Kettner Edelmetalle
06.03.2026
07:35 Uhr

Continental rutscht tief in die roten Zahlen – Zollpolitik und Konzernumbau fordern ihren Tribut

Was einst als stolzer Industriekonzern aus Hannover die deutsche Ingenieurskunst in alle Welt trug, kĂ€mpft nun mit den Folgen eines radikalen Umbaus und einer zunehmend feindseligen Handelspolitik. Die Continental AG hat im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr einen Verlust von rund 165 Millionen Euro eingefahren – ein dramatischer Absturz, wenn man bedenkt, dass der Konzern im Vorjahr noch satte 1,2 Milliarden Euro Gewinn verbuchen konnte.

Teurer Abschied vom AutozuliefergeschÀft

Der Grund fĂŒr den Einbruch liegt vor allem in den massiven Umbaukosten, die der Konzern schultern musste. Continental hatte sich 2025 von seinem AutozuliefergeschĂ€ft getrennt, das fortan unter dem Namen „Aumovio" eigenstĂ€ndig an der Börse agiert. ZusĂ€tzlich wurde ein Teil der Kunststoff-Technik-Sparte „Contitech" verĂ€ußert. Allein diese Maßnahmen verschlangen nach Angaben des Vorstands rund 1,2 Milliarden Euro – eine gewaltige Summe, die den einstigen Milliardengewinn regelrecht pulverisierte.

Konzernchef Christian Kötz prĂ€sentierte die Zahlen auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch mit demonstrativer Gelassenheit. Man sei zuversichtlich, das TagesgeschĂ€ft wieder profitabler gestalten zu können. Das ReifengeschĂ€ft laufe nach wie vor gut. Doch hinter der Fassade des Optimismus verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Der Umsatz ist bereits 2025 um zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro geschrumpft – und fĂŒr das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem weiteren RĂŒckgang auf nur noch 17,3 bis 18,9 Milliarden Euro.

Trumps Zollkeule trifft auch Hannover

Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die dĂŒsteren Prognosen sind die von der US-Regierung unter PrĂ€sident Donald Trump verhĂ€ngten Zölle. Die 20 Prozent Aufschlag auf EU-Importe treffen einen global aufgestellten Konzern wie Continental mit voller Wucht. Was in Washington als vermeintlicher Schutz amerikanischer ArbeitsplĂ€tze verkauft wird, entpuppt sich fĂŒr europĂ€ische Industrieunternehmen als schleichendes Gift. Und wĂ€hrend die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz vollmundig von wirtschaftlicher StĂ€rke spricht, fehlt es an konkreten Gegenmaßnahmen, die deutsche Unternehmen vor den Auswirkungen dieser protektionistischen Eskalation schĂŒtzen wĂŒrden.

Stattdessen plant Continental weitere Stellenstreichungen in Deutschland. Besonders betroffen sei die Verwaltung am Standort Hannover, teilte der Konzern mit. Bei der Sparte ContiTech sollen rund 150 Millionen Euro eingespart werden – eine Abspaltung stehe im Raum. FĂŒr die betroffenen Mitarbeiter dĂŒrften das keine beruhigenden Nachrichten sein.

Ein Symptom des industriellen Niedergangs

Der Fall Continental ist symptomatisch fĂŒr den Zustand der deutschen Industrie insgesamt. Einst war die Bundesrepublik das industrielle Kraftzentrum Europas, ein Land, in dem Unternehmen wie Continental, Siemens oder ThyssenKrupp fĂŒr Wohlstand und StabilitĂ€t sorgten. Heute reiht sich eine Hiobsbotschaft an die nĂ€chste. Explodierende Energiekosten, eine erdrĂŒckende BĂŒrokratie, eine ideologiegetriebene Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre und nun auch noch ein transatlantischer Handelskrieg – die Belastungen summieren sich zu einem toxischen Cocktail, der selbst kerngesunde Unternehmen in die Knie zwingt.

Dass ausgerechnet das ReifengeschĂ€ft als HoffnungstrĂ€ger herhalten muss, wĂ€hrend das einst prestigetrĂ€chtige AutozuliefergeschĂ€ft abgestoßen wurde, spricht BĂ€nde. Die deutsche Automobilindustrie, jahrzehntelang das RĂŒckgrat der Volkswirtschaft, befindet sich in einem fundamentalen Umbruch – und nicht wenige Beobachter fragen sich, ob am Ende dieses Transformationsprozesses ĂŒberhaupt noch genĂŒgend Substanz ĂŒbrig bleibt.

In Zeiten wie diesen, in denen selbst traditionsreiche Industriekonzerne ins Straucheln geraten und die AktienmĂ€rkte von geopolitischen UnwĂ€gbarkeiten durchgeschĂŒttelt werden, erweist sich einmal mehr die Weisheit einer breiten Vermögensstreuung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt – gerade dann, wenn Unternehmensbilanzen rot leuchten und politische EntscheidungstrĂ€ger mehr Probleme schaffen als sie lösen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche basieren. Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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