Kettner Edelmetalle
13.07.2025
15:55 Uhr

Ex-CIA-Analytiker warnt: Atomkriegsgefahr im Nahen Osten bei ĂŒber 50 Prozent

Der ehemalige hochrangige CIA-Analytiker Ray McGovern zeichnet in einem exklusiven Interview ein dĂŒsteres Bild der aktuellen geopolitischen Lage. WĂ€hrend er die Chancen fĂŒr einen Atomkrieg in der Ukraine durch die GesprĂ€che zwischen Trump und Putin als gesunken einschĂ€tzt, sieht er im Nahen Osten eine akute Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Konflikts liege dort bei ĂŒber 50 Prozent, warnt der 85-jĂ€hrige Russland-Experte, der einst die US-PrĂ€sidenten Reagan und Bush persönlich briefte.

Netanjahu als unkontrollierbarer Risikofaktor

Besonders alarmierend sei die Situation in Israel. McGovern stellt die entscheidende Frage: "WĂŒrde er im Extremfall eine Atomwaffe einsetzen?" Seine Antwort fĂ€llt erschreckend klar aus: "Ich denke, er wĂŒrde es wahrscheinlich tun." Der Analytiker begrĂŒndet seine dĂŒstere EinschĂ€tzung mit dem Hinweis auf Netanjahus bisheriges Vorgehen: "Hier haben wir einen Mann, der Völkermord begeht, um Himmels willen. Er hat Hunderttausende Menschen getötet. Was lĂ€sst Sie glauben, dass er keine Atomwaffen einsetzen wĂŒrde?"

Die persönlichen Motive des israelischen Premierministers verschĂ€rften die Lage zusĂ€tzlich. McGovern verweist auf Netanjahus BemĂŒhungen, einer drohenden GefĂ€ngnisstrafe zu entgehen. In dieser verzweifelten Situation könne niemand den israelischen Regierungschef mehr zĂŒgeln - auch nicht US-PrĂ€sident Trump.

Ukraine-Konflikt: Russlands militĂ€rische Überlegenheit entscheidet

Deutlich optimistischer zeigt sich McGovern bezĂŒglich der Ukraine. Er prognostiziert das baldige Ende der ukrainischen StreitkrĂ€fte: "Ich gehe davon aus, dass es in den nĂ€chsten zwei oder drei Monaten keine ukrainische Armee mehr geben wird." Diese militĂ€rische RealitĂ€t zwinge alle Beteiligten an den Verhandlungstisch.

Interessanterweise sieht der Ex-CIA-Mann auf beiden Seiten kein Interesse an einer vollstĂ€ndigen Eroberung der Ukraine durch Russland. Putin wolle nicht "in den nĂ€chsten zwei Jahrzehnten AufstĂ€nde niederschlagen", wĂ€hrend Trump eine gesichtswahrende Lösung suche. McGovern spricht vom "Lippenstift auf dem Schwein der Niederlage" - eine bildhafte Umschreibung fĂŒr die kosmetischen ZugestĂ€ndnisse, die Putin Trump machen könnte.

Historische VertrauensbrĂŒche belasten Beziehungen

Der Analytiker erinnert an die gescheiterten Friedensverhandlungen vom MĂ€rz 2022, als Selenskyj und Putin sich bereits auf einen Deal geeinigt hĂ€tten: keine NATO-Mitgliedschaft fĂŒr die Ukraine, Sonderstatus fĂŒr die Krim, mehr Rechte fĂŒr Russen im Donbass. Doch dann sei Boris Johnson im Auftrag Washingtons nach Kiew gereist und habe Selenskyj zum Abbruch der GesprĂ€che gedrĂ€ngt. "Wir wollen Russland schwĂ€chen", sei die Botschaft gewesen.

Diese und andere VertrauensbrĂŒche hĂ€tten zu einem "großen Misstrauen auf Seiten Moskaus gegenĂŒber Washington" gefĂŒhrt. McGovern listet weitere Beispiele auf: den Putsch in Kiew 2014, die gebrochenen Minsker Vereinbarungen und die Verletzung des 2015 vereinbarten Waffenstillstands in Syrien durch die US-Luftwaffe.

Trump zwischen Unberechenbarkeit und Pragmatismus

Die EinschĂ€tzung des amtierenden US-PrĂ€sidenten fĂ€llt zwiespĂ€ltig aus. McGovern bezeichnet Trump als "Inbegriff der Unberechenbarkeit" und attestiert ihm das Fehlen eines kohĂ€renten Plans fĂŒr den Nahen Osten oder Europa. Gleichzeitig erkennt er aber ein gemeinsames Interesse von Trump und Putin an einer Beendigung des Ukraine-Konflikts.

Überraschend sei die russische Bereitschaft zur Zusammenarbeit trotz aller Provokationen. Selbst nach US-unterstĂŒtzten Drohnenangriffen auf russische Nuklearbasen signalisiere Kreml-Sprecher Peskow weiterhin GesprĂ€chsbereitschaft. Diese pragmatische Haltung Moskaus könnte den Weg fĂŒr eine Einigung ebnen.

Der Niedergang der westlichen Hegemonie

McGovern bestÀtigt die These vom Niedergang des Westens. Die USA seien "nicht mehr die einzige Hegemonialmacht". Der Wendepunkt sei 2015 gekommen, als Russland militÀrisch in Syrien intervenierte und damit erstmals seit dem Kalten Krieg wieder als Gegenmacht zu den USA auftrat. Die tektonische Verschiebung der MachtverhÀltnisse zeige sich in der engen strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China sowie dem Aufstieg der BRICS-Staaten.

Der Schwerpunkt der Weltpolitik verlagere sich unaufhaltsam nach Osten. Dieser Prozess werde zwar Jahrzehnte dauern, sei aber unvermeidlich. Die westliche Dominanz, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ihren Höhepunkt erreichte, neige sich ihrem Ende zu.

Edelmetalle als StabilitÀtsanker in unsicheren Zeiten

Angesichts dieser fundamentalen geopolitischen UmwĂ€lzungen und der akuten Kriegsgefahren gewinnen physische Wertanlagen wie Gold und Silber zunehmend an Bedeutung. WĂ€hrend PapierwĂ€hrungen durch die massiven Staatsschulden und die ausufernde Geldpolitik unter Druck geraten, bieten Edelmetalle einen bewĂ€hrten Schutz vor den UnwĂ€gbarkeiten der Weltpolitik. Gerade in Zeiten, in denen selbst ein ehemaliger CIA-Insider vor der realen Gefahr eines Atomkriegs warnt, sollten Anleger ĂŒber eine angemessene Beimischung von physischen Edelmetallen in ihrem Portfolio nachdenken.

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