Kettner Edelmetalle
20.08.2025
11:08 Uhr

Gastgewerbe im freien Fall: Wenn die Politik das Essengehen zum Luxus macht

Die deutsche Gastronomie stirbt einen langsamen Tod – und die Bundesregierung schaut tatenlos zu. WĂ€hrend die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz vollmundig von "Verantwortung fĂŒr Deutschland" spricht, rutschen Wirte und Restaurantbetreiber immer tiefer in die Existenzkrise. Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Halbjahr 2025 sanken die preisbereinigten UmsĂ€tze um satte 3,7 Prozent im Vergleich zum ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum.

Die bittere RealitÀt hinter den Zahlen

Besonders hart trifft es die Gastronomie mit einem realen Minus von 4,1 Prozent, wĂ€hrend Hotels und Beherbergungsbetriebe mit einem RĂŒckgang von 2,6 Prozent noch glimpflicher davonkommen. Was diese nĂŒchternen Zahlen verschweigen: Dahinter stehen Tausende von Familienbetrieben, die um ihre nackte Existenz kĂ€mpfen. Generationen von Gastronomen sehen ihr Lebenswerk zerbröseln, wĂ€hrend die Politik seit Jahren versagt.

Der Deutsche Hotel- und GaststĂ€ttenverband (Dehoga) bringt es auf den Punkt: Die GĂ€ste wĂŒrden sparsamer, gingen seltener essen, wĂ€hlten gĂŒnstigere Gerichte und verzichteten auf Extras wie Vorspeisen oder das zweite GetrĂ€nk. Doch ist das wirklich verwunderlich in einem Land, in dem die Inflation galoppiert und die Reallöhne stagnieren?

Der Mehrwertsteuer-Wahnsinn

Ein besonderer Dorn im Auge der Branche ist die seit Januar 2024 wieder geltende volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf Speisen. Nachdem wĂ€hrend der Corona-Zeit der reduzierte Satz von 7 Prozent galt, kam die RĂŒckkehr zum alten Satz einem Todesstoß gleich. Nun verspricht die neue Bundesregierung großzĂŒgig, zum kommenden Jahr wieder auf 7 Prozent zu senken – ein klassisches Beispiel fĂŒr das politische Hin und Her, das Unternehmern jegliche Planungssicherheit raubt.

"Die Lage der Branche ist angespannt, die Aussichten fĂŒr das zweite Halbjahr sind gedĂ€mpft"

So fasst Dehoga-PrĂ€sident Guido Zöllick die Situation zusammen. GedĂ€mpft? Das ist noch höflich ausgedrĂŒckt fĂŒr eine Branche, die am Abgrund steht.

Ein Symptom des grĂ¶ĂŸeren Problems

Die Krise des Gastgewerbes ist nur ein Symptom einer viel tieferen Malaise. Deutschland verliert seine LebensqualitĂ€t, seine Gastlichkeit, seine Tradition. Wo frĂŒher der sonntĂ€gliche Restaurantbesuch zur deutschen Familienkultur gehörte, herrscht heute Verzicht und Sparsamkeit. Die gestiegenen Kosten fĂŒr Energie, Personal und Lebensmittel – alles Folgen einer verfehlten Politik – zwingen die Betriebe in die Knie.

Besonders bitter: Nach einem kurzen Zwischenhoch zu Ostern verschlechterte sich die Lage im Sommer weiter. Die Juni-Zahlen zeigen ein reales Minus von 5,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat. Das ist keine normale Schwankung mehr, das ist ein Absturz.

Was bleibt von der deutschen Gastkultur?

WĂ€hrend die Politik von KlimaneutralitĂ€t trĂ€umt und 500 Milliarden Euro Sondervermögen fĂŒr fragwĂŒrdige Projekte plant, stirbt ein StĂŒck deutscher Kultur. Die kleinen Gasthöfe, die gemĂŒtlichen Eckkneipen, die familiengefĂŒhrten Restaurants – sie alle fallen der politischen Misswirtschaft zum Opfer. Was bleibt, sind Systemgastronomie-Ketten und Fast-Food-Tempel, die sich die hohen Kosten noch leisten können.

Die Ironie dabei: Dieselbe Regierung, die behauptet, fĂŒr den Mittelstand zu kĂ€mpfen, treibt ihn mit ihrer Politik in den Ruin. Statt echter Entlastung gibt es Almosen wie die temporĂ€re Mehrwertsteuersenkung, die viel zu spĂ€t kommt und viel zu wenig bewirkt.

Es ist Zeit fĂŒr einen grundlegenden Kurswechsel. Deutschland braucht eine Politik, die den Mittelstand nicht nur in Sonntagsreden lobt, sondern tatsĂ€chlich unterstĂŒtzt. Eine Politik, die versteht, dass Gastronomie mehr ist als nur ein Wirtschaftszweig – sie ist ein StĂŒck LebensqualitĂ€t, Kultur und Tradition. Doch davon scheint die aktuelle Regierung meilenweit entfernt zu sein.

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