
Pjöngjang zeigt dem Westen die kalte Schulter: Wie Nordkorea und Russland eine neue Achse schmieden

Es ist ein diplomatisches Schauspiel, das an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Während die Europäische Union gemeinsam mit Südkorea moralisch erhobenen Zeigefinger schwingt, kontert Nordkorea mit einer Schärfe, die jeden westlichen Mahnruf wie Geschwätz erscheinen lässt. Am vergangenen Samstag holte das Regime in Pjöngjang zum verbalen Gegenschlag aus und zerpflückte eine frische Erklärung, in der Brüssel und Seoul die wachsende militärische Allianz zwischen Nordkorea und Russland verurteilt hatten.
Eine Erklärung mit klaren Worten – und eine noch klarere Antwort
Die westlich orientierte Stellungnahme war am Mittwoch während des aufsehenerregenden Brüssel-Besuchs des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung unterzeichnet worden. Darin nahm man unmissverständlich die – wie es hieß – „illegale militärische Kooperation" ins Visier, die den Krieg in der Ukraine befeuere.
„Wir verurteilen die Unterstützung durch Drittstaaten, insbesondere durch die DVRK, die es Russland ermöglicht, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzuführen", so der Wortlaut der gemeinsamen Erklärung.
Doch wer geglaubt hatte, das nordkoreanische Regime würde sich von solchen Formulierungen beeindrucken lassen, der hat die Rechnung ohne Pjöngjang gemacht. Über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA ließ das Außenministerium verlauten, das Bündnis mit Moskau sei nichts weiter als die „Ausübung souveräner Rechte". Man bezeichnete die gemeinsame Verurteilung als „eindeutige Verletzung der Souveränität unseres Staates und einen schwerwiegenden feindseligen Akt".
Der „Lieblingsdolch" Washingtons
Besonders bemerkenswert: Pjöngjang erinnerte mit beißendem Spott daran, dass Südkorea nach wie vor der „Feindstaat" Nummer eins sei. In jüngster Zeit habe man Seoul gar als Washingtons „Lieblingsdolch" gebrandmarkt – ein Wortspiel, das auf eine reichlich unbedachte Äußerung des amerikanischen Oberbefehlshabers in Südkorea, General Xavier Brunson, anspielte. Dieser hatte das Gastland im vergangenen Monat als „Dolch im Herzen Asiens" beschrieben.
Ein Versprecher, den sich sowohl Nordkorea als auch China genüsslich auf der Zunge zergehen ließen. Beide deuteten ihn als Beleg dafür, dass Washington Seoul lediglich als Werkzeug zur Eindämmung Pekings missbrauche. Man könnte fast meinen, der General habe versehentlich den Vorhang vor dem geopolitischen Theater Washingtons gelüftet.
Aus einer europäischen Krise wird ein globaler Flächenbrand
Was hier offenbar wird, ist mehr als nur ein diplomatisches Geplänkel. Russland und Nordkorea haben unter den Präsidenten Putin und Kim erst kürzlich einen umfassenden Pakt über Verteidigung, Technologie und wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Und Kim Jong Un lässt den Worten Taten folgen: Truppen und schweres Kriegsgerät wurden an die Front geschickt, um Putins Linien zu stärken.
Damit verwandelt sich der Ukraine-Krieg zusehends von einer rein europäischen Angelegenheit in einen Konflikt mit globaler Sprengkraft. Während Brüssel sich in moralischen Erklärungen ergeht, entstehen im Osten neue Machtblöcke, die sich vom westlichen Tadel herzlich wenig beeindrucken lassen. Es ist die alte Lektion der Geschichte: Wer nur mit Worten kämpft, während andere Fakten schaffen, der verliert am Ende den Einfluss.
Was bedeutet das für den Anleger?
In Zeiten, in denen sich die geopolitischen Bruchlinien immer tiefer in die Weltordnung graben und sich neue militärische Achsen formieren, gewinnt eines an Bedeutung: die Absicherung des eigenen Vermögens gegen Krisen und Unsicherheiten. Während Papierwerte und politische Versprechen im Sturm der Weltgeschichte rasch an Wert verlieren können, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie auch in den dunkelsten Stunden ein verlässlicher Anker bleiben. Wer sein Portefeuille krisenfest aufstellen möchte, der tut gut daran, physische Edelmetalle als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen zu betrachten.
Hinweis: Die in diesem Beitrag dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.










