
Die plötzliche Fahnenliebe der Grünen: Wie Franziska Brantner Schwarz-Rot-Gold entdeckt – und ihre Vergangenheit vergisst

Es gibt Momente im politischen Berlin, in denen man kaum weiß, ob man lachen oder weinen soll. Der Mittwoch im Bundestag lieferte einen solchen Moment. Franziska Brantner, ihres Zeichens Vorsitzende der Grünen, entdeckte urplötzlich ihre tiefe Zuneigung zur deutschen Nationalflagge. „Das sind unsere Farben der Demokraten!“, rief sie in den Plenarsaal – und meinte damit ausgerechnet jene Trikolore, die ihre eigene Partei über Jahre hinweg mit einer Mischung aus Verachtung und Häme bedacht hatte.
Eine Kehrtwende mit dem Charme der Verzweiflung
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Dieselbe politische Kraft, deren Jugendorganisation die „Scheiß Deutschlandflaggen“ am liebsten von jedem Balkon reißen würde, will nun plötzlich Schwarz-Rot-Gold gemeinsam mit der Europafahne hissen. Und selbstverständlich – wie könnte es anders sein – vor allem gegen einen politischen Gegner. „Überlassen wir die Fahne nicht der AfD“, so Brantner. Der AfD-Fraktion warf sie vor, in Wahrheit für Schwarz-Weiß-Rot zu stehen, für die Farben des Kaiserreichs und der NS-Zeit.
Historisch mag der Verweis auf das Wartburgfest von 1817 und die demokratische Tradition von Schwarz-Rot-Gold korrekt sein. Doch die Frage drängt sich auf: Woher kommt diese neuentdeckte Vaterlandsliebe? Und warum ausgerechnet jetzt, da den Grünen die Zustimmungswerte davonlaufen wie das Wasser durch die Finger?
Das Gedächtnis der Wähler ist länger als gedacht
Die Liste der grünen Fahnen-Feindschaft ist lang und unrühmlich. Der Bundessprecher der Grünen Jugend forderte nach dem WM-Aus der Nationalelf, man solle die „scheiß Deutschlandflaggen“ endlich wieder abhängen. In Rheinland-Pfalz setzte man gar die Gleichung „Patriotismus = Nationalismus“ und forderte Fußballfans auf, ihre Fahnen einzurollen. Und die frühere Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth beflaggte ihren Balkon zur WM lieber mit der Regenbogenfahne als mit den Farben ihres eigenen Landes.
„Feiern ja – Nationalismus nein!“ – so klang es damals aus den Reihen jener Partei, die nun beansprucht, die Hüterin der deutschen Nationalfarben zu sein.
Auch die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang wunderte sich seinerzeit öffentlich, warum ihre Partei die Nationalflagge „plötzlich toll finden“ solle. Eine berechtigte Frage – die sich heute umso schärfer stellt.
Die Antwort der AfD saß
Der AfD-Abgeordnete und Historiker Stefan Schröder nutzte eine zugelassene Spontan-Intervention und tat etwas Unerwartetes: Er stimmte Brantner zu. „Lasst sie uns hissen!“, rief er – an jedem öffentlichen Gebäude, an jedem Sportplatz, auf jedem Marktplatz. Doch dann folgte das entscheidende „Aber“: Ob denn die eigene Jugendorganisation der Grünen damit nicht ein gewisses Problem habe? Und was eigentlich mit jenem grünen Wirtschaftsminister sei, der „Vaterlandsliebe zum Kotzen“ finde?
Brantner ging auf keinen einzigen dieser Einwände ein. Stattdessen wiederholte sie ihre Formel, Schwarz-Rot-Gold stehe für die Demokratie und niemand solle der AfD abnehmen, dass sie für diese Farben einstehe. Eine Täuschung werde man nicht durchgehen lassen.
Wer täuscht hier eigentlich wen?
Die Ironie dieser Debatte ist kaum zu überbieten. Eine Partei, deren Anhänger noch vor Kurzem öffentlich ihren Widerwillen gegen die deutschen Nationalfarben zelebrierten, will nun als Bewahrerin ebenjener Farben auftreten. Man hisst eine Deutschlandfahne aber nicht als taktische Waffe gegen einen politischen Konkurrenten – man hisst sie aus Verbundenheit mit dem eigenen Land, aus einem Selbstverständnis heraus, das über Legislaturperioden und Umfragewerte hinausreicht.
Wer die Nationalflagge über Jahre hinweg als Symbol des Ausschlusses und der Ausgrenzung diffamiert, kann sich nicht bei sinkenden Prozenten kurzerhand in einen Patrioten verwandeln. Die deutschen Bürger – und das ist längst nicht nur die Meinung unserer Redaktion – durchschauen dieses Manöver mühelos. Es riecht nach Kalkül, nicht nach Überzeugung. Nach dem verzweifelten Versuch, verlorenes Terrain zurückzuerobern, indem man ausgerechnet jene Werte für sich reklamiert, die man zuvor mit Füßen trat.
Am Ende bleibt eine simple Wahrheit: Die Deutschlandfahne gehört keiner Partei. Sie gehört allen Deutschen, die dieses Land lieben, ehren und für seine Zukunft eintreten. Und genau darin liegt die eigentliche Lektion dieses skurrilen Bundestags-Schauspiels.
Beständigkeit statt politischer Wendemanöver
Was für Fahnen gilt, gilt im Übrigen auch für Werte, die Bestand haben. In einer Zeit, in der politische Überzeugungen offenbar so schnell wechseln wie Umfragewerte, gewinnt Beständigkeit an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein Symbol dafür, dass echter Wert nicht von tagespolitischen Launen abhängt. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, findet in einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle eine bewährte Ergänzung für ein breit gestreutes Portfolio.










