Kettner Edelmetalle
27.06.2025
15:28 Uhr

Netanjahu vor Gericht: Wenn die Justiz zur politischen Waffe wird

WĂ€hrend der Nahe Osten am Rande eines FlĂ€chenbrandes steht und Israel sich gegen iranische Aggressionen verteidigen muss, zerrt die israelische Justiz ihren eigenen Regierungschef vor Gericht. Das Jerusalemer Gericht lehnte gestern den Antrag Benjamin Netanjahus ab, die Anhörungen in seinem Korruptionsprozess zu verschieben – ein Schritt, der in seiner Timing-Wahl kaum zynischer sein könnte.

Justiz-Theater in Kriegszeiten

Man stelle sich vor: Der deutsche Bundeskanzler mĂŒsste wĂ€hrend einer akuten Sicherheitskrise vor Gericht erscheinen, weil ihm vorgeworfen wird, vor Jahren Champagner und Zigarren angenommen zu haben. Undenkbar? In Israel ist es bittere RealitĂ€t. Netanjahu, der seit vier Jahren in diesem Prozess vorgefĂŒhrt wird, soll sich wegen angeblicher Luxusgeschenke im Wert von 221.000 Euro verantworten. Gleichzeitig eskaliert der Konflikt mit dem Iran, Raketen fliegen, und die Sicherheit von Millionen Israelis steht auf dem Spiel.

Die Richter begrĂŒndeten ihre Ablehnung damit, dass Netanjahus Argumente keine ausreichende Rechtfertigung fĂŒr eine Verschiebung lieferten. Eine bemerkenswerte EinschĂ€tzung, wenn man bedenkt, dass der Mann gerade versucht, sein Land durch eine der gefĂ€hrlichsten Phasen seiner Geschichte zu navigieren. Aber vielleicht ist das ja genau der Punkt.

Trump durchschaut das Spiel

US-PrĂ€sident Donald Trump, der selbst jahrelang Ziel politisch motivierter Justizattacken war, erkannte sofort, was hier gespielt wird. Er bezeichnete den Prozess als "Hexenjagd" und forderte, dass dieser "sofort eingestellt" werden solle. Trump nannte Netanjahu einen "großen Helden" – eine EinschĂ€tzung, die man teilen kann, wenn man sieht, wie der israelische Premier trotz aller Widrigkeiten sein Land verteidigt.

Es ist kein Zufall, dass gerade jetzt, wo Israel mehr denn je eine starke FĂŒhrung braucht, die Justiz ihre Muskeln spielen lĂ€sst. Das Muster kennen wir auch aus anderen westlichen Demokratien: Konservative Politiker, die tatsĂ€chlich die Interessen ihres Landes vertreten, werden mit juristischen Mitteln bekĂ€mpft, wenn man sie politisch nicht besiegen kann.

Die wahren PrioritÀten

Netanjahus Anwalt hatte völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass der Regierungschef "seine gesamte Zeit und Energie verwenden" wolle, um sich "nationalen, diplomatischen und sicherheitspolitischen Themen von höchster Bedeutung zu widmen". Doch das Gericht zeigte sich unbeeindruckt. Offenbar sind ein paar alte Zigarren wichtiger als die Sicherheit eines ganzen Landes.

Die VorwĂŒrfe selbst sind dabei so dĂŒnn wie die Luft auf dem Mount Everest. LuxusgĂŒter als Geschenke? In der Politik gang und gĂ€be. Der Versuch, eine gĂŒnstige Medienberichterstattung zu erreichen? Welcher Politiker versucht das nicht? Netanjahu selbst bezeichnete die Anschuldigungen als "lĂ€cherlich" – und er hat recht.

Ein gefÀhrliches PrÀzedenzfall

Was hier geschieht, ist mehr als nur ein Justizskandal. Es ist ein Angriff auf die Demokratie selbst. Wenn Gerichte anfangen, gewĂ€hlte Regierungschefs in Krisenzeiten mit fadenscheinigen VorwĂŒrfen zu beschĂ€ftigen, untergrĂ€bt das die HandlungsfĂ€higkeit des Staates. Es sendet auch ein fatales Signal an Israels Feinde: Seht her, wir sind so sehr mit uns selbst beschĂ€ftigt, dass wir unseren eigenen AnfĂŒhrer vor Gericht zerren.

Die Parallelen zu anderen westlichen LĂ€ndern sind unĂŒbersehbar. Überall dort, wo konservative Politiker erfolgreich gegen den linksliberalen Mainstream ankĂ€mpfen, werden sie mit juristischen Mitteln attackiert. In den USA war es Trump, in Italien Berlusconi, und nun ist es Netanjahu. Das Muster ist immer dasselbe: Wenn man sie nicht an der Wahlurne besiegen kann, versucht man es vor Gericht.

Israel tĂ€te gut daran, diesem Treiben ein Ende zu setzen. In Zeiten existenzieller Bedrohung braucht das Land Einheit, keine politisch motivierten Schauprozesse. Die Richter sollten sich fragen, ob ihre PrioritĂ€ten wirklich richtig gesetzt sind, wenn draußen die Raketen fliegen und drinnen ĂŒber Champagnerflaschen diskutiert wird.

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