
Japans Industrie im Würgegriff: Nahost-Krise lässt Herstellervertrauen abstürzen

Es ist ein Alarmsignal, das man in Tokio nicht ignorieren kann – und das auch in Berlin aufhorchen lassen sollte. Das Vertrauen japanischer Hersteller ist im April so stark eingebrochen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der Reuters-Tankan-Index, ein verlässlicher Frühindikator für die Stimmung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, fiel um satte elf Punkte auf plus 7. Der stärkste monatliche Rückgang seit Januar 2023. Und die Ursache? Einmal mehr geopolitisches Chaos im Nahen Osten.
Die Straße von Hormus als Achillesferse
Japan bezieht rund 95 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten. Eine Abhängigkeit, die sich nun bitter rächt. Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts hat die Energielieferungen aus der Golfregion massiv beeinträchtigt und globale Lieferketten empfindlich gestört. Was als regionaler Konflikt begann, entfaltet seine wirtschaftlichen Schockwellen nun bis nach Ostasien – und darüber hinaus.
Die zwischen dem 1. und 10. April durchgeführte Umfrage unter 492 großen japanischen Unternehmen zeichnet ein düsteres Bild. Besonders hart trifft es die Grundstoffindustrie. Der Chemiesektor stürzte regelrecht ab: von plus 21 im März auf minus 8 im April. Ein Manager eines Chemieunternehmens brachte es auf den Punkt: Die Rohstoffkosten stiegen, die Beschaffung sei durch die Lage im Nahen Osten instabil geworden. Ein anderer Branchenvertreter berichtete, dass Lieferungen durch den begrenzten Rohstoffnachschub eingeschränkt würden.
Produktionspläne auf dem Prüfstand
Die Nervosität greift um sich. Ein Verantwortlicher aus der Zellstoff- und Papierindustrie erklärte, dass Produktions- und Absatzpläne für den Rest des Jahres überarbeitet werden müssten – aus Sorge, ölbasierte Materialien nicht mehr zuverlässig beschaffen zu können. Wer glaubt, die Automobilindustrie bleibe verschont, irrt nur teilweise: Auch der Transportmaschinensektor verzeichnete einen Rückgang, wenngleich moderater – von plus 36 auf plus 20.
Der Blick nach vorn verheißt wenig Gutes. Die Hersteller erwarten eine weitere Verschlechterung: Der Ausblicksindex soll bis Juli auf magere plus 2 fallen. Ein Manager eines Maschinenbauers warnte unmissverständlich:
„Wenn der Iran-Konflikt sich in die Länge zieht, werden unsere Kunden ihre Investitionen zurückhalten."
Dienstleister trotzen dem Sturm – noch
Einen Lichtblick gibt es immerhin im Dienstleistungssektor. Die Stimmung unter den Nicht-Herstellern verbesserte sich von plus 25 im März auf plus 31 im April. Getragen wird dieser Optimismus von einer robusten Nachfrage in den Bereichen Bauwesen, Immobilien und IT-Dienstleistungen. Private Investitionen zeigten laut Branchenvertretern keinerlei Anzeichen einer Abschwächung. Doch auch hier dürfte die Zuversicht bröckeln: Für Juli wird ein Rückgang auf plus 14 erwartet.
Was Deutschland daraus lernen sollte
Die japanische Situation ist ein Lehrstück – auch für die Bundesrepublik. Wer sich in einseitige Energieabhängigkeiten begibt, zahlt im Ernstfall einen hohen Preis. Deutschland hat diese bittere Lektion bereits mit der Abhängigkeit von russischem Gas erfahren müssen. Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz nun ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt hat, mag ambitioniert klingen – doch solange die grundlegende Frage der Energiesicherheit nicht gelöst ist, bleibt jede Industriepolitik ein Kartenhaus im Wind.
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, explodierender Rohstoffpreise und fragiler Lieferketten zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Vermögenssicherung unverzichtbar sind. Während Aktienmärkte und Industrieindizes bei jedem geopolitischen Beben ins Wanken geraten, bewähren sich Edelmetalle seit Jahrtausenden als stabiler Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Portfolio nicht entsprechend diversifiziert hat, könnte das schon bald bereuen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.










