Kettner Edelmetalle
08.08.2024
05:56 Uhr

Mehr als 700 antisemitische Straftaten im zweiten Quartal

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel haben antisemitische Straftaten in Deutschland drastisch zugenommen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im zweiten Quartal dieses Jahres 715 antisemitische Straftaten erfasst, darunter 19 Gewalttaten mit sieben Verletzten. Diese Zahl liegt mehr als ein Drittel höher als im Vorjahreszeitraum. Dies geht aus einer Anfrage der Linken-Politikerin und BundestagsvizeprÀsidentin Petra Pau hervor.

Hohe Zahlen trotz leichtem RĂŒckgang

Im Vergleich zum Jahresbeginn weist der Trend nur leicht abwĂ€rts. FĂŒr die Zeit von Januar bis Ende MĂ€rz wurden 793 Straftaten, darunter 14 Gewalttaten und sieben Verletzte, erfasst. „Die von den Behörden erfassten antisemitischen Straftaten bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau“, sagte Pau. Sie fragt diese Zahlen seit Jahren regelmĂ€ĂŸig ab.

Antisemitische Ressentiments fĂŒhren zu Gewalt

„Die Verbreitung antisemitischer Ressentiments fĂŒhrt immer wieder zu aktiver Gewalt. Juden können sich im öffentlichen Raum nach wie vor nicht sicher fĂŒhlen“, warnte Pau. Mit einer weiteren Zuspitzung vielfĂ€ltiger Krisen sei ein weiterer Anstieg zu befĂŒrchten.

UnĂŒbersichtliche und verĂ€nderliche Zahlen

Die Zahl der antisemitischen VorfĂ€lle und Straftaten hatte nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 auch in Deutschland stark zugenommen. Die Angaben sind bisweilen unĂŒbersichtlich und schwer vergleichbar, da verschiedene Meldestellen unterschiedliche MaßstĂ€be anlegen. In der Antwort an Pau bezieht sich das Bundesinnenministerium auf die amtliche Statistik zur politisch motivierten KriminalitĂ€t. Diese Zahlen sind jedoch vorlĂ€ufig und können sich durch Nachmeldungen noch verĂ€ndern.

Volksverhetzung und auslÀndische Ideologie

Von den im zweiten Quartal erfassten 715 antisemitisch motivierten Taten sind 302 FĂ€lle von Volksverhetzung. 298 FĂ€lle werden der Kategorie „auslĂ€ndische Ideologie“ zugeordnet. Weitere 256 Straftaten gehören zur Sparte „politisch motivierte KriminalitĂ€t rechts“, darunter zwei Gewalttaten. FĂŒr das linke Spektrum weist die Statistik zwölf Straftaten aus, davon zwei Gewalttaten. Weitere Kategorien sind „religiöse Ideologie“ (90 FĂ€lle) und „sonstige Zuordnung“ (59 FĂ€lle).

Regionaler Schwerpunkt: Berlin

Der regionale Schwerpunkt der antisemitischen Straftaten liegt in Berlin. Allein dort wurden 320 Straftaten in Verbindung mit Antisemitismus registriert. Insgesamt wurden 580 TatverdĂ€chtige ermittelt. Sechs Personen wurden zeitweise festgenommen, allerdings wurde zunĂ€chst in keinem Fall Haftbefehl erlassen. Sechs von sieben Verletzten durch antisemitisch motivierte Gewalt gab es in Berlin, einen weiteren in Nordrhein-Westfalen. Alle Personen seien leicht verletzt worden, hieß es.

Diese Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung in Deutschland. Es ist unerlĂ€sslich, dass die Bundesregierung und die zustĂ€ndigen Behörden entschlossen gegen antisemitische Straftaten vorgehen und die Sicherheit der jĂŒdischen Gemeinschaft gewĂ€hrleisten. Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage ist es von grĂ¶ĂŸter Bedeutung, dass traditionelle Werte und der Schutz der BĂŒrger in den Vordergrund gestellt werden.

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