
Porsche am Abgrund: Sportwagenbauer verliert 91 Prozent seines Gewinns
Was fĂŒr ein Absturz. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche, einst Inbegriff deutscher Ingenieurskunst und ProfitabilitĂ€t, hat im GeschĂ€ftsjahr 2025 einen geradezu vernichtenden Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis nach Steuern schmolz um 91,4 Prozent auf magere 310 Millionen Euro zusammen â ein Bruchteil der fast 3,6 Milliarden Euro, die noch im Vorjahr in den BĂŒchern standen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Unternehmen, das Sportwagen fĂŒr sechsstellige Summen verkauft, verdient plötzlich kaum noch Geld.
Die teure Rechnung des Elektro-Irrwegs
Die Ursachen fĂŒr dieses Desaster lesen sich wie ein LehrstĂŒck gescheiterter Industriepolitik. Rund 2,4 Milliarden Euro verschlang allein die sogenannte âVerbrenner-VerlĂ€ngerung" â also die RĂŒckkehr zu jener Antriebstechnologie, die man unter dem Druck grĂŒner Ideologie und EU-Regulierungswut vorschnell hatte beerdigen wollen. Hinzu kamen etwa 700 Millionen Euro fĂŒr die Abwicklung einer Batterie-Tochtergesellschaft, die offenbar nie die erhofften FrĂŒchte trug. Und als wĂ€re das nicht genug, schlugen auch noch die von US-PrĂ€sident Trump verhĂ€ngten Importzölle mit weiteren rund 700 Millionen Euro zu Buche. Sonderkosten von insgesamt 3,9 Milliarden Euro â eine Summe, die selbst einen Konzern dieser GröĂenordnung in die Knie zwingt.
Der operative Gewinn sackte um schwindelerregende 92,7 Prozent auf gerade einmal 413 Millionen Euro ab. Im reinen AutogeschĂ€ft â ohne die Finanzdienstleistungen â blieben sogar nur klĂ€gliche 90 Millionen Euro ĂŒbrig. Im Vorjahr waren es noch 5,3 Milliarden. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.
China-Debakel und die Folgen ideologiegetriebener Strategie
Besonders bitter: Das einst so lukrative China-GeschĂ€ft entwickelte sich zum regelrechten Desaster. Der wichtigste Wachstumsmarkt der vergangenen Dekade bricht weg, wĂ€hrend gleichzeitig die Kosten explodieren. Man fragt sich unwillkĂŒrlich, ob die deutsche Automobilindustrie nicht sehenden Auges in eine Sackgasse gerast ist â getrieben von einer politischen Klasse, die den Verbrennungsmotor zum Feindbild erklĂ€rte, ohne auch nur ansatzweise tragfĂ€hige Alternativen bereitzuhalten.
Die AktionĂ€re bekommen die Misere unmittelbar zu spĂŒren. Die Dividende wird drastisch gekĂŒrzt: Statt 2,31 Euro je Vorzugsaktie gibt es nur noch 1,01 Euro. Ein Schlag ins Gesicht fĂŒr jeden Anleger, der auf die BestĂ€ndigkeit des Stuttgarter Premiumherstellers vertraut hatte.
Neuer Chef, alte Probleme
Der im Januar angetretene Vorstandschef Michael Leiters steht vor einer Herkulesaufgabe. Er wolle Porsche âumfassend neu aufstellen", das Unternehmen âschlanker, schneller" machen und die Produkte ânoch begehrlicher", lieĂ er verlauten. Schöne Worte. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus: Sein VorgĂ€nger Oliver Blume, der sich nun ganz auf die krisengeschĂŒttelte Konzernmutter Volkswagen konzentriert, hinterlieĂ ein Schlachtfeld strategischer Fehlentscheidungen. Erst wurde mit Milliarden auf ElektromobilitĂ€t gesetzt, dann musste man unter enormen Kosten wieder zurĂŒckrudern.
FĂŒr das laufende Jahr erwartet das Management zwar eine Besserung â rechnet aber gleichzeitig mit âsehr herausfordernden Marktbedingungen" und geopolitischen Unsicherheiten. Die jĂŒngsten Eskalationen im Nahen Osten seien in der Prognose noch nicht einmal berĂŒcksichtigt. Das klingt weniger nach Aufbruchstimmung als nach Durchhalteparolen.
Ein Symptom der deutschen Wirtschaftskrise
Der Fall Porsche ist symptomatisch fĂŒr den Zustand der gesamten deutschen Automobilindustrie â und letztlich fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Jahrelang wurde unter dem Deckmantel der âTransformation" eine ideologisch motivierte Abkehr vom Verbrennungsmotor vorangetrieben, ohne RĂŒcksicht auf wirtschaftliche RealitĂ€ten. Die Rechnung dafĂŒr zahlen nun Unternehmen, AktionĂ€re und am Ende die Arbeitnehmer. Dass ausgerechnet Porsche, die profitabelste Marke im Volkswagen-Konzern, derart unter die RĂ€der gerĂ€t, sollte als Weckruf verstanden werden. Deutschland braucht eine Wirtschaftspolitik, die auf Technologieoffenheit statt auf ideologische Vorgaben setzt â bevor es fĂŒr weitere Traditionsunternehmen zu spĂ€t ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist selbst dafĂŒr verantwortlich, sich umfassend zu informieren und eigenstĂ€ndige Anlageentscheidungen zu treffen. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und industrieller UmbrĂŒche können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle ErgĂ€nzung zur Vermögenssicherung in einem breit diversifizierten Portfolio darstellen.










