
Feuersturm am Golf: Wenn im Nahen Osten die Ăltanker brennen, zittert Europas Wohlstand
Es sind Bilder, die man aus Kriegsfilmen zu kennen glaubt â und doch spielen sie sich in diesen Tagen in der wohl wichtigsten WasserstraĂe der Welt ab. In der StraĂe von Hormuz brennen die Tanker, Raketen zischen ĂŒber den Golf, und die Revolutionsgarden des Iran verkĂŒnden mit martialischer Rhetorik: Solange die USA in der Region seien, werde ânicht ein einziger Tropfen Ăl oder Gas" mehr exportiert. Willkommen in einer neuen Eskalationsstufe, die den ohnehin schon strapazierten WeltmĂ€rkten den Atem raubt.
Ein Konflikt, der die Welt an der Gurgel packt
Durch die StraĂe von Hormuz flieĂt ein gewaltiger Anteil des weltweiten Ăltransports. Wer diese Meerenge kontrolliert, hĂ€lt die Hand am Puls der Weltwirtschaft. Und genau darum tobt nun ein erbitterter Schlagabtausch. Die iranischen Revolutionsgarden beanspruchen kurzerhand die âKriegskontrolle" ĂŒber die gesamte Meerenge, wĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump eine komplette Blockade iranischer HĂ€fen verhĂ€ngt haben soll.
Ăber drei aufeinanderfolgende NĂ€chte hĂ€tten amerikanische StreitkrĂ€fte massive Bombardements gegen iranische Ziele geflogen â Bushehr, Bandar Abbas, Bandar Kangan. Der Iran wiederum habe Waffenlager, Satelliten-Kommunikationszentren und US-MilitĂ€runterkĂŒnfte in Bahrain und Kuwait ins Visier genommen. Ein Tit-for-tat, ein tödliches Ping-Pong, bei dem am Ende unschuldige Seeleute sterben.
Wenn Seeleute fĂŒr geopolitische Machtspiele bluten
Mindestens drei Tanker sollen ĂŒber Nacht getroffen worden sein. Der Frachter âStolt Magnesium" habe nach der Explosion eines ânicht identifizierten externen GerĂ€ts" im Maschinenraum Feuer gefangen. Bitter: Ein indischer Seemann sei ums Leben gekommen, acht weitere seien verwundet worden, als iranische Marschflugkörper zwei Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate getroffen hĂ€tten. Indien habe daraufhin den iranischen Vizebotschafter einbestellt.
Nur die Revolutionsgarden können euch die Freigabe erteilen â so lautet die zynische Botschaft aus Teheran, wĂ€hrend Schiffe auf den Meeresgrund sinken.
Al Jazeera meldete, die Zahl der passierenden Schiffe sei auf den tiefsten Stand seit fĂŒnf Wochen gefallen. Nur sechs Schiffe an einem Tag â dort, wo sonst der Lebensnerv der globalen Energieversorgung pulsiert.
TACO Tuesday: Trumps Zoll-Rolle rĂŒckwĂ€rts
Und Washington? Dort erlebt man das, was Beobachter sĂŒffisant âTACO Tuesday" nennen. Trump hatte zunĂ€chst angekĂŒndigt, eine GebĂŒhr von 20 Prozent auf den Frachtwert aller Schiffe erheben zu wollen, die durch die Meerenge wollten. Doch nach âhochproduktiven GesprĂ€chen" mit der Golf-FĂŒhrung habe er diesen Plan wieder kassiert â nun sollen es âmassive" Investitionsdeals der Golfstaaten in die USA richten.
Selbst US-AuĂenminister Marco Rubio hatte noch Ende Juni klargestellt, dass kein Land GebĂŒhren auf internationalen WasserstraĂen erheben dĂŒrfe â âdas ist geltendes Völkerrecht". Iranische Diplomaten reagierten mit beiĂendem Spott. Man werde ja âfair" sein, Ă€tzte AuĂenminister Araghchi, 20 Prozent seien freilich âzu viel". Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd wiederum bezeichnete jede GebĂŒhrenerhebung als âgrundsĂ€tzlich falsch".
Und was bedeutet das fĂŒr uns?
FĂŒr den deutschen BĂŒrger ist diese Krise weit mehr als ein fernes SĂ€belrasseln. Steigende Ălpreise bedeuten steigende Energiekosten, höhere Spritpreise, teurere Produktion â und damit letztlich eine weitere Drehung an der Inflationsspirale. Ein Deutschland, das seine Energiepolitik jahrelang auf ideologischen Wunschvorstellungen statt auf nĂŒchterner Versorgungssicherheit aufgebaut hat, steht nun besonders verwundbar da. Wer Kernkraftwerke abschaltet und sich von den Launen ferner Konfliktherde abhĂ€ngig macht, darf sich ĂŒber die Folgen nicht wundern.
In solchen Momenten geopolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr, warum kluge Anleger seit Jahrtausenden auf einen krisenfesten Anker setzen. Physisches Gold und Silber kennen keine Blockaden, keine brennenden Tanker und keine politischen Kehrtwenden â sie sind der stille Fels in der Brandung, wenn Papierwerte im Sturm der Weltpolitik ins Wanken geraten. Eine vernĂŒnftige Beimischung von Edelmetallen zu einem breit gestreuten Vermögen war selten so naheliegend wie in diesen unruhigen Zeiten.
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