Kettner Edelmetalle
19.05.2026
16:55 Uhr

Brüssel zeigt der Schweiz die kalte Schulter: Parmelin scheitert bei Merz mit Stahl-Bitte

Brüssel zeigt der Schweiz die kalte Schulter: Parmelin scheitert bei Merz mit Stahl-Bitte

Es ist eine dieser diplomatischen Begegnungen, bei denen die Höflichkeitsfloskeln den eigentlichen Eklat kaum noch kaschieren können. Als der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin am Dienstag im Berliner Kanzleramt vor Friedrich Merz trat, ging es nicht um die übliche Folklore wechselseitiger Freundschaftsbeteuerungen, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen – und um die Frage, ob die Schweiz von der Europäischen Union erneut als Verfügungsmasse behandelt werde. Parmelin fand auf der gemeinsamen Pressekonferenz einen Satz, der wie ein diplomatischer Faustschlag wirkte: «Das hilft unserem Verhältnis nicht.»

Stahlharte Realität statt warmer Worte

Der Anlass dieser ungewohnt scharfen Tonlage aus Bern: die geplanten Schutzzölle, mit denen Brüssel seine darbende Stahlindustrie abschotten möchte – auf Kosten der eidgenössischen Produzenten. Die Schweiz, obwohl kein EU-Mitglied, soll erneut die Zeche zahlen für eine Industriepolitik, die in Brüssel ersonnen und in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten abgesegnet wird. Merz, der CDU-Kanzler einer Großen Koalition, die selbst noch nach Orientierung sucht, zeigte zwar artiges Verständnis, schob die Verantwortung jedoch elegant auf die EU-Kommission. So gering wie möglich sollten die Zölle ausfallen, das liege im beidseitigen Interesse – doch ein Zollabkommen mit den USA habe nun einmal Priorität.

Übersetzt heißt das: Die Schweiz möge sich hinten anstellen. Es sei daran erinnert, dass Donald Trump seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 mit massiven Zollerhöhungen den Welthandel umpflügt – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren. Brüssel ringt um eine Antwort und nimmt dabei billigend in Kauf, dass kleinere Partner unter die Räder geraten.

Ein Handelsvolumen, das niemand riskieren sollte

Dabei wäre das deutsch-schweizerische Verhältnis eigentlich ein wirtschaftliches Bollwerk. Über 100 Milliarden Franken Handelsvolumen verbinden beide Länder, Deutschland ist und bleibt der mit Abstand wichtigste Partner der Eidgenossen. Doch was nützt diese Verflechtung, wenn deutsche Politiker sich offenbar nicht mehr trauen, in Brüssel auf den Tisch zu hauen? Bemerkenswerterweise war es für Merz bereits das zweite Treffen mit einem Schweizer Bundespräsidenten innerhalb weniger Monate – im April hatte er Parmelins Vorgängerin Karin Keller-Sutter empfangen. Viel mehr als wohlfeile Worte scheint dabei aber nicht herauszuspringen.

Brüsseler Bürokratie schlägt nachbarschaftliche Vernunft

Hier zeigt sich exemplarisch, wie eine überdehnte EU-Bürokratie die Beziehungen zwischen souveränen, freundschaftlich verbundenen Nationen vergiftet. Statt Schutzwälle gegen leistungsfähige Schweizer Stahlproduzenten zu errichten, müsste Brüssel die strukturellen Probleme der eigenen Industrie angehen: ausufernde Energiekosten, eine ideologiegetriebene Klimapolitik, erstickende Regulierung. Doch das wäre Knochenarbeit. Zölle hingegen sind bequem – und werden, wie üblich, am Ende die Konsumenten und mittelständischen Verarbeiter zahlen.

Was bleibt: Vertrauen als Verlierer

Parmelins kühle Bemerkung dürfte in Berlin und Brüssel verhallen, doch sie ist symptomatisch für eine sich anbahnende Entfremdung. Die Schweiz, die ihre Souveränität traditionell hochhält, beobachtet mit wachsender Skepsis, wie die EU ihre Nachbarn behandelt. Wer sich angesichts solcher Entwicklungen fragt, wie er sein Vermögen vor den Verwerfungen einer zunehmend protektionistischen, von politischen Eingriffen gebeutelten Weltwirtschaft schützen kann, findet seit jeher in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber einen verlässlichen Stabilitätsanker – unabhängig von Brüsseler Launen und Berliner Kompromissformeln. Eine durchdachte Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio hat sich in unsicheren Zeiten stets bewährt.

Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und seine Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Für Anlageentscheidungen wird keinerlei Haftung übernommen.

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