
Pleitewelle rollt: Deutsche Firmen steuern auf schlimmste Ausfallrate seit der Finanzkrise zu
Es ist ein Alarmsignal, das man in Berlin offenbar geflissentlich ĂŒberhört: Die Ausfallrate deutscher Unternehmen dĂŒrfte 2026 erstmals seit der globalen Finanzkrise 2008/2009 die Zwei-Prozent-Marke ĂŒberschreiten. Was nach einer nĂŒchternen Zahl klingt, bedeutet in der RealitĂ€t: Tausende Existenzen stehen auf dem Spiel, ArbeitsplĂ€tze verschwinden, und das RĂŒckgrat der deutschen Wirtschaft â der Mittelstand â bröckelt in besorgniserregendem Tempo.
Creditreform schlÀgt Alarm
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Rating prognostiziert fĂŒr das laufende Jahr einen Anstieg der Ausfallrate von 1,88 Prozent im Vorjahr auf 2,08 Prozent. Unter einem âAusfall" versteht die Auskunftei dabei nicht nur die klassische Insolvenz, sondern auch jene FĂ€lle, in denen Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr nachkommen können. Die Dunkelziffer des wirtschaftlichen Elends dĂŒrfte also noch erheblich höher liegen.
Besonders bitter: Die steigenden Ausfallraten betreffen den gesamten Unternehmenssektor in seiner vollen Breite. Kein Wirtschaftszweig bleibt verschont. Bereits 2025 hatte die Rate mit 1,88 Prozent den höchsten Stand seit 2010 erreicht â und nun soll es noch schlimmer kommen. Wer hĂ€tte das gedacht, in einem Land, das sich einst als Exportweltmeister rĂŒhmte?
Der Mittelstand stirbt leise
Wie so oft trifft es die Kleinen am hĂ€rtesten. Firmen mit einem Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro verzeichneten laut Creditreform mit 2,06 Prozent die höchste Ausfallquote. Besonders anfĂ€llig seien junge Unternehmen im Alter von zwei bis fĂŒnf Jahren â also genau jene Betriebe, die eigentlich die Zukunft der deutschen Wirtschaft darstellen sollten. Statt GrĂŒndergeist und Innovationskraft herrschen Existenzangst und ZahlungsunfĂ€higkeit.
Benjamin Mohr von Creditreform bringt die Ursachen auf den Punkt: Hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten sowie eine verhaltene Investitionsneigung wĂŒrden die wirtschaftliche Dynamik bremsen. Unter diesen Bedingungen nehme der Druck auf viele Unternehmen spĂŒrbar zu. Man möchte ergĂ€nzen: Dieser Druck ist zu einem erheblichen Teil hausgemacht.
Energiekosten als Sargnagel
Denn wĂ€hrend andere Industrienationen lĂ€ngst pragmatische Energiepolitik betreiben, hat Deutschland sich ĂŒber Jahre hinweg in eine ideologisch motivierte Energiewende verrannt, deren Kosten nun wie ein MĂŒhlstein am Hals des Mittelstands hĂ€ngen. Die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke im April 2023 â ein Akt grĂŒner SelbstbeweihrĂ€ucherung â rĂ€cht sich bitter. Und der Nahost-Konflikt mit seinen Auswirkungen auf die Ăl- und Gaspreise verschĂ€rft die Lage zusĂ€tzlich. Schwache IndustrieauftrĂ€ge, volatile Produktionsdaten und geopolitische Risiken bilden einen toxischen Cocktail, der immer mehr Unternehmen in die Knie zwingt.
Irankrieg als Brandbeschleuniger
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sieht den Krieg im Nahen Osten als mögliches Hindernis fĂŒr eine âsich abzeichnende Trendwende". BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley erklĂ€rte, die weitere Entwicklung hĂ€nge maĂgeblich von der Dauer des Krieges und der Entwicklung der Ăl- und Gaspreise ab. Sollte der Konflikt in wenigen Wochen enden und die Energiepreise schnell zurĂŒckgehen, könnten die Unternehmensinsolvenzen 2026 um 3,7 Prozent auf 23.100 FĂ€lle sinken.
Doch wer glaubt ernsthaft an ein schnelles Ende? Die Eskalation zwischen Israel und dem Iran, die massiven Angriffe auf iranische Atomanlagen und die VergeltungsschlĂ€ge Teherans lassen wenig Raum fĂŒr Optimismus. 2025 waren die Unternehmensinsolvenzen bereits um rund zehn Prozent gestiegen, die Verbraucherinsolvenzen um neun Prozent. Das sind keine Schwankungen â das ist ein Trend.
Politisches Versagen auf ganzer Linie
Man fragt sich unweigerlich: Was hat die Politik in den vergangenen Jahren eigentlich getan, um den Standort Deutschland zu stĂ€rken? Die Antwort fĂ€llt ernĂŒchternd aus. Statt BĂŒrokratie abzubauen, wurde sie aufgeblĂ€ht. Statt Energiekosten zu senken, wurden sie durch ideologische AlleingĂ€nge in die Höhe getrieben. Statt den Mittelstand zu entlasten, wurde er mit immer neuen Auflagen und Berichtspflichten ĂŒberzogen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung mag auf dem Papier beeindruckend wirken â doch es wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten, die sie nie gewollt haben.
Die Creditreform-Studie basiert auf rund 2,5 Millionen DatensĂ€tzen ĂŒber wirtschaftsaktive Unternehmen, Gewerbetreibende und Freiberufler mit Sitz in Deutschland. Es handelt sich also nicht um vage SchĂ€tzungen, sondern um eine fundierte Analyse der wirtschaftlichen RealitĂ€t. Einer RealitĂ€t, die fĂŒr viele Unternehmer lĂ€ngst zum Albtraum geworden ist.
Physische Edelmetalle als Fels in der Brandung
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Insolvenzen und geopolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. WĂ€hrend Unternehmensbeteiligungen und andere Anlageklassen unter dem Druck der aktuellen Krise leiden, haben Gold und Silber ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie als krisenfester Wertspeicher fungieren können. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und physische Edelmetalle als Beimischung in Betracht zieht, handelt in diesen stĂŒrmischen Zeiten vorausschauend.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geĂ€uĂerten EinschĂ€tzungen spiegeln ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche basieren. Wir ĂŒbernehmen keinerlei Haftung fĂŒr finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.
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