Kettner Edelmetalle
17.04.2026
11:27 Uhr

EU-Altersverifikations-App: Persönliche Dokumente in Minuten hackbar

Kaum hat Ursula von der Leyen ihre neueste digitale Errungenschaft stolz der Öffentlichkeit prĂ€sentiert, da zerbröselt die Fassade bereits wie ein Sandkuchen im Herbstregen. Die EU-App zur Altersverifikation, die kĂŒnftig europaweit zum Einsatz kommen soll, weist offenbar gravierende SicherheitslĂŒcken auf. Ein britischer Sicherheitsberater demonstrierte, wie sich die App innerhalb weniger Minuten knacken lĂ€sst – und damit persönliche Ausweisdokumente der Nutzer frei zugĂ€nglich werden.

Von der Leyen prĂ€sentiert – Hacker demontiert

Am Mittwoch verkĂŒndete die EU-KommissionsprĂ€sidentin noch voller Zuversicht, die App sei technisch fertiggestellt und bereit fĂŒr den europaweiten Einsatz. Nur einen Tag spĂ€ter veröffentlichte der britische IT-Sicherheitsexperte Paul Moore ein Video, das die vermeintliche Errungenschaft als digitales Kartenhaus entlarvte. Der Quellcode der Anwendung ist öffentlich einsehbar – und genau das wurde ihr zum VerhĂ€ngnis.

Das Konzept der App klingt zunĂ€chst simpel: Nutzer sollen ihren Personalausweis oder Reisepass in der Anwendung hinterlegen, woraufhin automatisch berechnet wird, ob die betreffende Person volljĂ€hrig ist. Persönliche Daten wĂŒrden angeblich nicht weitergegeben, versicherte von der Leyen. Doch was nĂŒtzt dieses Versprechen, wenn ein Angreifer die gespeicherten Dokumente ohnehin direkt vom GerĂ€t abgreifen kann?

Die Schwachstelle: Erschreckend banal

Moore beschrieb sein Vorgehen mit einer NĂŒchternheit, die das ganze Ausmaß des Versagens erst recht deutlich macht. Die App wird eigentlich durch eine PIN geschĂŒtzt. Diese PIN wird verschlĂŒsselt in einem Ordner namens „shared_prefs" gespeichert. Wer sich unbefugt Zugang verschaffen möchte, muss lediglich die PIN-Datei aus diesem Ordner löschen, die App neu starten – und erhĂ€lt vollstĂ€ndigen Zugriff auf das hinterlegte Ausweisdokument. Kein ausgefeilter Hackerangriff, keine komplexen Algorithmen. Einfach löschen und neu starten. So simpel, so erschreckend.

Fairerweise muss erwĂ€hnt werden, dass es sich bei der getesteten Version um die sogenannte „White-Label-Version" handelt – eine Grundversion, die vor der offiziellen Veröffentlichung noch angepasst werden soll. Diese ist öffentlich auf der Webseite ageverification.dev abrufbar. Ob die finale Version diesen Sicherheitsfehler behoben haben wird, bleibt indes völlig unklar.

Telegram-GrĂŒnder Durov wittert KalkĂŒl

Besonders brisant ist die EinschĂ€tzung von Pavel Durov, dem GrĂŒnder der Messenger-Plattform Telegram. Er Ă€ußerte auf X eine Vermutung, die man durchaus als beunruhigend bezeichnen darf: Die EU prĂ€sentiere möglicherweise bewusst eine „datenschutzfreundliche", aber leicht hackbare Version der App. Das KalkĂŒl dahinter? Wenn diese Version scheitere, könne man anschließend eine neue Variante rechtfertigen, die den Datenschutz weitgehend ĂŒber Bord wirft – unter dem Vorwand, nur so die Sicherheit der Nutzer gewĂ€hrleisten zu können.

Sollte diese Vermutung zutreffen, wĂ€re dies ein perfides Manöver: Erst das Scheitern inszenieren, dann die totale Überwachung als alternativlose Lösung verkaufen. Ein Muster, das man aus BrĂŒssel leider nur allzu gut kennt.

GrundsÀtzliche Konstruktionsfehler

Moores Fazit fĂ€llt vernichtend aus: So, wie die öffentlich verfĂŒgbare Grundversion der App konzipiert sei, könne es keinen ausreichenden Schutz geben, wenn gleichzeitig eine dezentrale und die AnonymitĂ€t wahrende Lösung angestrebt werde. Mit anderen Worten: Die EU versucht, einen Spagat zu vollfĂŒhren, der technisch schlicht nicht funktioniert. Entweder Datenschutz oder Sicherheit – beides zusammen scheint mit diesem Ansatz nicht realisierbar.

Hinzu kommt ein weiteres fundamentales Problem, das die App nicht lösen kann: Sie unterscheidet nicht, ob die Person, die sich als volljĂ€hrig verifizieren lĂ€sst, tatsĂ€chlich der Besitzer des Handys ist. Jeder, der das GerĂ€t in die HĂ€nde bekommt, kann die Altersverifikation nutzen. Ein Jugendlicher, der das Smartphone eines Erwachsenen verwendet, passiert die Kontrolle mĂŒhelos.

Digitale Ausweispflicht durch die HintertĂŒr?

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier ein Muster zu erkennen. Jede Sicherheitsbehörde in Europa warnt seit Jahren davor, Ausweisdokumente digital zu speichern oder gar im Internet hochzuladen – die Missbrauchsgefahr sei schlicht zu groß. Und nun verlangt ausgerechnet die EU-Kommission von ihren BĂŒrgern genau das? Wer sein Handy verliert oder bestohlen wird, liefert seine sensibelsten IdentitĂ€tsdokumente gleich mit.

Die Frage, die sich jeder mĂŒndige BĂŒrger stellen sollte, lautet: Wem dient diese App wirklich? Dem Schutz von MinderjĂ€hrigen, wie offiziell behauptet? Oder ist sie vielmehr ein weiterer Baustein auf dem Weg zur lĂŒckenlosen digitalen Identifizierung – und damit Überwachung – aller EU-BĂŒrger? Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, von der Corona-Warn-App bis zum digitalen Impfpass, lassen wenig Raum fĂŒr Optimismus.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet jene KommissionsprĂ€sidentin, deren SMS-Kommunikation mit dem Pfizer-Chef bis heute im Dunkeln liegt, nun von ihren BĂŒrgern verlangt, ihre persönlichsten Dokumente einer App anzuvertrauen, die offenbar nicht einmal grundlegende Sicherheitsstandards erfĂŒllt. Transparenz fĂŒr den BĂŒrger, Intransparenz fĂŒr die MĂ€chtigen – so funktioniert die EU im Jahr 2026.

FĂŒr all jene, die ihr Vermögen ebenso wenig leichtfertig digitalen Systemen anvertrauen möchten wie ihre Ausweisdokumente, bleibt der Griff zu physischen Edelmetallen eine zeitlose Alternative. Gold und Silber kennen keine SicherheitslĂŒcken, keine Hacker und keine HintertĂŒren – sie sind greifbar, anonym und seit Jahrtausenden bewĂ€hrt als Instrument der Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten.

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