Kettner Edelmetalle
01.08.2025
06:47 Uhr

Merz-Regierung will Tourismus retten – doch wer rettet uns vor dieser Politik?

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz prĂ€sentiert einen FĂŒnf-Punkte-Plan fĂŒr die deutsche Tourismusbranche. Was auf den ersten Blick wie eine dringend notwendige Wirtschaftsförderung aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weiteres Kapitel im Trauerspiel deutscher Politik. WĂ€hrend die Regierung mit großen Gesten kleine Stellschrauben dreht, bleiben die wahren Probleme ungelöst.

Kosmetische Korrekturen statt echter Reformen

Der CDU-Politiker Christoph Ploß, seines Zeichens Koordinator fĂŒr Tourismus und maritime Wirtschaft, verkĂŒndet stolz die stufenweise Senkung der Entgelte fĂŒr den Reisesicherungsfonds. Von einem Prozent auf 0,5 Prozent – welch revolutionĂ€re Maßnahme! Man könnte meinen, die Bundesregierung hĂ€tte den Stein der Weisen gefunden. Doch wĂ€hrend man sich mit solchen Marginalien beschĂ€ftigt, ignoriert man die eigentlichen Brandbeschleuniger der deutschen Wirtschaftsmisere.

Die wahren Probleme liegen tiefer: Eine explodierende KriminalitĂ€t in deutschen Tourismusgebieten, die viele Urlauber abschreckt. Eine Verkehrsinfrastruktur, die nach jahrzehntelanger VernachlĂ€ssigung dem Verfall preisgegeben ist. Und eine Energiepolitik, die Hoteliers und Gastronomen mit astronomischen Strompreisen in die Knie zwingt. Doch davon kein Wort im großspurigen FĂŒnf-Punkte-Plan.

Luftschlösser statt Luftverkehr

Besonders pikant wird es beim Thema Luftfahrt. Die Regierung verspricht, "luftverkehrsspezifische Steuern, GebĂŒhren und Abgaben" zu senken. Ein hehres Ziel – doch wer hat diese Abgaben in den vergangenen Jahren eigentlich in schwindelerregende Höhen getrieben? Richtig, dieselben politischen KrĂ€fte, die jetzt plötzlich die Retter spielen wollen. Es ist, als wĂŒrde ein Brandstifter zum Feuerwehrmann mutieren.

"Urlauber fĂ€llen ihre Reiseentscheidung nicht nur aufgrund des Kulturangebots, der Natur, der StrĂ€nde oder Landschaften, sondern auch aufgrund von zuverlĂ€ssigen Verkehrsanbindungen, guten Serviceleistungen und Preisangeboten", erklĂ€rt Ploß der Presse.

Eine bahnbrechende Erkenntnis! Man fragt sich, warum es eines hochbezahlten Regierungskoordinators bedarf, um zu dieser Weisheit zu gelangen. Jeder Hotelier hĂ€tte das der Politik schon vor Jahren erklĂ€ren können – wenn man denn zugehört hĂ€tte.

Digitalisierung im Schneckentempo

FĂŒr das Jahr 2026 – man höre und staune – seien Mittel fĂŒr die Digitalisierung der Schengen-Visa eingeplant. Im Jahr 2025 plant man also fĂŒr 2026 etwas, was andere LĂ€nder bereits seit Jahren erfolgreich umgesetzt haben. WĂ€hrend in Asien Touristen ihre Visa per Smartphone in Minuten erhalten, feiert sich die deutsche Politik fĂŒr die AnkĂŒndigung einer AnkĂŒndigung.

Die geforderte Umstellung auf wöchentliche Höchstarbeitszeiten mag sinnvoll sein, doch sie kaschiert nur oberflĂ€chlich das eigentliche Problem: Den eklatanten FachkrĂ€ftemangel in der Gastronomie. Wer will schon in einer Branche arbeiten, die durch ĂŒberbordende BĂŒrokratie, schlechte Bezahlung und mangelnde WertschĂ€tzung geprĂ€gt ist?

Die wahren Herausforderungen bleiben unerwÀhnt

Was der Plan verschweigt, wiegt schwerer als das, was er verspricht. Kein Wort ĂŒber die zunehmende Unsicherheit in deutschen StĂ€dten, die internationale GĂ€ste abschreckt. Keine Silbe ĂŒber die ideologisch motivierte Verkehrspolitik, die Individualreisende systematisch benachteiligt. Und schon gar keine ErwĂ€hnung der desaströsen Energiepolitik, die Betriebe in den Ruin treibt.

Stattdessen feiert man sich fĂŒr die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf sieben Prozent – eine Maßnahme, die eigentlich eine SelbstverstĂ€ndlichkeit sein sollte. In anderen europĂ€ischen LĂ€ndern ist dies lĂ€ngst Standard. Doch in Deutschland wird jede kleine Erleichterung als großer Wurf verkauft.

Ein Blick in die Zukunft

WĂ€hrend die Politik an Symptomen herumdoktert, verschĂ€rft sich die Lage der deutschen Tourismusbranche weiter. Die internationale Konkurrenz schlĂ€ft nicht. LĂ€nder wie die TĂŒrkei, Griechenland oder Kroatien bieten nicht nur besseres Wetter, sondern mittlerweile auch besseren Service, modernere Infrastruktur und vor allem: mehr Sicherheit fĂŒr ihre GĂ€ste.

Der vorgelegte FĂŒnf-Punkte-Plan ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Schlimmstenfalls ist er ein weiteres Beispiel dafĂŒr, wie die deutsche Politik mit Scheinlösungen von den wahren Problemen ablenkt. Solange man nicht bereit ist, die grundlegenden Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren, werden auch zehn oder zwanzig Punkte-PlĂ€ne nichts Ă€ndern.

Die deutsche Tourismusbranche braucht keine kosmetischen Korrekturen, sondern einen fundamentalen Kurswechsel. Doch davon ist unter der neuen alten Großen Koalition nichts zu erwarten. Wer sein Vermögen sichern will, sollte daher weiterhin auf bewĂ€hrte Sachwerte wie physische Edelmetalle setzen – sie ĂŒberdauern jede politische Torheit.

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