
Geely setzt auf Technologie statt Preiskampf – und erteilt dem ruinösen Wettbewerb eine Absage

Während sich Europas Automobilindustrie in einer beispiellosen Krise befindet und deutsche Hersteller um ihre Zukunft ringen, prescht Chinas zweitgrößter Autobauer mit einer bemerkenswerten Strategie vor: Geely Auto, Hersteller des meistverkauften reinen Elektrofahrzeugs auf dem chinesischen Festland – des Galaxy Xingyuan –, will seinen Vorsprung nicht durch aggressive Preissenkungen verteidigen, sondern durch überlegene Technologie.
Schluss mit dem Preiskampf auf Kosten der Substanz
Jerry Gan Jiayue, Geschäftsführer der Pkw-Sparte des Konzerns, erteilte dem in China grassierenden Phänomen der sogenannten „Involution" eine klare Absage. Dieser Begriff beschreibt einen erbarmungslosen Wettbewerb, bei dem Hersteller ihre Produkte teilweise unter den Herstellungskosten verkaufen – nur um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Ein Geschäftsmodell, das langfristig niemanden zum Gewinner macht.
Stattdessen wolle man auf größere Reichweiten und schnellere Ladetechnologien setzen. Man verspreche, sich im Markt auf Basis von Technologie, Qualität, Marke, Service und unternehmerischer Ethik zu behaupten, so Gan. Die Priorität liege darauf, Dinge zu tun, die für Kunden, die Branche und die Gesellschaft tatsächlich wertvoll seien.
Ein Signal an die gesamte Branche
Geelys Ankündigung ist mehr als eine bloße Unternehmensmitteilung. Als erster großer chinesischer Automobilkonzern legte man die Preisstrategie für 2026 offen – und das in einem Umfeld, das von düsteren Absatzprognosen und schwachen Januarverkäufen geprägt ist. Die Erwartungen eines erneuten Rabattkrieges hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Gans Worte dürften den Ton für die gesamte Branche in diesem Jahr setzen.
Was bedeutet das für Europa?
Für die europäische und insbesondere die deutsche Automobilindustrie sollte diese Nachricht ein Weckruf sein. Denn wenn selbst chinesische Hersteller erkennen, dass ein reiner Preiskampf in die Sackgasse führt, und stattdessen massiv in technologische Innovation investieren, dann verschärft sich der Druck auf BMW, Mercedes und Volkswagen noch einmal erheblich. Die chinesischen Wettbewerber werden nicht billiger – sie werden besser.
Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die marode Infrastruktur flicken will und die Industrie mit immer neuen regulatorischen Auflagen belastet, investiert China zielgerichtet in die Schlüsseltechnologien der Zukunft. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass Deutschland hier den Anschluss zu verlieren droht – wenn er nicht längst verloren ist.
Die Frage, die sich jeder stellen sollte: Wie lange kann sich eine Nation, die einst als Wiege des Automobils galt, noch auf vergangenen Lorbeeren ausruhen, während die Konkurrenz aus Fernost mit atemberaubendem Tempo davonzieht? Die Antwort dürfte vielen nicht gefallen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen – ob in Aktien von Automobilherstellern oder andere Anlageklassen – sollten stets auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Jeder Anleger trägt die volle Verantwortung für seine Entscheidungen. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als bewährten Baustein zur Vermögenssicherung in einem breit diversifizierten Portfolio in Betracht ziehen.
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