Kettner Edelmetalle
04.05.2026
10:05 Uhr

Gesellschaftlicher Scherbenhaufen: 77 Prozent sehen das Miteinander in TrĂŒmmern

Gesellschaftlicher Scherbenhaufen: 77 Prozent sehen das Miteinander in TrĂŒmmern

Wer durch deutsche FußgĂ€ngerzonen schlendert, durch den morgendlichen Berufsverkehr hetzt oder einen Blick in die Kommentarspalten sozialer Netzwerke riskiert, ahnt es lĂ€ngst. Doch nun belegen es auch die nĂŒchternen Zahlen einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit: Die deutsche Gesellschaft befindet sich in einem alarmierenden Zustand. Sage und schreibe 77 Prozent der Befragten attestieren dem gesellschaftlichen Zusammenhalt eine deutliche Verschlechterung in den vergangenen drei Jahren. Ein vernichtendes Zeugnis, das mehr ist als nur eine statistische Momentaufnahme – es ist ein Hilferuf einer Nation, die ihren inneren Kompass zu verlieren droht.

Wenn aus Nachbarn Gegner werden

Die Ergebnisse der im MĂ€rz bundesweit durchgefĂŒhrten Befragung von rund 1000 Erwachsenen lesen sich wie eine Diagnose im fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Zwei Drittel – exakt 67 Prozent – bewerten das soziale Miteinander mittlerweile als schlecht oder sehr schlecht. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um sechs Prozentpunkte gestiegen. Ein Trend, der nicht nur besorgniserregend, sondern alarmierend ist. Wer hier noch von einzelnen Ausreißern spricht, verschließt die Augen vor einer gesellschaftlichen RealitĂ€t, die lĂ€ngst aus den Fugen geraten ist.

Besonders erschreckend: 86 Prozent der Befragten nehmen mehr Beleidigungen und Respektlosigkeit wahr, 81 Prozent berichten von einer steigenden AggressivitĂ€t im Alltag. Hinzu kommen 79 Prozent, die einen wachsenden Egoismus beklagen, sowie 76 Prozent, die eine Zunahme von Intoleranz und Ausgrenzung beobachten. Wer diese Zahlen noch als "GefĂŒhl" abtun möchte, dem sei gesagt: Das ist kein Stimmungsbild, das ist ein Befund.

Der öffentliche Raum als Schauplatz der Verrohung

Besonders deutlich wird die Verschlechterung dort, wo Menschen unweigerlich aufeinandertreffen. 87 Prozent der Befragten erleben den öffentlichen Raum – etwa beim Einkaufen oder im Straßenverkehr – als Ort zunehmender AggressivitĂ€t. Wer heute morgens den Bus betritt, abends durch die Innenstadt geht oder am Wochenende auf einem Bahnhof wartet, kann ein Lied davon singen. Die alltĂ€gliche Höflichkeit, einst Markenzeichen einer funktionierenden BĂŒrgergesellschaft, scheint vielerorts zur AntiquitĂ€t verkommen zu sein.

83 Prozent meinen zudem, dass der Umgangston in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten weiter verroht sei. Auch dieser Wert hat sich gegenĂŒber dem Vorjahr verschlechtert. Die digitalen Echokammern werden zu BrutstĂ€tten des Hasses, in denen Menschen einander Dinge an den Kopf werfen, die sie sich von Angesicht zu Angesicht niemals trauen wĂŒrden.

Die Ursachen liegen offen zutage

Doch woher rĂŒhrt diese Erosion des Miteinanders? Wer ehrlich hinschaut, erkennt: Die Spaltung kommt nicht aus dem Nichts. Eine Politik, die jahrelang Ideologie ĂŒber Pragmatismus stellte, die BĂŒrger in immer neue Lager aufteilte – Geimpfte gegen Ungeimpfte, KlimaschĂŒtzer gegen Autofahrer, Mieter gegen Vermieter, Stadt gegen Land – hat Spuren hinterlassen. Der Ton in der politischen Debatte ist verroht, und wer den Fisch vom Kopf her stinken sieht, weiß, wo die Verantwortung beginnt.

Hinzu kommt eine ungebremste Zuwanderung, die an vielen Orten zu kulturellen Reibungen fĂŒhrt, die niemand wegdiskutieren kann. Die KriminalitĂ€tsstatistiken sprechen eine deutliche Sprache, die Polizeigewerkschaften warnen seit Jahren – doch wer den öffentlichen Raum als zunehmend unsicher empfindet, wurde lange Zeit als Schwarzmaler abgekanzelt. Heute zeigen die Umfragen: Die BĂŒrger wussten es lĂ€ngst besser.

Wirtschaftliche Sorgen heizen den Konflikt zusÀtzlich an

Auch die wirtschaftliche Lage trĂ€gt ihren Teil bei. Eine ausufernde Inflation, explodierende Energiepreise, Reallohnverluste und die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz – all das schafft ein Klima, in dem der Geduldsfaden vieler MitbĂŒrger dĂŒnner wird. Das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen der neuen Bundesregierung wird die Inflation nach EinschĂ€tzung vieler Ökonomen weiter anheizen, statt Entlastung zu bringen. Wer jeden Monat aufs Neue rechnen muss, ob das Geld bis zum Ende reicht, hat selten Lust auf höfliche Plaudereien an der Supermarktkasse.

Was bleibt, ist die Verantwortung jedes Einzelnen

So wenig die Politik aus der Verantwortung entlassen werden darf, so sehr bleibt der gesellschaftliche Zusammenhalt auch eine Aufgabe fĂŒr jeden Einzelnen. Werte wie Anstand, Respekt und RĂŒcksichtnahme entstehen nicht in Ministerien, sondern in Familien, Schulen und Vereinen. Wer traditionelle Werte – die Familie, die Nachbarschaft, das ehrenamtliche Engagement – stĂ€rkt, legt das Fundament fĂŒr einen Wiederaufbau dessen, was ĂŒber Jahrzehnte beschĂ€digt wurde.

Die DAK-Umfrage ist mehr als eine bloße Erhebung. Sie ist ein Weckruf an Politik und Gesellschaft gleichermaßen. Wer ihn ignoriert, riskiert, dass aus 77 Prozent bald 87 Prozent werden. Und dann wĂ€re der gesellschaftliche Friede nicht mehr nur angeschlagen, sondern endgĂŒltig verloren. In Zeiten wie diesen, in denen Vertrauen in Institutionen, Politik und Mitmenschen schwindet, gewinnen bestĂ€ndige Werte – im Privaten wie im Materiellen – an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte hinweg als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt, wenn Papierversprechen brĂŒchig werden und das Vertrauen schwindet. Sie sind eine sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögensportefeuille – gerade dann, wenn die Welt um uns herum aus dem Lot gerĂ€t.

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