
Peking vollstreckt Todesurteil an Franzosen â Paris reagiert mit diplomatischer Ohnmacht
Die Volksrepublik China hat am vergangenen Samstag einen 62-jĂ€hrigen französischen StaatsbĂŒrger hingerichtet, der wegen Drogenhandels in groĂem Stil verurteilt worden war. Der Fall des in Laos geborenen Chan Thao Phoumy wirft ein grelles Schlaglicht auf die unerbittliche Justizpraxis Pekings â und auf die Grenzen westlicher Diplomatie gegenĂŒber der aufstrebenden Supermacht.
Zwei Jahrzehnte hinter Gittern â dann das Todesurteil
Die Geschichte dieses Falls reicht weit zurĂŒck. Bereits 2005 war der Franzose in China festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, zwischen 1999 und 2003 an der Herstellung von Tonnen synthetischer Drogen auf chinesischem Boden beteiligt gewesen zu sein. ZunĂ€chst verurteilte ihn ein Gericht zu lebenslanger Haft â doch 2010 wurde das StrafmaĂ verschĂ€rft: Todesstrafe. FĂŒnfzehn Jahre lang saĂ der Verurteilte danach in einer chinesischen Todeszelle, bevor das Urteil nun vollstreckt wurde.
Das französische AuĂenministerium reagierte mit dem, was man in diplomatischen Kreisen als âBestĂŒrzung" bezeichnet â ein Wort, das in seiner höflichen ZurĂŒckhaltung kaum die tatsĂ€chliche Tragweite des Vorgangs widerspiegelt. Die Todesstrafe sei âtrotz der Mobilisierung der französischen Behörden" vollstreckt worden, hieĂ es aus Paris. Man habe sich um eine Gnadenentscheidung aus humanitĂ€ren GrĂŒnden bemĂŒht. Vergeblich.
Chinas eiserne Drogenpolitik kennt keine Gnade
Frankreich bekrĂ€ftigte seine grundsĂ€tzliche Ablehnung der Todesstrafe âĂŒberall und unter allen UmstĂ€nden" und rief einmal mehr zu deren weltweiter Abschaffung auf. Doch wie viel Gewicht haben solche Appelle gegenĂŒber einem Staat, der sich um westliche Befindlichkeiten traditionell wenig schert? Die Antwort liefert die nĂŒchterne RealitĂ€t: keines.
China gehört zu den LĂ€ndern mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden in der Volksrepublik jĂ€hrlich tausende Menschen zum Tode verurteilt und exekutiert. Genaue Zahlen? Veröffentlicht Peking nicht. Die Todesstrafe ist dort Staatsgeheimnis â ein Umstand, der fĂŒr sich genommen bereits BĂ€nde spricht.
Diplomatische Machtlosigkeit des Westens
Dieser Fall offenbart einmal mehr die zunehmende Machtlosigkeit westlicher Nationen gegenĂŒber China. WĂ€hrend Europa sich in endlosen Debatten ĂŒber Menschenrechte, Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t verliert, baut Peking seine geopolitische Dominanz systematisch aus. Die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit des Westens von China â man denke nur an seltene Erden, Halbleiter und IndustriegĂŒter â macht jeden diplomatischen Druck zur hohlen Phrase. Frankreich konnte nicht einmal das Leben eines eigenen StaatsbĂŒrgers retten.
FĂŒr Europa sollte dieser Vorfall ein Weckruf sein. Wer sich in einer multipolaren Weltordnung behaupten will, braucht mehr als wohlfeile ErklĂ€rungen und moralische Empörung. Er braucht wirtschaftliche StĂ€rke, strategische UnabhĂ€ngigkeit und den politischen Willen, eigene Interessen durchzusetzen. Doch davon ist der alte Kontinent, der sich lieber mit ideologischen GrabenkĂ€mpfen beschĂ€ftigt als mit realpolitischen Notwendigkeiten, derzeit weiter entfernt denn je.
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