Kettner Edelmetalle
09.04.2026
18:39 Uhr

Nord-Stream-Sabotage: CIA-geschulte Ukrainer als Drahtzieher – und Berlin wusste Bescheid?

Es ist eine Geschichte, die an einen schlechten Spionageroman erinnert – wĂ€re sie nicht bittere RealitĂ€t. Neue EnthĂŒllungen zweier Investigativjournalisten werfen ein erschĂŒtterndes Licht auf den Anschlag gegen die Nord-Stream-Pipelines im September 2022, jenen Akt der Sabotage, der Deutschland eines seiner wichtigsten energiepolitischen Standbeine raubte. Und die Frage, die sich unweigerlich aufdrĂ€ngt, lautet: Wer hat hier eigentlich wen betrogen?

Ehemalige Geheimdienstler mit CIA-Ausbildung

Einem neuen Buch zufolge soll eine kleine Gruppe ehemaliger ukrainischer Geheimdienstagenten fĂŒr die Sprengung der Pipelines verantwortlich sein. Das Brisante daran: Die beiden mutmaßlichen Hauptakteure seien zuvor vom US-Auslandsgeheimdienst CIA ausgebildet worden. Keine staatliche Operation im klassischen Sinne also, sondern das Werk von Individuen, die ĂŒber das nötige Know-how und offenbar auch ĂŒber die nötigen Kontakte verfĂŒgten, um einen der spektakulĂ€rsten Sabotageakte der jĂŒngeren europĂ€ischen Geschichte durchzufĂŒhren.

Die beiden Drahtzieher sollen der ukrainischen Regierung unter PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj kritisch gegenĂŒberstehen. Nach dessen Amtsantritt 2019 seien sie aus staatlichen Strukturen gedrĂ€ngt worden. Als Motiv wird der Versuch genannt, Russland ein zentrales Druckmittel im Krieg zu entziehen. Klingt plausibel – auf den ersten Blick. Doch wer genauer hinschaut, dem fallen die Ungereimtheiten auf wie Löcher in einem Schweizer KĂ€se.

Die CIA: Erst helfen, dann warnen?

Besonders pikant ist die angebliche Rolle des amerikanischen Geheimdienstes. Die CIA soll den Drahtziehern zunĂ€chst UnterstĂŒtzung angeboten haben – um dann, nach Erkenntnissen eines niederlĂ€ndischen Nachrichtendienstes, europĂ€ische Partner vor dem geplanten Anschlag zu warnen. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Ist das die neue Definition von transatlantischer Partnerschaft? Erst die Lunte legen und dann den Feuerlöscher reichen?

Es sei daran erinnert, dass der damalige US-PrĂ€sident Joe Biden im Februar 2022 vor laufenden Kameras erklĂ€rte: „Wenn Russland einmarschiert, wird es kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen." Die ehemalige US-StaatssekretĂ€rin Victoria Nuland Ă€ußerte sich nach der Sprengung geradezu euphorisch darĂŒber, dass Nord Stream 2 nun „ein Haufen Schrott auf dem Meeresgrund" sei. Solche Aussagen lassen sich schwerlich als bloße Koinzidenz abtun.

Berlin: Gewarnt und trotzdem tatenlos?

Was die Angelegenheit fĂŒr den deutschen BĂŒrger vollends unertrĂ€glich macht, ist der Vorwurf, dass auch die damalige Bundesregierung im Vorfeld Hinweise erhalten haben soll. Der damalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt habe demnach eine konkrete Warnung aus den Niederlanden bekommen. Wenn das stimmt – und es gibt bislang keinen Grund, dies kategorisch auszuschließen –, dann stellt sich eine fundamentale Frage: Warum hat die Bundesregierung nichts unternommen, um kritische Infrastruktur zu schĂŒtzen, die fĂŒr die Energieversorgung von 83 Millionen Deutschen von existenzieller Bedeutung war?

Die Konsequenzen der Pipeline-Sprengung waren verheerend. Explodierende Gaspreise, eine Energiekrise, die den deutschen Mittelstand in die Knie zwang, und eine AbhĂ€ngigkeit von teurem amerikanischem FlĂŒssiggas, das nun per Tanker ĂŒber den Atlantik geschippert wird. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Hunderte Milliarden Euro. Und niemand – wirklich niemand – scheint dafĂŒr zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die „EinzeltĂ€ter-These" als bequemes Narrativ

Man kennt das Muster. Wann immer unbequeme Wahrheiten drohen, an die OberflĂ€che zu gelangen, wird die Geschichte so lange umgeschrieben, bis sie in ein verdauliches Format passt. Erst war es ein mysteriöses Segelboot namens „Andromeda" mit einer Handvoll Hobbytaucher. Dann rĂŒckte die Ukraine ins Visier. Jetzt sind es angeblich zwei abtrĂŒnnige Ex-Agenten, die auf eigene Faust handelten. Selenskyj selbst soll nicht konkret ĂŒber die PlĂ€ne informiert gewesen sein. Wie praktisch.

Diese Salamitaktik der Wahrheitsfindung ist ein Affront gegen jeden denkenden BĂŒrger. Die Ostsee gehört zu den am besten ĂŒberwachten GewĂ€ssern der Welt. NATO-Sensoren, Satelliten, U-Boot-Detektionssysteme – und dennoch will niemand etwas bemerkt haben? Die UntĂ€tigkeit nach der Detonation spricht BĂ€nde. Sie deutet darauf hin, dass eine AufklĂ€rung schlicht nicht gewollt war und möglicherweise bis heute nicht gewollt ist.

Deutschlands SouverĂ€nitĂ€t auf dem PrĂŒfstand

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Deutschland, die viertgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Welt, lĂ€sst sich offenbar ungestraft die Energieinfrastruktur unter dem Hintern wegsprengen – und schickt den mutmaßlichen Profiteuren dieser Tat anschließend auch noch Hunderte Milliarden Euro an UnterstĂŒtzung. Wenn das keine Realsatire ist, was dann?

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wĂ€re gut beraten, endlich Licht in dieses Dunkel zu bringen. Nicht mit halbherzigen Ermittlungen, die im Sande verlaufen, sondern mit dem unbedingten Willen zur AufklĂ€rung. Deutschland schuldet seinen BĂŒrgern die Wahrheit – und zwar die ganze Wahrheit, nicht nur jene Version, die geopolitisch gerade opportun erscheint.

Eines steht fest: Die Nord-Stream-Sprengung war kein Kavaliersdelikt, sondern ein Angriff auf die Lebensgrundlage einer ganzen Nation. Und solange die Verantwortlichen nicht benannt und zur Rechenschaft gezogen werden, bleibt ein fundamentales Vertrauen in die HandlungsfĂ€higkeit des deutschen Staates erschĂŒttert. In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Verwerfungen die Welt erschĂŒttern und Energiepreise die Kaufkraft der BĂŒrger auffressen, erweisen sich ĂŒbrigens physische Edelmetalle einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlĂ€sslicher Anker der Vermögenssicherung in stĂŒrmischen Zeiten.

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