
Europas Scheinheiligkeit im Ukraine-Konflikt: Wenn Papiertiger brĂŒllen
WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump tatsĂ€chliche Verhandlungen mit Wladimir Putin vorbereitet, prĂ€sentieren die europĂ€ischen Staaten wieder einmal das, was sie am besten können: wohlklingende ErklĂ€rungen ohne jegliche Substanz. Die gemeinsame Stellungnahme von Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, GroĂbritannien, Finnland und der EU-Kommission zur Ukraine offenbart die ganze Hilflosigkeit eines Kontinents, der sich lĂ€ngst zum Spielball fremder MĂ€chte degradiert hat.
RealitĂ€tsferne Forderungen aus BrĂŒssel
âInternationale Grenzen dĂŒrfen nicht mit Gewalt verĂ€ndert werden", verkĂŒnden die EuropĂ€er mit der Inbrunst von Schulkindern, die das Grundgesetz auswendig gelernt haben. Doch wĂ€hrend sie diese hehren Prinzipien predigen, schaffen Trump und Putin bereits Fakten. Der amerikanische PrĂ€sident spricht offen ĂŒber einen möglichen Gebietsaustausch, Putin fordert die volle Kontrolle ĂŒber den Donbass â und Europa? Europa schreibt ErklĂ€rungen.
Besonders pikant wird es, wenn die europĂ€ischen Staatschefs von ârobusten und glaubwĂŒrdigen Sicherheitsgarantien" sprechen. Welche Sicherheitsgarantien kann ein Kontinent geben, der nicht einmal in der Lage ist, seine eigenen Grenzen zu schĂŒtzen? Ein Kontinent, dessen MilitĂ€r nach jahrzehntelanger VernachlĂ€ssigung kaum einsatzfĂ€hig ist?
Die AbhÀngigkeit von amerikanischer Gnade
Die RealitĂ€t ist brutal: Ohne die USA ist Europa militĂ€risch ein Zwerg. Trump weiĂ das und nutzt seine Druckmittel geschickt. Schon im MĂ€rz lieĂ er die US-MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine vorĂŒbergehend aussetzen â ein deutliches Signal an alle Beteiligten. WĂ€hrend die EuropĂ€er also groĂe Reden schwingen, hĂ€lt Trump die ZĂŒgel fest in der Hand.
âDie Ukraine hat die Freiheit, ĂŒber ihr eigenes Schicksal zu entscheiden", heiĂt es in der europĂ€ischen ErklĂ€rung. Eine noble Aussage â wenn sie denn nicht so offensichtlich an der RealitĂ€t vorbeiginge.
Denn wer entscheidet wirklich ĂŒber das Schicksal der Ukraine? Sicherlich nicht die EuropĂ€er, die sich in Kent zu Vorbereitungstreffen zusammenfinden, wĂ€hrend die wahren Entscheidungen in Alaska zwischen Trump und Putin getroffen werden.
Merkels Erbe: Ein handlungsunfÀhiges Europa
Die aktuelle Situation ist auch das Ergebnis jahrelanger Fehlentscheidungen. Unter Angela Merkel wurde Deutschland energiepolitisch von Russland abhĂ€ngig gemacht, die Bundeswehr kaputtgespart und eine naive Appeasement-Politik betrieben. Nun steht ihr Nachfolger Friedrich Merz vor den Scherben dieser Politik â und kann wenig mehr tun, als gemeinsam mit seinen europĂ€ischen Kollegen ErklĂ€rungen zu verfassen.
Dabei wĂ€re es höchste Zeit fĂŒr Europa, endlich erwachsen zu werden. Statt sich hinter den USA zu verstecken und gleichzeitig deren Politik zu kritisieren, mĂŒsste der Kontinent eigene militĂ€rische StĂ€rke aufbauen. Doch dafĂŒr fehlt sowohl der politische Wille als auch das Geld â letzteres wurde lieber in fragwĂŒrdige Klimaprojekte und die Alimentierung von Millionen Migranten gesteckt.
Die Quittung fĂŒr moralische Ăberheblichkeit
Jahrelang haben sich die EuropĂ€er in moralischer Ăberlegenheit gesonnt. Man war gegen AufrĂŒstung, fĂŒr offene Grenzen, fĂŒr eine âwertebasierte" AuĂenpolitik. Nun zeigt sich: In einer Welt, in der Macht zĂ€hlt, sind schöne Worte wertlos. Trump und Putin verhandeln ĂŒber Territorien und EinflusssphĂ€ren, wĂ€hrend Europa zusehen muss.
Die europĂ€ische ErklĂ€rung fordert âmehr Druck auf Russland". Doch womit will Europa Druck ausĂŒben? Mit Sanktionen, die der eigenen Wirtschaft mehr schaden als der russischen? Mit einer Armee, die kaum in der Lage wĂ€re, das eigene Territorium zu verteidigen?
Zeit fĂŒr einen RealitĂ€tscheck
Es ist Zeit, dass Europa aus seinen TrÀumen erwacht. Die Welt wird nicht von ErklÀrungen und guten Absichten regiert, sondern von harten Machtinteressen. Solange der Kontinent nicht bereit ist, diese RealitÀt anzuerkennen und entsprechend zu handeln, wird er weiterhin zum Spielball anderer MÀchte.
Die Ukraine-Krise offenbart schonungslos die SchwĂ€che Europas. Ein Kontinent, der sich jahrzehntelang auf den Schutz der USA verlassen hat, steht nun hilflos da, wenn dieser Schutz zur Verhandlungsmasse wird. Die Quittung fĂŒr Jahre der VernachlĂ€ssigung eigener Sicherheitsinteressen wird nun prĂ€sentiert â und sie ist bitter.
Vielleicht sollten die EuropĂ€er weniger Zeit mit dem Verfassen von ErklĂ€rungen verbringen und stattdessen endlich damit beginnen, ihre Hausaufgaben zu machen: Eine schlagkrĂ€ftige Verteidigung aufbauen, die EnergieabhĂ€ngigkeit beenden und eine realistische AuĂenpolitik betreiben. Doch dafĂŒr mĂŒsste man erst einmal aus der Traumwelt erwachen, in der man sich seit Jahrzehnten eingerichtet hat.
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