge befristet Beschäftigter. Doch das, so machte Leiters deutlich, reiche nicht aus.

Selbst die Chefetage bleibt nicht verschont – aus acht Vorstandsressorts werden künftig sieben. „Wir werden uns über alle Ebenen hinweg verschlanken“, ließ der Manager wissen. Man sei schlicht zu stark gewachsen. Eine späte Erkenntnis für ein Unternehmen, das jahrelang dem Wachstumswahn folgte, statt auf die eigene Stärke zu vertrauen.

„Die Transformation ist langsamer, weniger planbar und deutlich komplexer“ – mit diesem Eingeständnis von Michael Leiters platzt die schöne grüne Erzählung von der reibungslosen Elektro-Zukunft.

Das Märchen von der Elektromobilität bröckelt

Was Leiters auf der Hauptversammlung formulierte, ist nichts weniger als die nüchterne Abrechnung mit jahrelangen Fehlannahmen. „Viele ursprünglich einmal getroffene Annahmen zur Elektromobilität haben sich nicht bestätigt“, sagte er. Anders ausgedrückt: Man hat auf eine Technologie gesetzt, die der Markt in diesem Tempo schlicht nicht will – getrieben von Brüsseler Verbotsfantasien und einer deutschen Politik, die den Verbrennungsmotor lieber per Federstrich abschafft, als ihn weiterzuentwickeln.

Konsequent setzt Porsche nun wieder auf alle drei Antriebsarten: Elektro, Hybrid und – man höre und staune – den guten alten Verbrenner. Der Hybrid gilt dabei ausdrücklich nicht mehr nur als lästige Übergangslösung. Es ist ein leiser, aber unmissverständlicher Schlag ins Gesicht jener Ideologen, die der deutschen Vorzeigeindustrie ihre Erfolgsformel mit grüner Planwirtschaft kaputtregulieren wollten.

„Value over Volume“ – Qualität statt Quantität

Die neue Devise lautet „Value over Volume“, also Qualität vor Quantität. Das Modellangebot soll schrumpfen, das Händlernetz gar um die Hälfte reduziert werden. Künftig will Porsche nur noch dort präsent sein, wo die Nachfrage stimmt. Von Randbereichen wie der Batterie-Tochter Cellforce und den Anteilen an Bugatti-Rimac trennt sich der Konzern. Eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft – endlich.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

  • Rund 10 Prozent weniger Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr weltweit ausgeliefert.
  • Der Konzernumsatz lag bei gut 36 Milliarden Euro – ebenfalls fast 10 Prozent unter dem Vorjahr.
  • Die operative Umsatzrendite stĂĽrzte auf rund ein Prozent ab, nach zweistelligen Werten im Jahr zuvor.
  • Allein die US-Zölle kosteten den Konzern rund 700 Millionen Euro.
  • Entscheidungen aus der Amtszeit des Vorgängers Oliver Blume belasteten das Ergebnis mit mehr als drei Milliarden Euro.

Symptom eines kranken Standortes

Man darf den Fall Porsche nicht isoliert betrachten. Er ist Sinnbild für den Zustand des gesamten Wirtschaftsstandortes Deutschland. Hohe Produktionskosten, eine erdrückende Bürokratie, die teuersten Energiepreise des Kontinents und eine Politik, die lieber Verbote ausspricht, als Rahmenbedingungen zu schaffen – das ist das Fundament, auf dem unsere einstige Vorzeigeindustrie nun ins Wanken gerät. Während China seine Autobauer mit aller Macht nach vorn treibt, debattiert man hierzulande über Tempolimits und Gendersternchen.

Dass selbst eine Marke wie Porsche, das Kronjuwel deutscher Ingenieurskunst, zum Rotstift greifen muss, sollte den Verantwortlichen in Berlin und Brüssel zu denken geben. Doch die Hoffnung darauf dürfte trügerisch sein. Stattdessen zahlen die Beschäftigten die Zeche für eine Politik, die ihre eigenen Schlüsselindustrien lieber gängelt als unterstützt.

Was bleibt: die Frage nach echter Wertbeständigkeit

Wenn selbst Konzerne von der Statur eines Porsche binnen eines Jahres ihren Gewinn vom zweistelligen Renditebereich auf rund ein Prozent kollabieren sehen, zeigt das eindrücklich, wie volatil und politisch verwundbar selbst vermeintlich sichere Anlagewerte wie Aktien geworden sind. Wer auf langfristige Vermögenssicherung setzt, sollte sich fragen, welche Werte tatsächlich krisenfest sind. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie weder von Quartalszahlen noch von politischen Fehlentscheidungen entwertet werden können – eine sinnvolle Ergänzung für jedes breit gestreute Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung. Für Verluste oder sonstige Schäden, die aus Entscheidungen auf Basis dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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