Kettner Edelmetalle
04.03.2026
08:20 Uhr

Kostenlawine im Supermarkt: Nahost-Eskalation bedroht deutsche Lebensmittelpreise

Kostenlawine im Supermarkt: Nahost-Eskalation bedroht deutsche Lebensmittelpreise

Was viele BĂŒrger seit Monaten befĂŒrchten, könnte nun bittere RealitĂ€t werden: Die dramatische Eskalation im Nahen Osten – insbesondere der Konflikt mit dem Iran – droht die ohnehin angespannte Preissituation bei Lebensmitteln in Deutschland weiter zu verschĂ€rfen. Die deutsche ErnĂ€hrungsindustrie schlĂ€gt Alarm und warnt vor einem regelrechten „Kostentsunami", der Verbraucher und Produzenten gleichermaßen treffen könnte.

DĂ©jĂ -vu fĂŒr deutsche Verbraucher

Man reibt sich verwundert die Augen. Hatten wir das nicht alles schon einmal? Als Russland 2022 in die Ukraine einmarschierte, explodierten die Energiepreise – und mit ihnen die Kosten fĂŒr Butter, Brot und Milch. Nun droht ein zweiter Akt desselben Dramas, nur mit anderen Akteuren auf der geopolitischen BĂŒhne. Die Bundesvereinigung der Deutschen ErnĂ€hrungsindustrie (BVE) zeichnet ein dĂŒsteres Bild: Die Branche verbrauche jĂ€hrlich rund 38 Terawattstunden Erdgas fĂŒr ihre Produktionsprozesse. Das sind 38 Milliarden Kilowattstunden – eine gewaltige Menge, die bei steigenden Gaspreisen unmittelbar auf die Produktionskosten durchschlĂ€gt.

An der niederlĂ€ndischen Referenzbörse TTF sei der Gaspreis bereits deutlich gestiegen. Parallel dazu verteuere sich das Öl, was die Logistikkosten in die Höhe treibe. Die Rechnung ist simpel und brutal zugleich: Teureres Gas bedeutet teurere Produktion, teureres Öl bedeutet teureren Transport – und am Ende zahlt der Verbraucher an der Supermarktkasse.

Branchenvertreter fordern politisches Handeln

BVE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Christoph Minhoff findet deutliche Worte. Wer den drohenden Kostentsunami fĂŒr die Lebensmittelbranche stoppen wolle, um den Verbraucher nicht zusĂ€tzlich zu belasten, mĂŒsse jetzt konsequent handeln, so Minhoff. Die Parallelen zur Situation nach dem russischen Überfall auf die Ukraine seien unĂŒbersehbar.

Der Verband fordert konkrete Sofortmaßnahmen: den Wegfall der Lkw-Maut fĂŒr die Lebensmittelbranche, die Streichung von Netzentgelten sowie ein Ende weiterer Belastungen durch Steuern, Abgaben und bĂŒrokratische Dokumentationspflichten. DarĂŒber hinaus spricht sich die BVE fĂŒr eine erneute EinfĂŒhrung der Gaspreisbremse aus, wie sie 2023 fĂŒr Haushalte und kleinere Unternehmen galt. Damals wurde der Gaspreis fĂŒr ein Grundkontingent von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs auf zwölf Cent pro Kilowattstunde gedeckelt.

Eine Branche am Limit

Die Dimension des Problems wird erst deutlich, wenn man sich die Zahlen vor Augen fĂŒhrt. Mit rund 6.000 Betrieben und etwa 644.000 BeschĂ€ftigten gehört die ErnĂ€hrungsindustrie zu den grĂ¶ĂŸten Industriezweigen Deutschlands. Der Jahresumsatz liegt bei knapp 233 Milliarden Euro, wovon etwa ein Drittel auf den Export entfĂ€llt. Allein im Nahen Osten könnten nun Ausfuhren im Umfang von rund einer Milliarde Euro gefĂ€hrdet sein.

„Wenn der Konflikt lĂ€nger anhĂ€lt, ist zu befĂŒrchten, dass es in einem erheblichen Umfang zur Drosselung der Produktion oder gar zur Aufgabe ganzer GeschĂ€ftszweige kommt."

Diese Warnung der BVE sollte jeden aufrĂŒtteln. Denn hinter „Aufgabe ganzer GeschĂ€ftszweige" verbergen sich reale ArbeitsplĂ€tze, reale Existenzen und eine reale GefĂ€hrdung der Versorgungssicherheit.

Die hausgemachte Verwundbarkeit

Doch so berechtigt die Sorgen der Branche auch sein mögen – man darf die Frage stellen, warum Deutschland im Jahr 2026 immer noch derart verwundbar ist, wenn irgendwo auf der Welt ein Konflikt ausbricht. Die Antwort liegt in einer jahrelangen Energiepolitik, die man nur als strategisches Versagen bezeichnen kann. Die ĂŒberstĂŒrzte Abschaltung der letzten Kernkraftwerke, die ideologisch motivierte AbhĂ€ngigkeit von erneuerbaren Energien, die nicht grundlastfĂ€hig sind, und die gleichzeitige Kappung russischer Gaslieferungen ohne adĂ€quaten Ersatz – all das hat Deutschland in eine Lage manövriert, in der jede geopolitische ErschĂŒtterung unmittelbar auf den Geldbeutel der BĂŒrger durchschlĂ€gt.

WĂ€hrend andere LĂ€nder wie Frankreich auf einen robusten Energiemix mit Kernkraft setzen, hat Deutschland sich sehenden Auges in eine Sackgasse begeben. Die Brötchen werden nachts gebacken – da schlafen die Solarpanele bekanntlich. Und der Wind weht auch nicht immer dann, wenn die Produktionsanlagen der Lebensmittelindustrie laufen mĂŒssen.

Suezkanal und Straße von Hormus: Nadelöhre des Welthandels

Neben den Energiepreisen bereiten der Branche auch mögliche Störungen im internationalen Handel massive Sorgen. Eine Sperrung wichtiger Transportwege sowie ein erschwerter Zugang zum Roten Meer und zum Suezkanal wĂŒrden zu höheren Frachtkosten, fehlenden KapazitĂ€ten und gravierenden Störungen der Lieferketten fĂŒhren, warnt die BVE. Die Straße von Hormus, durch die tĂ€glich etwa ein FĂŒnftel des weltweiten Ölhandels fließt, ist dabei das neuralgische Nadelöhr schlechthin.

Die Globalisierung, die jahrzehntelang als Allheilmittel gepriesen wurde, entpuppt sich einmal mehr als zweischneidiges Schwert. Wenn ein Land nicht einmal mehr in der Lage ist, seine Grundversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, ohne von Handelsrouten am anderen Ende der Welt abhÀngig zu sein, dann stimmt etwas Fundamentales nicht. Das fortschreitende Höfesterben in der deutschen Agrarwirtschaft, das von der Politik seit Jahren achselzuckend hingenommen wird, verschÀrft diese Problematik zusÀtzlich.

Der BĂŒrger als Leidtragender – wie immer

Bereits seit Beginn der Pandemie sind die Verbraucherpreise in Deutschland um ĂŒber 21 Prozent gestiegen, wĂ€hrend die Einkommen nur gut 11 Prozent zulegten. Der reale Kaufkraftverlust ist fĂŒr Millionen Haushalte lĂ€ngst spĂŒrbar – beim tĂ€glichen Einkauf, an der Tankstelle, bei der Nebenkostenabrechnung. Und nun droht die nĂ€chste Welle.

Man muss kein Zyniker sein, um festzustellen: FĂŒr den Fiskus sind steigende Preise durchaus willkommen. Die Mehrwertsteuereinnahmen steigen automatisch mit – ein stiller Profiteur der Inflation ist und bleibt der Staat. Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, tatsĂ€chlich die geforderten Entlastungen umzusetzen, darf bezweifelt werden. Schließlich hat man gerade erst ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen, das ĂŒber Generationen hinweg finanziert werden muss – durch eben jene Steuern und Abgaben, die die ErnĂ€hrungsindustrie nun gesenkt sehen möchte.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen die schleichende Entwertung zu schĂŒtzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt – gerade in Phasen geopolitischer Unsicherheit und steigender Inflation. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten, wenn das Vertrauen in politische Lösungen schwindet.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach RĂŒcksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. FĂŒr Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ĂŒbernehmen wir keine Haftung.

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