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21.01.2026
10:12 Uhr

Corona-Aufarbeitung: Virologe Streeck gesteht Versagen im Umgang mit der Bevölkerung

Corona-Aufarbeitung: Virologe Streeck gesteht Versagen im Umgang mit der Bevölkerung

Es war ein bemerkenswerter Auftritt im ThĂŒringer Landtag, der aufhorchen ließ. Der Virologe Hendrik Streeck, mittlerweile CDU-Bundestagsabgeordneter und Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, rĂ€umte vor dem Corona-Untersuchungsausschuss ein, was viele BĂŒrger lĂ€ngst am eigenen Leib erfahren haben: „Wir sind mit Teilen der Bevölkerung nicht gut umgegangen in der Pandemie."

SpĂ€te Einsicht oder politisches KalkĂŒl?

Die Worte des Virologen klingen wie ein verspĂ€tetes EingestĂ€ndnis dessen, was Millionen Deutsche wĂ€hrend der Pandemiejahre durchleiden mussten. Es gebe Menschen, „denen Unrecht angetan wurde", so Streeck in Erfurt. Eine Formulierung, die angesichts des tatsĂ€chlichen Ausmaßes der gesellschaftlichen Verwerfungen geradezu verharmlosend wirkt. Denn was wĂ€hrend der Corona-Zeit geschah, war weit mehr als bloßes „nicht gut umgehen" – es war eine systematische Ausgrenzung, Diffamierung und Entrechtung von Menschen, die es wagten, kritische Fragen zu stellen.

Streeck warb fĂŒr eine „ehrliche Aufarbeitung" und betonte: „Nur wenn wir lernen, können wir in der Zukunft Fehler vermeiden." Erst dann könne man um Verzeihung bitten – und auch verzeihen. Doch kann man wirklich verzeihen, wenn die Verantwortlichen bis heute keine echten Konsequenzen tragen? Wenn dieselben Politiker, die Ungeimpfte als „Blinddarm der Gesellschaft" bezeichneten, weiterhin in Amt und WĂŒrden sitzen?

Die Wunden einer gespaltenen Gesellschaft

Der Virologe beschrieb anhaltende Wut und tiefe Verletzungen in der Gesellschaft. Es gebe Ärger ĂŒber Menschen, die das Virus ignorierten, ebenso wie ĂŒber die systematische Ausgrenzung Ungeimpfter. „Das ist echte Wut, das sind echte Schmerzen, das ist echter Groll", sagte Streeck. Besonders kritisch Ă€ußerte er sich zu den Schulschließungen, die psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen massiv verstĂ€rkt hĂ€tten.

Was Streeck jedoch verschwieg: Die Schulschließungen waren nur die Spitze des Eisbergs. WĂ€hrend in der Schweiz bereits im Februar 2022 sĂ€mtliche Maßnahmen aufgehoben wurden, hielt Deutschland noch volle 14 Monate lĂ€nger an seinem rigiden Kurs fest – bis April 2023. In dieser Zeit wurden weiterhin Menschen verurteilt, ausgegrenzt und ihrer Grundrechte beraubt. Ein Umstand, der in keinem anderen westlichen Land in dieser Form zu beobachten war.

Die vergiftete Gesellschaft

Die Corona-Politik hat Deutschland nachhaltig gespalten. Auf der einen Seite stehen jene, die sich – teils unter massivem gesellschaftlichem und beruflichem Druck – impfen ließen. Auf der anderen Seite die Ausgegrenzten, die Diffamierten, die „Querdenker" und „Schwurbler", wie sie von Politik und Medien verĂ€chtlich genannt wurden. Familien zerbrachen, Freundschaften gingen in die BrĂŒche, das Vertrauen in staatliche Institutionen wurde nachhaltig erschĂŒttert.

Streeck betonte zwar, in einer Krise gebe es keine perfekten Entscheidungen. Doch diese Aussage greift zu kurz. Es geht nicht um Perfektion – es geht um die grundsĂ€tzliche Frage, ob der Staat das Recht hatte, derart massiv in die Grundrechte seiner BĂŒrger einzugreifen. Ob es verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig war, Menschen vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen, sie ihrer Arbeit zu berauben und sie öffentlich an den Pranger zu stellen.

Aufarbeitung ohne Konsequenzen?

Der Untersuchungsausschuss in ThĂŒringen soll politische Fehler und VersĂ€umnisse aufklĂ€ren sowie Empfehlungen fĂŒr kĂŒnftige Krisen erarbeiten. Parallel dazu arbeitet eine Enquetekommission an Lehren aus der Pandemie. Doch was nĂŒtzen all diese Gremien, wenn am Ende niemand zur Verantwortung gezogen wird? Wenn die Hauptakteure der Corona-Politik – von Karl Lauterbach ĂŒber Jens Spahn bis hin zu Christian Drosten und Lothar Wieler – weiterhin unbehelligt bleiben?

Eine echte Aufarbeitung mĂŒsste bedeuten: Offenlegung aller Entscheidungsprozesse, Untersuchung der Rolle der Pharmaindustrie, ÜberprĂŒfung der Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe sowie – wo nötig – strafrechtliche Konsequenzen fĂŒr jene, die wissentlich falsche Informationen verbreiteten oder ihre Macht missbrauchten. Stattdessen erleben wir ein Schauspiel der Lippenbekenntnisse, bei dem sich Verantwortliche mit vagen EingestĂ€ndnissen aus der AffĂ€re zu ziehen versuchen.

Das zerstörte Vertrauen

Die Folgen der Corona-Politik werden Deutschland noch lange begleiten. Das Vertrauen in die Medizin, in die Wissenschaft und vor allem in die Politik ist bei vielen BĂŒrgern nachhaltig erschĂŒttert. Viele Menschen haben sich geschworen, nie wieder eine Impfung zu akzeptieren – nicht aus Unwissenheit, sondern aus bitterer Erfahrung. Die Drohung einer Impfpflicht, die monatelang wie ein Damoklesschwert ĂŒber den Köpfen der BĂŒrger hing, hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Streecks Auftritt im Untersuchungsausschuss mag ein erster Schritt sein. Doch ohne echte Konsequenzen, ohne eine vollstĂ€ndige Offenlegung aller HintergrĂŒnde und ohne eine aufrichtige Entschuldigung derjenigen, die fĂŒr die Spaltung der Gesellschaft verantwortlich sind, wird die Wunde nicht heilen. Deutschland braucht keine weiteren Enquetekommissionen und UntersuchungsausschĂŒsse, die im Sande verlaufen. Deutschland braucht Wahrheit, Gerechtigkeit und – ja – auch Bestrafung fĂŒr jene, die ihre Macht missbraucht haben.

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