Kettner Edelmetalle
19.10.2026
08:01 Uhr
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Kerosin-Schock: Eurowings streicht Dubai-Flüge – jetzt droht Kurzarbeit!

Kerosin-Schock: Eurowings streicht Dubai-Flüge – jetzt droht Kurzarbeit!
Symbolbild: KI-generiert

Die Lufthansa-Tochter Eurowings zieht die Notbremse. Wegen explodierender Treibstoffkosten prüft die Airline aus Köln, ob sie Beschäftigte im deutschen Flugbetrieb im Winter in Kurzarbeit schickt. Erste Flüge sind bereits gestrichen. Die Belegschaft wurde in dieser Woche per Brief informiert.

Ein Unternehmenssprecher hat die Pläne bestätigt, zuerst hatte ein Nachrichtenmagazin darüber berichtet. Laut Eurowings laufen schon Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit. Wie viele Mitarbeiter es treffen könnte, sagt die Airline bisher nicht.

Dubai-Traum nach wenigen Wochen geplatzt

Als Erstes fallen ausgerechnet die Prestige-Verbindungen weg: Die erst kürzlich gestarteten Strecken von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai sind gestrichen. Auf so langen Flügen frisst der teure Sprit die Marge besonders schnell auf. Das arabische Drehkreuz soll nur noch ab Berlin angeflogen werden.

Darüber hinaus will Eurowings laut dem Schreiben der Geschäftsführung rund fünf Prozent des geplanten Programms kürzen. Ganze Strecken sollen dabei nicht wegfallen, wohl aber einzelne Frequenzen im gesamten Netz. Wer im Winter fliegen will, sollte seine Verbindung also genau im Blick behalten.

250 Millionen Euro: Die Rechnung des Iran-Kriegs

Hinter dem Sparkurs steckt eine gewaltige Summe. Medienberichten zufolge spricht das interne Schreiben von fast 250 Millionen Euro höheren Kerosinkosten als geplant, und zwar allein im laufenden Jahr. Seit dem Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite und der zeitweisen Sperrung der Straße von Hormus ist Flugbenzin knapp und teuer geworden.

Ein Fass Kerosin kostete vor dem Konflikt rund 85 bis 90 Dollar. Anfang April waren es Berichten zufolge 209 Dollar, Ende September laut Branchenverband IATA immer noch gut 185 Dollar. Nach dem Personal ist Treibstoff der zweitgrößte Kostenblock jeder Airline. Air Baltic und Volotea mussten im September bereits Gläubigerschutz beantragen. Und Entwarnung gibt es nicht: Auch für 2027 erwartet Eurowings dem Bericht zufolge keine Entlastung.

Weihnachtsfeier fällt aus

Gespart wird zusätzlich in der Verwaltung, bis Ende 2028 sollen dort laut Fachmedien 100 Vollzeitstellen wegfallen. Selbst die geplante Weihnachtsfeier hat Eurowings abgesagt. Das ist natürlich vor allem ein Signal an die Belegschaft.

Gewerkschaften wittern Doppelmoral

Bei den Arbeitnehmervertretern kommt der Kurs nicht gut an. Verdi will bei der Ausgestaltung der Kurzarbeit mitreden und fordert, die Zahlungen der Arbeitsagentur notfalls aufzustocken. Verdi-Sekretär Marvin Reschinsky verweist darauf, dass der Mutterkonzern weiterhin profitabel sei:

"Die Lufthansa erwirtschaftet unter dem Strich auch aktuelle Gewinne."

Noch schärfer klingt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Sie hält die Minderheitsbeteiligung der Lufthansa an der portugiesischen TAP für überteuert. VC-Vize Oliver Löwe erklärte, wer in Lissabon mit Finanzkraft auftrete und einen erheblichen Aufpreis zahle, könne den eigenen Leuten nicht weismachen, harte Einschnitte seien alternativlos.

Am Ende zahlt wieder die Allgemeinheit

Ein Punkt geht in der Debatte gern unter: Kurzarbeitergeld kommt aus der Arbeitslosenversicherung. Bezahlt wird es also von den Beitragszahlern, von Arbeitnehmern und Betrieben in ganz Deutschland. Ein profitabler Konzern lädt einen Teil seiner Krisenkosten bei der Solidargemeinschaft ab. Dass das Fragen aufwirft, liegt auf der Hand.

Zugleich zeigt der Fall, wie verwundbar der Standort Deutschland ist. Wer von importierter Energie abhängt und den Luftverkehr obendrein mit Luftverkehrsteuer und Emissionshandel belastet, hat in einer Krise kaum Spielraum. Ein Krieg tausende Kilometer entfernt reicht, und in Köln fallen Flüge aus.

Für Sparer ist die Lehre ähnlich. Energieschocks treiben die Preise und fressen Kaufkraft. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte gezeigt, dass sie in solchen Phasen Werte erhalten können. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie für mehr Stabilität sorgen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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