Kettner Edelmetalle
28.08.2026
07:52 Uhr
KI-generiert

Öl-Schmuggel am Golf: Wie Katar und Kuwait Hormus austricksen

Öl-Schmuggel am Golf: Wie Katar und Kuwait Hormus austricksen
Symbolbild: KI-generiert

Katar und Kuwait haben ihre Rohölausfuhren durch die Straße von Hormus wieder auf rund 70 Prozent des Vorkriegsniveaus hochgefahren. Das berichteten HĂ€ndler nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Möglich machen es Pendelfahrten kleinerer Tanker und Umladungen auf hoher See im Golf von Oman.

Zwei Millionen Barrel – und plötzlich kein Ausweg

Vor dem Krieg schifften beide Staaten zusammen etwa zwei Millionen Barrel Rohöl pro Tag durch die Meerenge. Anders als Saudi-Arabien und die Emirate besitzen sie keine Pipeline, die den Engpass umgeht. In den ersten Kriegsmonaten saßen ihre FĂ€sser faktisch fest.

Seit etwa Juni fahren nun kleine Shuttle-Tanker durch die Passage und liefern die Ladung außerhalb des Nadelöhrs an grĂ¶ĂŸere Schiffe weiter – Ship-to-Ship-Transfer heißt das im Fachjargon. Ein logistischer Kraftakt, geboren aus purer Not.

Dunkelfahrten, Pipelines, Umwege ĂŒber Ägypten

Die Emirate meldeten dem Bericht zufolge bereits im Juni wieder Exporte auf Vorkrisenniveau. Sie nutzen ihre Landpipeline von West nach Ost, laden außerhalb der Meerenge um – und schicken Tanker offenbar auch im sogenannten Dark Mode durch Hormus, also mit abgeschaltetem Transponder.

Saudi-Arabien bietet ebenfalls Umladungen jenseits des Engpasses an und leitet Öl ĂŒber das Rote Meer sowie Ă€gyptische MittelmeerhĂ€fen. Das Ergebnis: Nach Angaben der von Bloomberg zitierten HĂ€ndler fließen inzwischen wieder sieben bis acht Millionen Barrel pro Tag durch Hormus – Mitte Juli waren es nur rund vier Millionen.

Klingt gut? Vor dem Krieg waren es zwanzig

Man muss die Zahl einordnen: Durch die Straße von Hormus lief vor Kriegsbeginn rund ein FĂŒnftel des weltweiten Energiehandels, in Spitzenzeiten etwa 20 Millionen Barrel tĂ€glich. Von NormalitĂ€t ist der Golf also weit entfernt.

Das im Juni unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht die Öffnung der Meerenge vor, inklusive RĂ€umung mutmaßlich verlegter Seeminen. Fachleute rechneten Medienberichten zufolge mit 40 Tagen bis zu einem halben Jahr RĂ€umzeit; Versicherer bleiben zurĂŒckhaltend, Reedereien nervös. Mitte August trieb ein gemeldeter Angriff auf ein Schiff den Brent-Preis wieder auf ĂŒber 91 Dollar.

Was das fĂŒr Deutschland bedeutet

FĂŒr den deutschen Verbraucher ist die Rechnung simpel: Jeder Dollar mehr am Ölmarkt landet ĂŒber Diesel, Heizöl und Frachtkosten irgendwann in der Ladenkasse. Auf dem Höhepunkt der Krise kostete Brent zeitweise ĂŒber 120 Dollar, die ÖlvorrĂ€te der OECD fielen laut Berichten auf den tiefsten Stand seit 1990.

Das ifo-Institut senkte seine Wachstumsprognose fĂŒr 2027 wegen der Kriegsfolgen auf 0,8 Prozent. Ein Land, das seine eigene Energieversorgung ĂŒber Jahre politisch verengt hat, steht in solchen Momenten besonders exponiert da – aus Sicht unserer Redaktion die eigentliche Lehre dieser Krise.

Fragile Ruhe statt Entwarnung

Dass Katar und Kuwait 70 Prozent schaffen, zeigt vor allem eines: MĂ€rkte sind erfinderisch, wenn Politik versagt. Doch Improvisation ersetzt keine Sicherheit. Ein einziger Zwischenfall in der Meerenge kann die mĂŒhsam erkĂ€mpften Fortschritte ĂŒber Nacht kassieren – und die Preise mit ihnen.

Wer sein Vermögen gegen solche geopolitischen Schockwellen wappnen will, setzt traditionell nicht allein auf Papierwerte. Physische Edelmetalle gelten seit Jahrhunderten als bewĂ€hrte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio – gerade dann, wenn Energiepreise und Inflation aus dem Takt geraten.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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