Kettner Edelmetalle
13.07.2026
05:48 Uhr

Der Tod eines Kriegstreibers: Wie das Ende von Lindsey Graham die US-Außenpolitik erschüttert

Er war einer der lautesten Trommler für Waffen, Sanktionen und militärische Interventionen rund um den Globus. Nun ist Lindsey Graham, der einflussreiche republikanische Senator aus South Carolina, im Alter von 71 Jahren verstorben. Nach eigenen Angaben seines Büros habe ihn eine „kurze, plötzliche Krankheit" dahingerafft. Und schon jetzt zeichnet sich ab: Mit ihm verschwindet nicht nur eine Person, sondern eine ganze außenpolitische Ära.

Ein rätselhaftes Ende in Washington

Die Umstände seines Todes lesen sich beinahe wie ein Drehbuch. Laut einem Bericht des Senders CNN seien Rettungskräfte gegen 20:30 Uhr zu Grahams Wohnadresse in Washington gerufen worden, nachdem jemand über Brustschmerzen geklagt habe. Kurios: Der Anrufer, der sich aus Baltimore gemeldet habe, sei bereits auf dem Weg zum Haus gewesen und habe die Tür für unverschlossen gehalten. Die Rettungskräfte hätten sie hingegen verriegelt vorgefunden. Rund 25 Minuten später hätten die Sanitäter mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Vergeblich.

Der ewige Falke im Schatten McCains

Über Jahrzehnte hinweg prägte Graham die amerikanische Politik gegenüber Russland und dem Iran wie kaum ein Zweiter. Geformt durch seinen langjährigen Weggefährten John McCain, verkörperte er jenen interventionistischen Geist, der die Vereinigten Staaten als Weltpolizisten begreift, der seine Interessen überall auf dem Globus notfalls mit militärischer Gewalt durchzusetzen habe. Ein Denken, das ganze Regionen ins Chaos gestürzt hat – man denke nur an die endlosen Kriege im Nahen Osten, deren Rechnung am Ende immer der einfache Steuerzahler beglich.

Netanjahus bester Freund im Senat

Graham reiste regelmäßig nach Israel und pflegte eine enge Freundschaft mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der nach dessen Tod erklärte, er habe einen seiner besten Freunde verloren. Beide teilten dieselbe kompromisslose Haltung: Ein „regime change" in Teheran müsse erzwungen werden – „ohne Rücksicht auf Verluste". Worte, die aus dem Mund eines Politikers, der selbst nie an der Front stand, einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

Der letzte Feldzug gegen Putin

Noch am Freitag, wenige Stunden vor seinem Tod, weilte Graham in Kiew – es war bereits sein zehnter Besuch seit Beginn der russischen Invasion. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich „zutiefst betrübt" und ließ verlauten:

Amerika und die Welt haben einen entschlossenen Anführer verloren.

Grahams letzte Pressemeldung stammt vom 10. Juli. Gemeinsam mit weiteren Senatoren verkündete er stolz, man habe sich mit der Trump-Administration auf ein verschärftes Sanktionsgesetz gegen Russland geeinigt. Diejenigen, die russisches Öl und Erdgas kauften, sollten „hart bestraft" werden. Pikant nur: Das Weiße Haus bestätigte diese angebliche Einigung zu Grahams Lebzeiten nicht.

Ein Machtvakuum mit Sprengkraft

Trump selbst würdigte den Verstorbenen auf seiner Plattform mit den Worten, Graham sei „ein wahrer amerikanischer Patriot" gewesen. In Moskau hingegen galt der Senator als Erzfeind – Russland hatte ihn ausdrücklich auf seine Liste der „Terroristen und Extremisten" gesetzt. Selbst Bundeskanzler Friedrich Merz meldete sich per X-Beitrag zu Wort: „Ich werde ihn vermissen." Man fragt sich, ob Merz mit diesem Beileid nicht auch ein Stück seiner eigenen transatlantischen Wunschträume betrauert.

Die entscheidende Frage bleibt: Wer füllt nun das entstandene Vakuum? Grahams Co-Sponsor Richard Blumenthal ist bereits über 80, um den 84-jährigen Mitch McConnell ranken sich Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Es scheint, als stünde die amerikanische Außenpolitik vor einem tiefgreifenden Generationenwechsel. Namen wie Pete Hegseth und Vizepräsident J.D. Vance könnten künftig eine weit größere Rolle spielen. Als möglicher Übergangskandidat gilt zudem der 70-jährige Mike Huckabee, derzeit US-Botschafter in Israel, der eine ähnliche Linie wie Graham verfolgt.

Was bleibt vom Falken?

Der Tod dieses Mannes markiert womöglich mehr als nur das Ableben eines einzelnen Senators. Er könnte das Ende einer Generation von Politikern einläuten, die die Welt jahrzehntelang mit ihrem Interventionismus überzogen haben. Für Europa – und insbesondere für Deutschland, das sich brav an jede Sanktionsspirale gekettet hat – stellt sich die drängende Frage, wohin die Reise der amerikanischen Außenpolitik nun geht. Eines jedoch steht fest: In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, eskalierender Konflikte im Nahen Osten und eines nicht enden wollenden Ukraine-Krieges suchen kluge Anleger nach einem Anker, der von keiner Regierung und keinem Senator dieser Welt entwertet werden kann. Physisches Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – gerade dann, wenn die politische Weltordnung ins Wanken gerät.

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