Kettner Edelmetalle
26.02.2026
13:48 Uhr

BrĂŒsseler Regulierungswahn: EU will CO2-Zoll jetzt auch auf Waschmaschinen erheben

Man könnte meinen, die EU-Kommission hĂ€tte in Zeiten geopolitischer Verwerfungen, einer schwĂ€chelnden europĂ€ischen Industrie und explodierender Energiekosten Wichtigeres zu tun. Doch weit gefehlt. Die BrĂŒsseler BĂŒrokraten haben ein neues Lieblingsprojekt: Den ohnehin umstrittenen CO2-Grenzausgleichsmechanismus – im EU-Jargon liebevoll CBAM genannt – auf sage und schreibe 180 weitere Industrieprodukte auszuweiten. Darunter fallen kĂŒnftig auch HaushaltsgerĂ€te wie Waschmaschinen. Ab dem 1. Januar 2026 wird es ernst.

Was steckt hinter dem CO2-Grenzausgleich?

Die Grundidee klingt zunĂ€chst bestechend einfach: Wer Waren in die EU importiert, die unter klimaschĂ€dlicheren Bedingungen produziert wurden als vergleichbare europĂ€ische Produkte, soll dafĂŒr einen Preisaufschlag zahlen. Bislang betraf dies lediglich Grundmaterialien wie Stahl, Aluminium, Zement und ElektrizitĂ€t. Nun aber will die Kommission den Mechanismus auf weiterverarbeitete Produkte aus Stahl und Aluminium ausdehnen – von SpezialausrĂŒstung ĂŒber Metallhalterungen bis hin zu besagten Waschmaschinen.

Die Kommission argumentiert, man wolle verhindern, dass billig und schmutzig produzierte Importware klimafreundlichere europĂ€ische Konkurrenz vom Markt verdrĂ€nge. Ein hehres Ziel. Doch wer zahlt am Ende die Zeche? Richtig: der europĂ€ische Verbraucher. Denn steigende Importkosten werden selbstverstĂ€ndlich an den Endkunden weitergereicht. Die Inflation, die den deutschen BĂŒrgern ohnehin das Leben schwer macht, dĂŒrfte durch solche Maßnahmen kaum sinken.

94 Prozent IndustriegĂŒter – und die Wirtschaft schlĂ€gt Alarm

Nach Angaben der Kommission handele es sich bei den betroffenen Produkten zu 94 Prozent um IndustriegĂŒter mit einem durchschnittlichen Stahl- und Aluminiumanteil von 79 Prozent. Lediglich sechs Prozent seien Haushaltsprodukte. Klingt harmlos? Ist es nicht. Denn gerade die deutsche Industrie, einst RĂŒckgrat unserer Volkswirtschaft, Ă€chzt bereits unter der Last von Energiekosten, BĂŒrokratie und einer Regulierungsdichte, die weltweit ihresgleichen sucht.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl mahnt denn auch prompt Nachbesserungen an. Der Mechanismus mĂŒsse flĂ€chendeckend auf stahlintensive Folgeprodukte angewendet werden – StĂŒckwerk reiche nicht aus und riskiere den Verlust ganzer Branchen. Eine Warnung, die man in BrĂŒssel offenbar geflissentlich ĂŒberhört. Der europĂ€ische Stahlverband Eurofer bewertet die Maßnahmen ebenfalls als unzureichend und bezeichnet die finanziellen Mittel des geplanten UnterstĂŒtzungsfonds als „höchst ungewiss".

Chemieindustrie fĂŒrchtet den nĂ€chsten Schlag

Besonders aufschlussreich ist die Reaktion des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Dieser fordert kategorisch, dass die Chemiebranche weiterhin vom CBAM ausgenommen bleiben mĂŒsse. Die BegrĂŒndung leuchtet ein: Mit zehntausenden Produkten und hochkomplexen Produktionsketten sei die Branche fĂŒr dieses Instrument schlicht ungeeignet. Man darf gespannt sein, wie lange diese Ausnahme noch Bestand haben wird – denn der Regulierungshunger der EU-Kommission scheint unstillbar.

Ein Fonds als Trostpflaster

Um die schlimmsten Verwerfungen abzufedern, plant BrĂŒssel einen Hilfsfonds fĂŒr EU-Hersteller, die durch steigende Importpreise fĂŒr Stahl Wettbewerbsnachteile erleiden. Finanziert werden soll dieser zu 25 Prozent aus CBAM-Zertifikatserlösen – Gelder, die eigentlich den Mitgliedstaaten zustehen sollten – und zu 75 Prozent aus EU-Eigenmitteln. Sprich: aus Steuergeldern der europĂ€ischen BĂŒrger.

Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken betonte, es mĂŒsse sichergestellt werden, dass die Förderung unbĂŒrokratisch nutzbar sei. UnbĂŒrokratisch und EU – zwei Begriffe, die sich in der Praxis ungefĂ€hr so gut vertragen wie Feuer und Wasser. Wer die Erfahrungen mit europĂ€ischen Förderprogrammen kennt, dĂŒrfte an dieser Stelle ein mĂŒdes LĂ€cheln nicht unterdrĂŒcken können.

Das eigentliche Problem: Europas WettbewerbsfÀhigkeit erodiert

Was bei all dem Klimaeifer völlig aus dem Blick gerĂ€t, ist die fundamentale Frage: Kann sich Europa solche AlleingĂ€nge ĂŒberhaupt noch leisten? WĂ€hrend China seine Industrie mit billigem Strom und staatlichen Subventionen pĂ€ppelt, wĂ€hrend die USA unter PrĂ€sident Trump mit 20-prozentigen Zöllen auf EU-Importe den transatlantischen Handel belasten, schnĂŒrt sich Europa mit immer neuen Regulierungen selbst die Luft ab.

Die deutsche Industrie, die bereits unter den Folgen der Energiewende, des 500-Milliarden-Euro-Schuldenpakets und einer zunehmend erdrĂŒckenden BĂŒrokratie leidet, wird durch solche Maßnahmen weiter geschwĂ€cht. Jeder zusĂ€tzliche Kostenfaktor treibt Unternehmen aus Europa – nicht in eine grĂŒnere Zukunft, sondern schlicht in LĂ€nder mit gĂŒnstigeren Rahmenbedingungen. Die Deindustrialisierung Deutschlands schreitet voran, und BrĂŒssel legt noch eine Schippe drauf.

Es ist bezeichnend fĂŒr den Zustand der europĂ€ischen Politik, dass man glaubt, mit immer neuen Abgaben und Regulierungen die Welt retten zu können, wĂ€hrend die eigene wirtschaftliche Basis wegbricht. Der CO2-Zoll auf Waschmaschinen mag im BrĂŒsseler Elfenbeinturm als Meilenstein der Klimapolitik gefeiert werden. FĂŒr den deutschen Mittelstand und den Verbraucher ist er vor allem eines: eine weitere Belastung in ohnehin schwierigen Zeiten.

Wer glaubt, dass höhere Importzölle auf Waschmaschinen das Weltklima retten, der glaubt vermutlich auch, dass man mit Formularen WaldbrÀnde löschen kann.

In Zeiten wie diesen, in denen die Kaufkraft der BĂŒrger schwindet und die wirtschaftliche Unsicherheit wĂ€chst, erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen klug zu sichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig von politischen Launen und bĂŒrokratischen Experimenten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

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