Kettner Edelmetalle
16.10.2026
16:35 Uhr
KI-generiert

Brandgefahr im Akku: VW bremst 22.524 ID.4 auf 80 Prozent aus!

Brandgefahr im Akku: VW bremst 22.524 ID.4 auf 80 Prozent aus!
Symbolbild: KI-generiert

Volkswagen ruft in den USA schon wieder Elektroautos wegen Brandgefahr zurück. Diesmal geht es um 22.524 Fahrzeuge vom Typ ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026, deren Besitzer den Akku vorerst nur noch zu 80 Prozent laden dürfen. Das Brisante daran: Warum die Batterien überhitzen können, weiß der Konzern bis heute nicht.

Ein Rückruf ohne Reparatur

Bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA läuft die Aktion unter der Nummer 26V630, intern nennt Volkswagen sie 93EX. Betroffen sind ID.4, die zwischen Januar 2023 und Februar 2025 vom Band liefen. Die Batteriezellen kommen vom Zulieferer SK Battery America.

Laut Hersteller entsteht das Risiko, wenn bestimmte Ladeprofile auf einen Ladestand von mehr als 80 Prozent treffen. Dann kann eine thermische Kettenreaktion beginnen: Eine Zelle überhitzt und steckt die Nachbarzellen an. Im schlimmsten Fall brennt das ganze Fahrzeug.

Eine echte Lösung gibt es noch nicht. VW will die Ladegrenze bei technisch geeigneten Fahrzeugen automatisch setzen und zeigt den Fahrern Warnhinweise an. Das klingt nach Vorsorge, ist aber in Wahrheit eine Notlösung.

Ein Fünftel weniger Akku – und keiner weiß, wie lange

Für die Kunden ist das ein teurer Kompromiss. Sie haben für die volle Batterie bezahlt, nutzen dürfen sie aber nur noch vier Fünftel davon. Die Reichweite sinkt entsprechend, und gerade bei Elektroautos ist sie das wichtigste Verkaufsargument.

Laut den Unterlagen gingen zwischen Januar 2024 und August 2026 in den USA 22 einschlägige Beschwerden ein. Das sind nicht automatisch 22 bestätigte Brände. VW schätzt, dass nur rund 0,1 Prozent der Fahrzeuge den Defekt tatsächlich haben, also etwa 23 Autos. Zurückgerufen wird trotzdem die gesamte Serie.

Untersucht wird seit Juni 2026. Im September beschloss der Produktsicherheitsausschuss den freiwilligen Rückruf, obwohl die Ursache noch unklar war. Medienberichten zufolge verlangte der Ausschuss vom Zellhersteller zusätzliche Angaben zur Produktion. Ab dem 27. November sollen die US-Halter Post bekommen. Ihre Fahrgestellnummern können sie schon seit dem 6. Oktober bei der NHTSA prüfen.

Eine Serie von Pannen

Der Fall steht nicht allein. Schon im Januar 2026 musste VW in den USA zwei Rückrufe mit zusammen 44.551 ID.4 starten. Damals lag es an falsch sitzenden Elektroden in den Zellen, ebenfalls von SK Battery America. Ob diesmal ein ähnlicher Fertigungsfehler vorliegt, ist offen.

Im Frühjahr rief der Konzern weltweit außerdem fast 100.000 Elektroautos verschiedener Marken zurück, auch in Deutschland. Die Module konnten Reichweite kosten, Warnmeldungen auslösen und teils sogar brennen.

Rückzug aus Chattanooga

Dazu passt ein Detail, das Bände spricht. Wie berichtet wurde, hat VW die Produktion des ID.4 in seinem US-Werk Chattanooga Mitte April 2026 eingestellt. Dort wird jetzt vor allem der Verbrenner-SUV Atlas gebaut, weil die Kunden ihn tatsächlich nachfragen. Laut Branchenberichten wurden 2025 in den USA knapp 22.500 ID.4 verkauft. Das Rekordjahr 2023 brachte noch fast 38.000.

Was das für deutsche Fahrer bedeutet

Der aktuelle Rückruf gilt ausdrücklich nur für US-Fahrzeuge. Eine neue Aktion für den ID.4 in Deutschland ist bisher nicht bestätigt. Beruhigend ist das nur zum Teil, denn der Fall zeigt, wie schwer sich Fehler in Hochvoltbatterien nachträglich finden und eingrenzen lassen.

Kritiker der von Brüssel vorangetriebenen Antriebswende dürften sich bestätigt sehen. Die Politik schreibt die Elektromobilität gern als fertige Zukunft fest, die Technik dagegen wirkt in Teilen noch wie eine Baustelle. Am Ende tragen die Kunden das Risiko: mit weniger Reichweite, unsicherem Wiederverkaufswert und dem mulmigen Gefühl in der eigenen Garage.

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