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31.08.2026
14:35 Uhr
KI-generiert

Milliarden-Coup fĂĽr Bremen: OHB baut Europas Antwort auf Starlink

Milliarden-Coup fĂĽr Bremen: OHB baut Europas Antwort auf Starlink
Symbolbild: KI-generiert

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat einen Auftrag im Wert von knapp einer Milliarde Euro an Land gezogen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, soll es 18 Satellitenplattformen für das geplante EU-Satellitennetzwerk IRIS² entwickeln und bauen. Auftraggeber ist der Betreiber SES, Teil des von der EU-Kommission beauftragten Konsortiums. An der Börse legte die OHB-Aktie deutlich zu.

2,6 Tonnen schwere Brummer im mittleren Orbit

Die Satelliten aus Bremen sind keine Leichtgewichte: Rund 2,6 Tonnen soll jeder wiegen. Sie sollen in einer mittleren Erdumlaufbahn kreisen und dort das RĂĽckgrat der kĂĽnftigen Infrastruktur bilden.

OHB-Chef Marco Fuchs sprach von einem bedeutenden Schritt Europas in die Unabhängigkeit. Eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur sei in einer digitalisierten Welt unabdingbar, so der Manager.

Nach Galileo und Copernicus: das dritte Prestigeprojekt

IRIS² ist nach dem Navigationssystem Galileo und dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus das dritte große Raumfahrtvorhaben der EU. Es soll abhörsichere, krisenfeste Kommunikation für Regierungen, Behörden und die Wirtschaft liefern – und ganz nebenbei Funklöcher in entlegenen Regionen schließen.

Geplant ist ein Netz aus 348 Satelliten. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA entfallen davon 330 auf die niedrige und 18 auf die mittlere Erdumlaufbahn. Erste Starts sind für 2029 vorgesehen, ab 2030 sollen erste Dienste laufen.

Der Preis der Souveränität – und wer ihn zahlt

Der Weg dorthin war zäh. Den auf zwölf Jahre angelegten Konzessionsvertrag unterzeichnete die Kommission im Dezember 2024 mit dem Konsortium SpaceRISE aus SES, Eutelsat und Hispasat. Erst Anfang August 2026 wurde nach monatelangen Verhandlungen die Umsetzungsvereinbarung besiegelt – inklusive Aufstockung um 66 zusätzliche Satelliten.

Ursprünglich war das Projekt mit rund 10,6 Milliarden Euro veranschlagt, davon etwa sechs Milliarden aus dem EU-Haushalt. Medienberichten zufolge dürfte es nach der jüngsten Erweiterung spürbar teurer werden. Finanziert wird aus dem EU-Budget für 2028 bis 2034 – plus nationale Zuschüsse.

Bemerkenswert ist, wer bereits Geld zusagt: Laut ESA haben Polen 656 Millionen Euro und Ungarn 500 Millionen Euro zugesagt, Spanien kündigte zwischen 1,6 und 2 Milliarden Euro an. Deutschland – größter Nettozahler der Union – taucht in dieser Aufzählung bislang nicht auf. Weitere Beiträge würden geprüft.

Elon Musk ist längst oben

Die unbequeme Wahrheit: Während Brüssel über Architektur, Zielpreise und Governance verhandelte, hat der US-Anbieter Starlink längst tausende Satelliten im Orbit und versorgt Kunden weltweit. Europa startet frühestens 2029. Kritiker verweisen darauf, dass über IRIS² bereits seit 2022 diskutiert wird – ein Tempo, das im Wettlauf um den Weltraum kaum überzeugt.

Für den Standort Deutschland ist der Auftrag dennoch ein starkes Signal. Hochtechnologie, Ingenieurskunst, Wertschöpfung im Land: genau das, was eine Industrienation braucht, die zuletzt vor allem durch Bürokratie, Energiepreise und Abwanderung von Investitionen auffiel. Ob aus dem Milliardenprojekt ein echter Souveränitäts-Gewinn wird oder ein weiteres Denkmal europäischer Langsamkeit, entscheidet sich in den kommenden drei Jahren.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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