
EuGH-Urteil zwingt von der Leyen zur Offenlegung der Impfstoff-VertrÀge
Ein brisantes Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH) könnte die politische Zukunft von Ursula von der Leyen, der derzeitigen PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission, erheblich beeinflussen. Der EuGH entschied, dass die EU-Kommission die VertrĂ€ge ĂŒber den Kauf von Covid-19-Impfstoffen offenlegen muss. Dies betrifft insbesondere die VertrĂ€ge mit groĂen Pharmaunternehmen wie Pfizer, AstraZeneca, Moderna, BioNTech, Johnson & Johnson, CureVac und Sanofi-GSK.
GeheimvertrÀge unter der Lupe
Die Entscheidung des EuGH kommt zu einem denkbar ungĂŒnstigen Zeitpunkt fĂŒr von der Leyen, die sich morgen zur Wiederwahl stellt. Das Urteil verlangt nicht nur die Offenlegung der VertrĂ€ge, sondern auch die Namen der Verhandler und Details zu EntschĂ€digungs- und Haftungsklauseln. Besonders brisant: Ein GroĂteil der Kosten entfiel auf den Deal mit Pfizer, der von der Leyen persönlich per SMS ausgehandelt haben soll.
Ein Urteil mit weitreichenden Folgen
Der EuGH stellte fest, dass die Kommission der Ăffentlichkeit âkeinen hinreichend umfassenden Zugang zu den VertrĂ€gen ĂŒber den Kauf von Impfstoffen gegen Covid-19 gewĂ€hrtâ habe. Dies gelte insbesondere fĂŒr Bestimmungen zu EntschĂ€digung und Haftung sowie ErklĂ€rungen ĂŒber das Nichtvorliegen von Interessenkonflikten. Kritiker werfen der Kommission vor, durch die Geheimhaltung der VertrĂ€ge die öffentliche Kontrolle zu untergraben.
Politische Implikationen
Die politische Landschaft im EU-Parlament könnte durch das Urteil erheblich ins Wanken geraten. Von der Leyen, die auf die UnterstĂŒtzung der EU-Volkspartei, Sozialdemokraten und Renew-Liberalen angewiesen ist, könnte nun Probleme haben, eine Mehrheit zu sichern. Besonders die GrĂŒnen und die Konservativen und Reformisten (EKR) könnten sich angesichts des Urteils gegen sie stellen.
Ein Sieg fĂŒr die Transparenz
FĂŒr viele Kritiker der EU-Kommission ist das Urteil ein Sieg fĂŒr Transparenz und Demokratie. Fabio De Masi, EU-Abgeordneter der BSW, bezeichnete das Urteil als hinreichenden Grund fĂŒr von der Leyen, ihre Kandidatur zurĂŒckzuziehen. âEinen Tag vor der Wahlâ bekomme die Bewerberin um den Vorsitz der Kommission âvom Gerichtshof der EU bescheinigt in der Pfizer-AffĂ€re gegen EU-Recht verstoĂen zu habenâ, so De Masi.
Die Rolle des Parlaments
Interessanterweise hat das EU-Parlament bisher mehrheitlich gegen die Offenlegung der VertrĂ€ge gestimmt. Dies wirft ein Schlaglicht auf die fragwĂŒrdige Rolle der Abgeordneten der EVP, S&D und Renew, die trotz inexistentem Fraktionszwang wiederholt gegen die Transparenz votierten. Es bleibt abzuwarten, wie das Urteil des EuGH die Dynamik im Parlament verĂ€ndern wird.
Ein Schritt in die richtige Richtung?
Das Urteil könnte ein Signal dafĂŒr sein, dass die Zeiten des âWeiter soâ in der EU-Kommission vorbei sind. Die Klagen von Privatleuten und Petenten könnten ein erstarkendes Instrument im Kampf gegen Korruption in politischen SpitzenĂ€mtern der EU werden. Denn andere Instrumente gegen die Herrschenden in der EU stehen kaum zur VerfĂŒgung.
Die EU-Kommission hat nun zwei Monate Zeit, das Urteil anzufechten. Andernfalls muss sie die geforderten Informationen offenlegen. Dies könnte weitreichende Konsequenzen fĂŒr die politische Karriere von Ursula von der Leyen und die gesamte EU-Kommission haben.
Fazit
Das EuGH-Urteil zur Offenlegung der Impfstoff-VertrĂ€ge könnte ein Wendepunkt in der europĂ€ischen Politik sein. Es zeigt, dass Transparenz und öffentliche Kontrolle auch auf höchster Ebene eingefordert werden können. FĂŒr Ursula von der Leyen und ihre UnterstĂŒtzer wird es nun darauf ankommen, wie sie auf dieses Urteil reagieren und ob sie die notwendigen Konsequenzen ziehen.










