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09.02.2026
06:02 Uhr

Epstein-Skandal erreicht Trumps Kabinett: Republikaner fordert Kopf des Handelsministers

Die Schatten der Vergangenheit holen die amerikanische Politik ein – und diesmal trifft es einen der engsten Vertrauten von PrĂ€sident Donald Trump. Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie hat in einer bemerkenswerten Wendung den RĂŒcktritt von US-Handelsminister Howard Lutnick gefordert. Der Grund: mutmaßliche Verbindungen zum verstorbenen SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein, die weit ĂŒber das hinausgehen sollen, was Lutnick bisher eingerĂ€umt hat.

Brisante Dokumente werfen unbequeme Fragen auf

Die jĂŒngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten zeichnen ein verstörendes Bild. Lutnick, der milliardenschwere Finanzunternehmer und heutige Handelsminister, taucht darin mehrfach auf. Besonders brisant: E-Mails aus dem Jahr 2012 sollen belegen, dass Lutnick gemeinsam mit seiner Familie einen Besuch auf Epsteins berĂŒchtigter Privatinsel Little St. James geplant haben soll. Eine weitere Nachricht deutet darauf hin, dass dieser Besuch tatsĂ€chlich stattgefunden hat.

Little St. James – von Einheimischen nur als „PĂ€dophileninsel" bezeichnet – galt als Zentrum von Epsteins Missbrauchsring, dem ĂŒber Jahre hinweg unzĂ€hlige junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Der MultimillionĂ€r hatte aus New York heraus ein perfides Netzwerk betrieben, bevor er 2019 unter mysteriösen UmstĂ€nden in seiner GefĂ€ngniszelle starb.

Lutnicks ErklÀrungen widersprechen den Dokumenten

Was die Angelegenheit fĂŒr den Handelsminister besonders heikel macht: Seine öffentlichen Aussagen scheinen im direkten Widerspruch zu den nun aufgetauchten Dokumenten zu stehen. Noch im vergangenen Jahr hatte Lutnick in einem Podcast behauptet, er habe bereits 2005 entschieden, mit dieser „widerlichen Person" nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Die Akten legen jedoch nahe, dass geschĂ€ftliche Verbindungen zwischen beiden MĂ€nnern noch Jahre nach Epsteins erster Verurteilung im Jahr 2008 bestanden haben sollen.

„Wenn man den Informationen aus den Akten Glauben schenkt, war Lutnick auf der Privatinsel des MultimillionĂ€rs und hatte geschĂ€ftliche Beziehungen zu ihm – Jahre nach dessen Verurteilung."

So formulierte es Massie gegenĂŒber dem Sender CNN. Der Republikaner warf Lutnick vor diesem Hintergrund unverblĂŒmt vor, gelogen zu haben. Der Handelsminister habe viele Fragen zu beantworten, doch „offen gesagt sollte er dem PrĂ€sidenten das Leben leichter machen und einfach zurĂŒcktreten".

GeschÀftliche Verstrickungen in New York

Die Verbindungen zwischen Lutnick und Epstein gingen offenbar ĂŒber bloße Bekanntschaft hinaus. Beide MĂ€nner waren in New York Nachbarn gewesen. Laut der „New York Times" sollen sie zudem gemeinsam in dasselbe Privatunternehmen investiert haben. Der Sender CBS News berichtet von geschĂ€ftlichen Verbindungen, die auch nach Epsteins Verurteilung fortbestanden haben sollen.

Ein Vertreter des Handelsministeriums versuchte die Wogen zu glĂ€tten und erklĂ€rte, Lutnick und seine Frau hĂ€tten nach 2005 „nur sehr begrenzte" Kontakte zu Epstein gehabt. Doch diese Formulierung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Was genau bedeutet „sehr begrenzt"? Und warum ĂŒberhaupt noch Kontakte zu einem verurteilten SexualstraftĂ€ter?

Großbritannien als mahnendes Beispiel

Massie, der gemeinsam mit dem demokratischen Abgeordneten Ro Khanna die Gesetzesinitiative zur Veröffentlichung der Epstein-Akten angestoßen hatte, zog einen aufschlussreichen Vergleich: „Wenn das Großbritannien wĂ€re, wĂ€re er schon lĂ€ngst weg." TatsĂ€chlich hatte der Epstein-Skandal auf der anderen Seite des Atlantiks bereits zu mehreren personellen Konsequenzen im Umfeld der Labour-Regierung gefĂŒhrt.

Die Frage, die sich nun stellt, ist eindeutig: Werden in den Vereinigten Staaten andere MaßstĂ€be angelegt? Oder wird die Trump-Administration den unbequemen Fragen ausweichen, solange es politisch opportun erscheint? Die Geschichte lehrt uns, dass solche Skandale selten von alleine verschwinden. Sie haben die unangenehme Eigenschaft, immer wieder an die OberflĂ€che zu drĂ€ngen – meist dann, wenn es am wenigsten gelegen kommt.

Ein Skandal mit Ansage

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten im Dezember und Januar hatte bereits fĂŒr erhebliche Unruhe gesorgt. Dass nun ausgerechnet ein Mitglied des Trump-Kabinetts in den Fokus gerĂ€t, dĂŒrfte dem Weißen Haus alles andere als gelegen kommen. Die reine Nennung in den Dokumenten ist zwar kein Beweis fĂŒr Fehlverhalten – doch die HĂ€ufung der Hinweise und die offensichtlichen WidersprĂŒche zu Lutnicks eigenen Aussagen machen eine AufklĂ€rung unumgĂ€nglich.

Es bleibt abzuwarten, ob PrĂ€sident Trump seinen Handelsminister fallen lĂ€sst oder ob er an ihm festhĂ€lt. Eines jedoch steht fest: Der Epstein-Skandal ist noch lange nicht ausgestanden. Und die amerikanische Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wer in diesem dunklen Kapitel welche Rolle gespielt hat.

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