Kettner Edelmetalle
19.08.2026
05:53 Uhr
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Ifo-Alarm: Jedes vierte Industrieunternehmen verliert den Anschluss

Ifo-Alarm: Jedes vierte Industrieunternehmen verliert den Anschluss
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Industrie kommt aus dem RĂŒckwĂ€rtsgang nicht heraus. Nach einer aktuellen Umfrage des MĂŒnchner Ifo-Instituts vom Juli berichten 25,4 Prozent der Unternehmen, dass sie auf MĂ€rkten außerhalb der EU an WettbewerbsfĂ€higkeit verlieren. Nur 5,2 Prozent sehen dort eine Verbesserung – ein VerhĂ€ltnis von fast fĂŒnf zu eins.

Auch der europÀische Heimatmarkt bietet keinen Schutz: 17 Prozent der befragten Firmen melden dort eine schwÀchere Position, lediglich 6,3 Prozent eine bessere.

„Keinen Boden gutmachen" – die nĂŒchterne Diagnose aus MĂŒnchen

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, findet deutliche Worte:

„Die deutsche Industrie kann auf den internationalen MĂ€rkten weiterhin keinen Boden gutmachen. Gerade außerhalb Europas bleibt der Wettbewerbsdruck hoch."

Und weiter, mit einem Satz, der jede Hoffnung auf ein schnelles Comeback dÀmpft:

„Die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie sind struktureller Natur. Kurzfristige konjunkturelle Verbesserungen allein werden daran wenig Ă€ndern."

Übersetzt heißt das: Es ist kein Konjunkturtal, aus dem man einfach herauswĂ€chst. Es sind hausgemachte Standortprobleme – Energiepreise, BĂŒrokratie, Steuer- und Abgabenlast.

Autoindustrie im freien Fall – 43 Prozent melden Verluste

Am hĂ€rtesten trifft es das einstige AushĂ€ngeschild der deutschen Wirtschaft. In der Automobilindustrie berichten 43,0 Prozent der Unternehmen von einer verschlechterten Wettbewerbsposition außerhalb der EU. Innerhalb Europas sind es 24,8 Prozent.

Auch die ĂŒbrigen Schwergewichte der deutschen Wertschöpfung stehen unter Druck:

  • Metallerzeugung und -bearbeitung: 29,1 Prozent
  • Chemische Industrie: 26,0 Prozent (in der EU: 22,1 Prozent)
  • Maschinenbau: 25,5 Prozent
  • Hersteller von Metallerzeugnissen: 25,3 Prozent
  • Elektrische AusrĂŒstungen: 24,5 Prozent

Ausgerechnet die GetrĂ€nkeindustrie ist laut der Erhebung die einzige Branche, die ihre Position sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU verbessern konnte. Ein schwacher Trost fĂŒr ein Land, das vom Export lebt.

Der Blick zurĂŒck: Von Rekordtief zu Dauertief

Die Zahlen wirken auf den ersten Blick weniger dramatisch als in den Vorquartalen. Wie aus den veröffentlichten Ifo-Erhebungen hervorgeht, meldeten im Oktober 2025 sogar 36,6 Prozent der Industriebetriebe einen RĂŒckgang ihrer WettbewerbsfĂ€higkeit außerhalb der EU – der schlechteste Wert seit Beginn der Befragung vor mehr als drei Jahrzehnten. Im Januar 2026 waren es 31,2 Prozent, im April 25,2 Prozent.

Eine Erholung? Wohl kaum. Denn seit dem Sommer 2025 pendelt der Wert um die Marke von einem Viertel – der Absturz hat sich lediglich auf niedrigem Niveau eingependelt. Wer immer wieder scheitert und irgendwann konstant scheitert, hat noch nichts gewonnen.

Politik verwaltet den Abstieg

Aus Sicht unserer Redaktion legt die Erhebung schonungslos offen, was Unternehmer seit Jahren beklagen: Hohe Energiekosten, ausufernde Berichtspflichten und ein Regulierungsdickicht aus Berlin und BrĂŒssel kosten Marktanteile – jeden Monat. Sondervermögen in Milliardenhöhe mögen BrĂŒcken und Schienen finanzieren, den Preis einer Kilowattstunde senken sie nicht.

FĂŒr Sparer und Anleger ist die Botschaft unbequem, aber klar: Wenn die industrielle Substanz einer Volkswirtschaft erodiert, gerĂ€t auch die Kaufkraft der WĂ€hrung unter Druck. Physisches Gold und Silber sind kein Allheilmittel, aber seit Generationen eine bewĂ€hrte Beimischung, wenn es darum geht, Vermögen unabhĂ€ngig von Konjunkturzyklen und politischen Fehlentscheidungen zu sichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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