Kettner Edelmetalle
30.04.2026
07:26 Uhr

Lieferketten am Limit: Hormus-Krise schlÀgt mit voller Wucht auf Deutschlands Industrie durch

Lieferketten am Limit: Hormus-Krise schlÀgt mit voller Wucht auf Deutschlands Industrie durch

Was sich seit Monaten am Horizont abzeichnete, ist nun bittere RealitĂ€t: Die Versorgung der deutschen Industrie mit Vorprodukten gerĂ€t in einen gefĂ€hrlichen Strudel. Die jĂŒngste Erhebung des MĂŒnchner ifo-Instituts liest sich wie ein Warnruf an eine Politik, die sich lieber mit KlimaneutralitĂ€t im Grundgesetz und ideologischen Spielereien beschĂ€ftigt, statt die wirtschaftlichen Lebensadern des Landes zu sichern. Im April meldeten 13,8 Prozent der Industrieunternehmen EngpĂ€sse bei der Materialbeschaffung – im Januar waren es lediglich 5,8 Prozent. Innerhalb von drei Monaten hat sich der Anteil der betroffenen Betriebe damit mehr als verdoppelt.

Wenn die Straße von Hormus zur WĂŒrgespirale wird

Der Auslöser ist hinlĂ€nglich bekannt: Der Krieg im Iran und die massiven EinschrĂ€nkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus haben die globalen Lieferketten in eine veritable Schieflage gebracht. Über diesen schmalen Seekorridor zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird rund ein FĂŒnftel des weltweiten Ölangebots abgewickelt. Wer dort den Hahn auch nur teilweise zudreht, legt die Hand an die Schlagader der industriellen Wertschöpfung – und Deutschland bekommt das nun mit voller HĂ€rte zu spĂŒren.

Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, brachte die Lage auf den Punkt: Die Lieferketten gerieten spĂŒrbar unter Druck. Eine Untertreibung, möchte man hinzufĂŒgen, denn die Zahlen sprechen eine deutlichere Sprache, als sie es vermögen.

Chemiebranche im WĂŒrgegriff: Fast jedes dritte Unternehmen betroffen

Besonders dramatisch trifft es jene Branchen, die auf ölbasierte und energieintensive Vorprodukte angewiesen sind. In der chemischen Industrie meldeten sage und schreibe 31,1 Prozent der Unternehmen einen Materialmangel – fast ein Drittel der Branche steht damit vor erheblichen Beschaffungsproblemen. Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren stieg der Anteil auf 22,9 Prozent. Im Maschinenbau, einer der traditionellen SĂ€ulen deutscher Wirtschaftskraft, kletterte der Wert auf 14,8 Prozent. Auch die Hersteller elektrischer AusrĂŒstungen meldeten mit 17,2 Prozent zunehmende EngpĂ€sse, und selbst die ohnehin gebeutelte Automobilindustrie bekommt erneut die Knappheit von Vorprodukten zu spĂŒren.

Hausgemachte SchwÀchen treffen auf globale Schocks

Die bittere Wahrheit lautet: Deutschland zahlt nun den Preis fĂŒr eine Politik, die jahrelang die Augen vor strategischen AbhĂ€ngigkeiten verschlossen hat. Statt heimische Energiequellen zu sichern und industrielle SouverĂ€nitĂ€t zu stĂ€rken, wurden Kernkraftwerke abgeschaltet, Industriestrompreise auf Rekordniveau getrieben und die Diversifizierung von Rohstoffquellen strĂ€flich vernachlĂ€ssigt. WĂ€hrend Belgien aktuell den RĂŒckbau seiner Kernreaktoren stoppt – ein bemerkenswerter RealitĂ€tscheck unserer Nachbarn –, klammert sich Berlin weiter an Dogmen, die mit den geopolitischen RealitĂ€ten des Jahres 2026 nichts mehr zu tun haben.

Wohlrabe selbst weist auf den Kern des Problems hin: Die aktuellen Entwicklungen zeigten, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhĂ€ngig sei. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten könnten sich Störungen blitzschnell durch die gesamte Wertschöpfungskette fressen. Das Problem dabei: Petrochemische Vorprodukte sind die unsichtbaren Bausteine unseres Industriealltags – von der Verpackung bis zum Bauteil im Auto, vom Medikament bis zur DĂ€mmplatte. Wer hier ins Stottern gerĂ€t, legt eine ganze Volkswirtschaft lahm.

Die historische Parallele: Wenn Lieferketten zur Achillesferse werden

Wer ein GedĂ€chtnis hat, der erinnert sich an die LieferengpĂ€sse wĂ€hrend der Corona-Pandemie. Damals lobten Politiker das „Lessons Learned“ und versprachen widerstandsfĂ€higere Lieferketten. Geliefert wurde – wenig ĂŒberraschend – nichts. Stattdessen verharrt Deutschland in einer Mischung aus Hochmut und NaivitĂ€t: Man glaubt, die hochkomplexe industrielle Maschinerie laufe schon irgendwie weiter, wĂ€hrend gleichzeitig jedes Jahr neue Auflagen, Verordnungen und ideologische Vorgaben ĂŒber die Wirtschaft gestĂŒlpt werden.

Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar das 500-Milliarden-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur durchgepeitscht – mit allen langfristigen Belastungen fĂŒr kĂŒnftige Generationen. Doch ob damit auch nur ein einziger Engpass bei petrochemischen Vorprodukten behoben wird, darf bezweifelt werden. Beton verlegt nun einmal keine strategische Rohstoffreserve.

Was bedeutet das fĂŒr den BĂŒrger und sein Vermögen?

EngpĂ€sse bei Vorprodukten bedeuten höhere Preise. Höhere Preise bedeuten mehr Inflation. Mehr Inflation bedeutet, dass die hart erarbeiteten Ersparnisse der Deutschen schleichend entwertet werden. Die Geschichte lehrt uns, dass in Zeiten geopolitischer Turbulenzen, schwacher Lieferketten und expansiver Staatsverschuldung Sachwerte ihre Bedeutung als Vermögenssicherung neu unter Beweis stellen. Insbesondere physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte hinweg in Krisenzeiten als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig davon, ob in Hormus die Tanker stocken oder in Berlin die nĂ€chste Steuer erhöht wird.

Die ifo-Zahlen sind mehr als eine ökonomische Momentaufnahme. Sie sind eine Mahnung. An eine Politik, die endlich aufhören muss, gegen die RealitĂ€t zu regieren. Und an BĂŒrger, die das Heft des Handelns wieder selbst in die Hand nehmen sollten – nicht zuletzt, wenn es um die eigene finanzielle Vorsorge geht.

Hinweis: Die in diesem Artikel geĂ€ußerten EinschĂ€tzungen stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Anlage- noch Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und auf Basis eigener Recherche oder unter Hinzuziehung qualifizierter Berater zu treffen. Eine Haftung fĂŒr Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

Wissenswertes zum Thema