Kettner Edelmetalle
05.07.2025
09:59 Uhr

Industriearbeiter schlagen Alarm: BetriebsrÀte warnen Merz vor beispiellosem Arbeitsplatzsterben

Die deutsche Industrie steht am Abgrund – und die Arbeitnehmervertreter schlagen nun mit aller Macht Alarm. In einem dramatischen Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz haben die BetriebsrĂ€te der Industriegiganten Arcelor Mittal EisenhĂŒttenstadt und BASF Schwarzheide ein vernichtendes Urteil ĂŒber die deutsche Energiepolitik gefĂ€llt. Ihre Warnung könnte deutlicher kaum ausfallen: "Noch nie waren so viele gute ArbeitsplĂ€tze bedroht wie heute."

Der am 3. Juli verfasste Brief, der auch von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) sowie fĂŒhrenden Arbeitnehmervertretern des Kraftwerksbetreibers Leag aus Cottbus unterzeichnet wurde, liest sich wie ein Abgesang auf den Industriestandort Deutschland. Die Verfasser werfen der Politik vor, mit "wohlfeilen Worten" und "Durchhalteparolen" die dramatische RealitĂ€t zu verschleiern.

100.000 Jobs bereits vernichtet – und kein Ende in Sicht

Die nackten Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache: Allein im vergangenen Jahr wurden in der deutschen Industrie 100.000 ArbeitsplĂ€tze ersatzlos gestrichen. Was die BetriebsrĂ€te besonders empört: Diese Entwicklung sei das direkte Ergebnis einer verfehlten Energie- und Klimapolitik, die trotz 35 Jahren staatlicher Subventionen fĂŒr erneuerbare Energien keine nennenswerte Verbesserung der Versorgungssicherheit gebracht habe.

Die Kritik der Arbeitnehmervertreter ist schonungslos: Windkraft und Photovoltaik wĂŒrden "bis heute keinen grĂ¶ĂŸeren Beitrag zur Versorgungssicherheit als vor drei Jahrzehnten" leisten. Stattdessen verursachten sie Netzkosten im dreistelligen Milliardenbereich. Eine Zahl, die aufhorchen lĂ€sst: Laut dem Institut fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung beliefen sich allein die Kosten fĂŒr den Umgang mit NetzengpĂ€ssen im Jahr 2023 auf drei Milliarden Euro. Der notwendige Umbau des Stromnetzes wĂŒrde bis 2045 sogar unfassbare 651 Milliarden Euro verschlingen.

Die Energiewende als "Operation am offenen Herzen" – der Patient stirbt

Mit einer drastischen Metapher bringen die BetriebsrĂ€te ihre Verzweiflung zum Ausdruck: "Wenn die Energiewende eine Operation am offenen Herzen unserer Volkswirtschaft ist, dann ist diese Operation bislang grĂŒndlich misslungen. Der Patient droht, auf dem OP-Tisch zu sterben." Diese bildhafte Sprache zeigt, wie ernst die Lage aus Sicht der Arbeitnehmer ist.

Die Forderungen an Kanzler Merz sind eindeutig: Ein Ende des "planlosen Zubaus von PV und Wind" sowie ein grundsĂ€tzliches Umdenken in der Energiepolitik. Der Ausstieg aus Atomkraft und Kohlestrom habe zu teurem und unsicherem Strom gefĂŒhrt – eine Entwicklung, die direkt zum Niedergang der energieintensiven Industrie beitrage.

Konkrete Beispiele des Scheiterns

Die jĂŒngsten Entwicklungen bei den unterzeichnenden Unternehmen unterstreichen die Dramatik der Situation. Arcelor Mittal schloss im Dezember 2024 seinen Standort in Olpe. Im Juni kĂŒndigte der Stahlriese zudem an, die geplante Umstellung seiner Werke in Bremen und EisenhĂŒttenstadt auf "grĂŒnen Stahl" nicht durchzufĂŒhren – trotz sieben Milliarden Euro staatlicher Subventionen, die der Konzern ausschlug.

Auch beim Kraftwerksbetreiber Leag zeigt sich das Scheitern der grĂŒnen Transformation: Das Unternehmen stoppte im Juni den Bau eines geplanten Wasserstoffkraftwerks in Boxberg, wo "grĂŒner Wasserstoff" produziert und verstromt werden sollte. Die ambitionierte "GigawattFactory" mit Batteriespeichern und flexiblen Gaskraftwerken steht ebenfalls auf der Kippe.

Ein Hilferuf, der nicht ungehört bleiben darf

Was dieser Brandbrief deutlich macht: Die deutsche Industriepolitik der vergangenen Jahre ist grandios gescheitert. Die ideologiegetriebene Energiewende, vorangetrieben von grĂŒnen TrĂ€umereien und realitĂ€tsfernen Politikern, hat den Standort Deutschland an den Rand des industriellen Abgrunds gefĂŒhrt. Wenn selbst die traditionell zurĂŒckhaltenden BetriebsrĂ€te zu solch drastischen Worten greifen, muss die neue Bundesregierung endlich handeln.

Die Antwort der Bundesregierung auf diesen verzweifelten Hilferuf steht noch aus. Doch die Zeit drĂ€ngt: Mit jedem Tag, an dem die Politik an ihrer verfehlten Energiestrategie festhĂ€lt, verschwinden weitere ArbeitsplĂ€tze – und mit ihnen die Zukunft des Industriestandorts Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass Kanzler Merz die Zeichen der Zeit erkennt und endlich den Mut aufbringt, die desaströse Energiepolitik seiner VorgĂ€nger zu korrigieren. Die deutschen Arbeitnehmer haben es verdient, dass ihre Regierung fĂŒr sie und nicht gegen sie arbeitet.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
19.03.2025
13 Min.

Wer ist: Hans Werner Sinn

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn ist die bekannte Stimme der wirtschaftlichen Vernunft in Deutschland. Als Wirtschaftswissenschaftler und PrÀsident des ifo Instituts hat er stets die Politik zu Wirtschafts

Magazin
26.09.2025
6 Min.

Digitaler Euro: Kein Schutz vor Falschgeld

Auf der Nordseeinsel Föhr hĂ€ufen sich in diesen Wochen Berichte ĂŒber gefĂ€lschte 2-Euro-MĂŒnzen. Eisdielen, HĂ€ndler und Gastronomen sind gleichermaßen betroffen. Das zustĂ€ndige Landeskriminalamt erklĂ€r