Kettner Edelmetalle
24.02.2026
19:42 Uhr

Huawei trotzt US-Sanktionen: Umsatz explodiert auf 127 Milliarden Dollar

Während westliche Technologiekonzerne unter dem zunehmenden geopolitischen Druck ächzen und die transatlantischen Handelsbeziehungen durch Trumps aggressive Zollpolitik auf eine harte Probe gestellt werden, liefert ausgerechnet ein chinesischer Konzern eine Lektion in wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit: Huawei Technologies hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über 880 Milliarden Yuan erzielt – umgerechnet rund 127 Milliarden US-Dollar. Eine Zahl, die aufhorchen lässt.

Zweitbester Umsatz in der Firmengeschichte

Huawei-Vorstandsvorsitzender Howard Liang Hua verkündete die beeindruckenden Zahlen auf der Guangdong High-quality Development Conference, einer Veranstaltung der Provinzregierung. Der Umsatz stelle den zweithöchsten Wert in der Geschichte des Shenzhen-Konzerns dar. Nur im Jahr 2020, als Huawei 891 Milliarden Yuan erwirtschaftete, lag der Umsatz noch geringfügig höher. Zum Vergleich: 2024 hatte das Unternehmen bereits über 860 Milliarden Yuan umgesetzt. Der Wachstumstrend ist ungebrochen.

Was diese Zahlen so bemerkenswert macht, ist der Kontext, in dem sie entstanden sind. Seit Jahren versuchen die Vereinigten Staaten, Huawei durch immer schärfere Sanktionen in die Knie zu zwingen. Der Zugang zu fortschrittlichen Chips wurde beschnitten, das Android-Betriebssystem entzogen, internationale Geschäftsbeziehungen systematisch torpediert. Doch der chinesische Technologieriese weigert sich schlicht, zu fallen.

Smartphone-Marktführer in China – Apple geschlagen

Besonders eindrucksvoll zeigt sich Huaweis Comeback im Smartphone-Segment. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens IDC eroberte der Konzern im vergangenen Jahr die Marktführerschaft im chinesischen Smartphone-Markt zurück – mit einem Anteil von 16,4 Prozent. Apple, der vermeintlich unbesiegbare Gigant aus Cupertino, musste sich mit 16,2 Prozent knapp geschlagen geben. Es war das erste Mal seit 2020, dass Huawei über ein gesamtes Geschäftsjahr hinweg die Spitzenposition auf dem chinesischen Festland behaupten konnte.

Man muss kein Freund der chinesischen Wirtschaftspolitik sein, um anzuerkennen, dass hier ein bemerkenswertes Phänomen zu beobachten ist. Während Europa – und insbesondere Deutschland – seine technologische Souveränität zunehmend einbüßt und sich in endlosen Regulierungsdebatten verliert, demonstriert China, wie ein Land seine Schlüsselindustrien schützt und fördert. Die Frage drängt sich auf: Wo bleibt der europäische Huawei?

Ein Lehrstück für den Westen

Die Erfolgsgeschichte Huaweis ist mehr als nur eine Unternehmensmeldung. Sie ist ein geopolitisches Signal. Trumps Sanktionspolitik, die nun in seiner zweiten Amtszeit mit noch aggressiveren Zöllen von 34 Prozent auf chinesische Importe fortgesetzt wird, hat offenkundig nicht den gewünschten Effekt erzielt. Statt Huawei zu zerstören, haben die Sanktionen den Konzern gezwungen, eigene Technologien zu entwickeln – vom hauseigenen Betriebssystem HarmonyOS bis hin zu selbst entwickelten Chiparchitekturen.

Für Deutschland und Europa sollte dies ein Weckruf sein. Statt sich in ideologischen Grabenkämpfen um Gendersprache und Klimakleber zu verlieren, wäre es an der Zeit, massiv in technologische Innovation und industrielle Unabhängigkeit zu investieren. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre besser in Zukunftstechnologien angelegt als in marode Brücken – so wichtig Infrastruktur auch sein mag.

Huaweis Zahlen sind ein Spiegel, in den der Westen ungern blickt. Doch wer die Augen verschließt, wird am Ende nicht nur den technologischen Wettlauf verlieren, sondern auch den wirtschaftlichen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien, Technologieunternehmen oder andere Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft.

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