Kettner Edelmetalle
18.06.2025
05:25 Uhr

Papst Leo XIV.: Wenn Ahnenforschung zur Farce wird

Die katholische Kirche hat einen neuen Papst – und prompt beginnt das ĂŒbliche Spektakel der medialen Nabelschau. Robert Francis Prevost, der sich nun Leo XIV. nennt, sei ein "seelischer BrĂŒckenbauer", heißt es. Doch statt sich mit seinen theologischen Positionen oder seiner Vision fĂŒr eine krisengeschĂŒttelte Kirche zu befassen, ergehen sich die Medien in genealogischen Spielereien, die an AbsurditĂ€t kaum zu ĂŒberbieten sind.

Die Stammbaum-Obsession der Moderne

Was der amerikanische Kulturwissenschaftler Henry Louis Gates Jr. da zusammen mit diversen Genealogen ausgegraben haben will, liest sich wie eine Parodie auf die identitĂ€tspolitischen Obsessionen unserer Zeit. Der neue Papst habe schwarze Wurzeln, seine Vorfahren seien Sklavenhalter gewesen – darunter erstaunlicherweise mehrere Schwarze – und er sei ĂŒber irgendwelche verschlungenen Pfade mit Madonna, Hillary Clinton und Justin Bieber verwandt. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Und was genau soll uns das sagen?

Die AbsurditĂ€t dieser Ahnenforscherei wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass bei einer RĂŒckverfolgung bis ins Jahr 1590 praktisch jeder Mensch mit jedem anderen irgendwie verwandt ist. Wir sprechen hier von ĂŒber 400 Jahren und unzĂ€hligen Generationen. Bei dieser zeitlichen Distanz könnte man vermutlich auch nachweisen, dass der Papst mit Dschingis Khan, Karl dem Großen oder meinetwegen auch mit dem Hofnarren Ludwigs XIV. verwandt ist.

Die wahre Agenda hinter der Genealogie

Doch hinter dieser scheinbar harmlosen Ahnenforscherei verbirgt sich eine perfide Agenda. Es geht darum, den neuen Papst in die identitĂ€tspolitischen Kategorien unserer Zeit einzusortieren. Er habe schwarze Vorfahren? Wunderbar, dann kann man ihn als Vertreter der "DiversitĂ€t" feiern. Seine Ahnen waren Sklavenhalter? Noch besser, dann kann man die ĂŒbliche Schuld- und SĂŒhnedebatte anstimmen.

Besonders pikant ist dabei die EnthĂŒllung, dass unter den Sklavenhaltern in seiner Ahnenlinie mehrere Schwarze waren. Diese historische Tatsache, die so gar nicht ins woke Weltbild passen will, wird natĂŒrlich nur am Rande erwĂ€hnt. Sie zeigt aber, dass die Geschichte der Sklaverei weitaus komplexer war, als es die heutigen Vereinfacher wahrhaben wollen.

Was wirklich zÀhlt

WĂ€hrend sich die Medien in genealogischen Spekulationen ergehen, bleiben die wirklich wichtigen Fragen unbeantwortet. Wie steht der neue Papst zu den drĂ€ngenden Problemen der Kirche? Wird er den unseligen Kurs seines VorgĂ€ngers fortsetzen, der die Kirche immer weiter verweltlicht und ihre traditionellen Werte ĂŒber Bord geworfen hat? Oder besinnt er sich auf die ewigen Wahrheiten des Glaubens?

Die katholische Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise. In Deutschland rennen ihr die GlÀubigen in Scharen davon, nicht zuletzt wegen des unseligen "Synodalen Wegs", der die Kirche in eine beliebige NGO verwandeln will. Statt sich diesen Herausforderungen zu stellen, verliert man sich in belanglosen Stammbaumanalysen.

Der Papst als ProjektionsflÀche

Dass der neue Papst nun ausgerechnet mit Madonna verwandt sein soll, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die alternde Pop-Ikone, die sich seit Jahrzehnten mit blasphemischen Inszenierungen an christlichen Symbolen abarbeitet, als Verwandte des Stellvertreters Christi auf Erden – wenn das kein Zeichen fĂŒr den Zustand unserer Zeit ist.

Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Es interessiert offenbar niemanden mehr, wofĂŒr der Papst theologisch steht. Wichtiger ist, ob er die richtigen Vorfahren hat und in die identitĂ€tspolitischen Schubladen unserer Zeit passt. Die Kirche wird so zur bloßen ProjektionsflĂ€che fĂŒr die Obsessionen einer orientierungslosen Gesellschaft.

Vielleicht sollten wir uns wieder darauf besinnen, was wirklich zĂ€hlt: Nicht die Hautfarbe der Vorfahren oder verwandtschaftliche Verbindungen zu Prominenten, sondern die Frage, ob dieser Papst die Kraft und den Mut hat, die katholische Kirche wieder zu dem zu machen, was sie sein sollte – ein Fels in der Brandung des Zeitgeistes, nicht dessen willfĂ€hriger Diener.

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