
Kretschmer verteidigt Hausdurchsuchung bei Bolz: Wenn Satire zur StaatsaffÀre wird
Was ist aus diesem Land geworden, wenn ein emeritierter Professor und renommierter Publizist morgens um sechs von der Polizei heimgesucht wird? Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) findet das offenbar völlig in Ordnung. Seine BegrĂŒndung: "Naziparolen dĂŒrfen wir nicht dulden." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit fast schon wieder beeindruckend ist â wenn er nicht so erschreckend wĂ€re.
Die RealitÀtsverweigerung eines MinisterprÀsidenten
Der Fall Norbert Bolz zeigt exemplarisch, wie weit sich die politische Elite von rechtsstaatlichen Grundprinzipien entfernt hat. Der Medienwissenschaftler hatte auf X aus einem taz-Artikel zitiert und dabei die Worte "Deutschland erwache" verwendet â eindeutig erkennbar in kritisch-ironischem Kontext. Elf Monate spĂ€ter klopft die Staatsgewalt an seine TĂŒr. Screenshots werden gesichert. Als hĂ€tte man es mit einem Schwerverbrecher zu tun.
Kretschmer sieht darin kein Problem. Im Gegenteil: Er verteidigt dieses Vorgehen mit einer Vehemenz, die selbst hartgesottene Beobachter sprachlos macht. "Da kann man versuchen, sich herauszureden und sagen, das ist Satire", meint der sÀchsische Landesvater. Als ob das Erkennen von Satire eine besondere Geistesgabe wÀre, die nur wenigen AuserwÀhlten vorbehalten ist.
Wenn die CDU die Meinungsfreiheit opfert
Besonders pikant: Kretschmer stellt sich damit gegen einen konservativen Intellektuellen, der eigentlich zur natĂŒrlichen Klientel seiner Partei gehören sollte. Doch die CDU von heute hat mit konservativen Werten offenbar so viel zu tun wie ein Vegetarier mit einem Steakhouse. Die Partei, die einst fĂŒr bĂŒrgerliche Freiheiten stand, verteidigt nun Hausdurchsuchungen wegen offensichtlicher Satire.
Die Empörung ĂŒber diesen Vorfall reicht mittlerweile bis in die Reihen der GrĂŒnen. Selbst die ehemalige Parteichefin Ricarda Lang kritisierte die MaĂnahme als "absurd". Wenn sogar die GrĂŒnen mehr GespĂŒr fĂŒr Meinungsfreiheit zeigen als ein CDU-MinisterprĂ€sident, dann lĂ€uft etwas gewaltig schief in diesem Land.
Die Doppelmoral der Staatsgewalt
WĂ€hrend ein Professor wegen eines satirischen Tweets durchsucht wird, marschieren auf deutschen StraĂen ungestraft Demonstranten mit IS-Flaggen und rufen zur Vernichtung Israels auf. In der Berliner Sonnenallee werden Kalifat-Parolen skandiert, ohne dass die Staatsanwaltschaft auch nur mit der Wimper zuckt. Aber wehe, ein Wissenschaftler wagt es, die "Woke"-Bewegung mit spitzer Feder zu kommentieren.
Diese Doppelmoral ist nicht nur offensichtlich, sie ist geradezu grotesk. Die taz selbst, aus deren Artikel Bolz zitierte, bleibt völlig unbehelligt. Die Staatsanwaltschaft sieht dort keinen Handlungsbedarf. Ein Schelm, wer dabei an politische WillkĂŒr denkt.
Der schleichende Autoritarismus
Was wir hier erleben, ist nichts weniger als der schleichende Ăbergang in einen Gesinnungsstaat. Meldestellen wie "Hessen gegen Hetze" durchforsten das Internet nach vermeintlichen VerstöĂen â natĂŒrlich immer nur in eine politische Richtung. Elf Monate nach einem Tweet wird plötzlich ermittelt. Als hĂ€tte der Rechtsstaat nichts Besseres zu tun.
Kretschmer rechtfertigt dies mit dem Verweis auf den Holocaust und die "zivilisierte Welt". Als ob die VĂ€ter des Grundgesetzes bei der Formulierung der Meinungsfreiheit vergessen hĂ€tten, dass es eine deutsche Geschichte gibt. Nein, sie kannten diese Geschichte sehr genau â und gerade deshalb schrieben sie die Meinungsfreiheit so prominent ins Grundgesetz.
Die CDU auf Irrwegen
Die Haltung Kretschmers ist symptomatisch fĂŒr eine CDU, die ihre konservativen Wurzeln lĂ€ngst gekappt hat. Statt fĂŒr Freiheit und Eigenverantwortung einzutreten, macht man sich zum SteigbĂŒgelhalter eines immer autoritĂ€rer werdenden Staates. Die Partei, die einst gegen die DDR-Diktatur kĂ€mpfte, verteidigt nun Methoden, die an dĂŒstere Zeiten erinnern.
Besonders bitter: In Sachsen, wo die Menschen aus eigener Erfahrung wissen, was staatliche WillkĂŒr bedeutet, sollte ein MinisterprĂ€sident sensibler mit solchen Themen umgehen. Doch Kretschmer scheint diese Lektion vergessen zu haben. Oder schlimmer noch: Er hat sie nie verstanden.
Die BĂŒrger werden sich das merken. Bei den nĂ€chsten Wahlen könnte die Quittung folgen. Denn eines ist klar: Wer die Meinungsfreiheit mit FĂŒĂen tritt, der tritt auch die Demokratie mit FĂŒĂen. Und das werden die Sachsen dem Mann aus der Oberlausitz nicht verzeihen.
In Zeiten wie diesen wird deutlich, warum kluge Anleger auf bewĂ€hrte Werte setzen. WĂ€hrend die Politik immer unberechenbarer wird, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber StabilitĂ€t und Sicherheit. Sie sind immun gegen politische WillkĂŒr und staatliche Ăbergriffe â ein Aspekt, der in Anbetracht solcher VorfĂ€lle immer wichtiger wird.
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