Kettner Edelmetalle
25.04.2026
09:17 Uhr

Googles 40-Milliarden-Wette auf Anthropic: Das große KI-Karussell dreht sich immer schneller

Googles 40-Milliarden-Wette auf Anthropic: Das große KI-Karussell dreht sich immer schneller

Die Milliarden fließen in der KI-Branche derzeit so reichlich, dass selbst hartgesottene Wall-Street-Veteranen ins Staunen geraten. Google hat angekĂŒndigt, seine Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic massiv auszubauen – mit einer initialen Investition von zehn Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von schwindelerregenden 350 Milliarden Dollar. Werden bestimmte Leistungsziele erreicht, könnten weitere 30 Milliarden hinzukommen. Das gesamte Volumen dieses Deals dĂŒrfte sich somit auf bis zu 40 Milliarden Dollar belaufen.

Ein Deal mit vielen Facetten

Anthropic, gegrĂŒndet im Jahr 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern – darunter die Geschwister Dario und Daniela Amodei – hat sich vor allem mit dem KI-Modell Claude einen Namen gemacht. Teil des frischen Abkommens sei, so wird berichtet, die Bereitstellung von satten fĂŒnf Gigawatt RechenkapazitĂ€t durch Google Cloud ĂŒber die kommenden fĂŒnf Jahre. Weitere KapazitĂ€ten könnten folgen. Zur Einordnung: FĂŒnf Gigawatt entsprechen in etwa der Leistung mehrerer großer Kernkraftwerke. Wer angesichts solcher Zahlen noch glaubt, die Energiewende mit WindrĂ€dchen und Solarpaneelen stemmen zu können, hat den Schuss offenbar nicht gehört.

Amazon zieht parallel nach

Anfang derselben Woche hatte bereits Amazon weitere fĂŒnf Milliarden Dollar in Anthropic investiert – ebenfalls auf Basis der Bewertung von 350 Milliarden Dollar. Die Option auf eine zusĂ€tzliche Aufstockung um 20 Milliarden Dollar steht im Raum. Anthropic ist damit zum begehrten Spielball der Tech-Giganten geworden, wĂ€hrend sich der Wettlauf um Rechenleistung weiter zuspitzt. Erst kĂŒrzlich hatte Meta mit Amazon einen milliardenschweren Vertrag ĂŒber CPU-Chips abgeschlossen – die Schlacht um jede verfĂŒgbare Recheneinheit hat begonnen.

Googles KalkĂŒl: Cloud-GeschĂ€ft und eigene Chips stĂ€rken

FĂŒr den Suchmaschinenriesen aus Mountain View bringt das Abkommen gleich mehrere strategische Vorteile. Zum einen wird die Nachfrage nach Google Cloud zementiert, zum anderen profitieren die hauseigenen TPU-Chips, die sich zunehmend als ernstzunehmende Alternative zu Nvidias dominanter KI-Chip-Architektur etablieren. Erst diese Woche stellte Google zwei neue Chips fĂŒr das sogenannte agentische Zeitalter vor: Den TPU 8t fĂŒr das Training von KI-Modellen und den TPU 8i fĂŒr die anschließende Inferenz, also den Betrieb fertiger KI-Anwendungen. Der Angriff auf Nvidias Quasi-Monopol gewinnt damit an SchĂ€rfe.

Das große ZirkulargeschĂ€ft – ein „epischer Circle Jerk"?

Doch genau hier beginnen die kritischen Fragen. Beobachter rĂŒmpfen bereits seit lĂ€ngerem die Nase ĂŒber die zunehmend zirkulĂ€ren Finanzierungsstrukturen in der KI-Branche. Google investiert in Anthropic, Anthropic kauft RechenkapazitĂ€t bei Google. Amazon investiert in Anthropic, Anthropic nutzt AWS-Infrastruktur. Nvidia investiert in zahlreiche Firmen, die wiederum Nvidia-Chips kaufen. Die Hand wĂ€scht die Hand – und dabei steigen die Bewertungen ins Astronomische. Anthropic, ein Unternehmen, das vor knapp vier Jahren aus dem Nichts entstanden ist, soll nun 350 Milliarden Dollar wert sein. Das ist mehr als die Marktkapitalisierung der Deutschen Telekom, BMW und Siemens zusammen. Wer hier nicht hellhörig wird, dĂŒrfte beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 ebenfalls ĂŒberrascht gewesen sein.

Erinnerungen an vergangene Spekulationsblasen

Die Geschichte hat gezeigt, dass exzessive Bewertungen, befeuert durch zirkulĂ€re Finanzströme und eine euphorische Anlegerstimmung, selten ein gutes Ende nehmen. Tulpenmanie, Dotcom-Blase, Subprime-Krise – die Muster wiederholen sich. Wenn ein einziges Unternehmen ohne nennenswerte schwarze Zahlen mit einer Bewertung gehandelt wird, die ganze Industriezweige in den Schatten stellt, ist Vorsicht geboten. Dass die großen Tech-Konzerne sich gegenseitig die Bilanzen aufpolieren, indem sie Geld im Kreis schieben, sollte jedem nĂŒchternen Beobachter zu denken geben.

Was bedeutet das fĂŒr den Anleger?

In Zeiten, in denen Konzerne mit zweifelhaften GeschĂ€ftsmodellen mit dreistelligen Milliardenbewertungen jongliert werden, gewinnen wertbestĂ€ndige Anlageformen wieder an Bedeutung. WĂ€hrend sich die KI-Konzerne in einem immer absurderen Bewertungstanz wiegen, bleibt physisches Gold ein Anker der StabilitĂ€t – ohne Gegenparteirisiko, ohne zirkulĂ€re Buchhaltungstricks und ohne abhĂ€ngig von der nĂ€chsten QuartalsprĂ€sentation eines Tech-Giganten. Wer sich an die Dotcom-Blase erinnert, weiß: Wenn die Musik stoppt, wollen plötzlich alle gleichzeitig aussteigen. Eine breite Streuung des Vermögens unter BerĂŒcksichtigung physischer Edelmetalle gehört in solchen Phasen nicht zur konservativen Übervorsicht, sondern zum nĂŒchternen Risikomanagement.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel dargestellten Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und keine individuelle Empfehlung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich vor einer Investitionsentscheidung selbstĂ€ndig und umfassend zu informieren oder einen qualifizierten Anlageberater zu konsultieren. Anlageentscheidungen erfolgen stets auf eigene Verantwortung. Eine Haftung fĂŒr direkte oder indirekte Folgen aus den hier veröffentlichten Inhalten wird ausgeschlossen.

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